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Zuletzt aktualisiert: 21.06.2010 um 20:23 UhrKommentare

Auto ohne Sitze: Kinder lagen am Boden

In einer Notsituation ging Montag früh eine sechsfache Mutter ein tödliches Risiko ein: Eine Mutter führte Montag ihre sechs Kinder 60 Kilometer lang teils liegend im Auto.

Foto © Fuchs

Die 35-jährige führte ihre Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahre über 60 Kilometer lang ungesichert im Auto. Fünf Kinder lagen mit ihren Schultaschen während der ganzen Fahrt am Fahrzeugboden! In Gnesau wurde die Frau von der Polizei gestoppt. Sie wird jetzt angezeigt. Ihr droht eine saftige Geldstrafe sowie eine Vormerkung.

Die alleinstehende Mutter musste über das Wochenende übersiedeln. "Weil sie im Minivan Platz für Möbel brauchte, hat sie die hinteren Sitzreihen ausgebaut", sagt Viktor Mitsche von der Polizeiinspektion Patergassen. Montag in der Früh musste die Frau dann von ihrem neuen Wohnort aus ihre Sprösslinge in die alte Schule bzw. in den Kindergarten bringen. Da sie mit dem Siedeln noch nicht fertig gewesen ist, baute sie die Rücksitzbänke auch nicht wieder ein. Auf der Turracher Bundesstraße in Gnesau fiel ihr Fahrzeug dann Polizeibeamten auf. Diese waren im Rahmen der Schulwegsicherung im Einsatz. Die Beamten staunten nicht schlecht: Ein Kind saß am Beifahrersitz, aber fünf weitere lagen mit ihren Jausensackerln und Schultaschen am Fahrzeugboden. Die Mutter erklärte den Beamten ihre Notsituation: Sie gab an, keine andere Möglichkeit zum Transport der Kinder in die Schule gehabt zu haben. "Hinzu kam, dass sie alle Kinder mitnehmen musste, weil sie niemanden zum Aufpassen hatte", sagt Mitsche. Angeblich sei sie ohnedies nur langsam gefahren. Die Polizei untersagte ihr die Weiterfahrt.

"Wir haben dann die Kinder mit einem unseren Kleintransporter zur Schule gebracht", sagt Mitsche. Die 35-Jährige muss jetzt mit einigen Konsequenzen rechnen: Sie wird wegen Übertretung nach den Vorschriften der Kindersicherung angezeigt. Die Höhe der Geldstrafe reicht bis zu 2200 Euro. Zudem ist mangelnde Kindersicherung ein Vormerkdelikt.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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