Ihr Herz schlägt ganz für Italien
Seit 1974 lebt Marinella Schwarz an der Tiebel, fühlt sich aber nach wie vor als Italienerin.
Aus zwei Gründen verschlug es Marinella Schwarz vor 36 Jahren nach Feldkirchen. Erstens der Liebe wegen, weil sie ihren Mann Dieter 1971 im Rahmen eines Sommerurlaubs in Italien kennen gelernt hatte. Zweitens des Jobs wegen, weil sie in der Steiermark, wo ihr Gatte damals lebte, keine Anstellung als Italienisch-Professorin bekommen hätte. So kam die junge Mutter - Tochter Dorit wurde 1972 geboren - gemeinsam mit Mann und Kind in die Tiebelstadt. "Ich habe mich damals auf den ersten Blick in Feldkirchen verliebt - in die idyllische, bäuerliche Atmosphäre", sagt Schwarz. Sie bedauert, dass in den vergangenen Jahren durch "die großen Volksbauten wie in China" architektonisch viel verloren gegangen ist. Die 64-Jährige, die bis zu ihrer Pensionierung vor zehn Jahren an der HAK und am Borg unterrichtete, fühlt sich nach wie vor als Italienerin, obwohl sie seit 1974 berufsbedingt österreichische Staatsbürgerin ist. Einmal im Jahr besucht sie ihre Mutter, die 700 Kilometer entfernt in der Nähe von Assisi lebt, dort, wo Schwarz aufgewachsen ist: "Als junges Mädchen war ich ein großer Fußballfan, ich habe mir viele Spiele im Fernsehen angeschaut", so die 64-Jährige, die "in den letzten Jahren vom Kulturmenschen zum Naturmenschen wurde". Sie hat ihrer Mannschaft die Daumen gedrückt und hätte die "Azzurri" gerne im Finale gesehen. Sie musste aber schließlich einsehen, dass heuer nicht gerade das Jahr der Italiener ist. Abschließend erklärt die Professorin, dass die "Azzurri" bereits seit hundert Jahren blaue Dressen tragen - ursprünglich zu Ehren der Savoyer. SUSANNE LAGGNER-PRIMOSCH











