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Zuletzt aktualisiert: 10.04.2010 um 23:31 UhrKommentare

Feldkirchner Bauern haben "Bioniergeist"

"Bio Austria Kärnten", das Netzwerk der Kärntner Biobauern, ist heuer 30 Jahre alt. Die Kleine Zeitung hat aus diesem Anlass mit einigen Bio-Landwirten im Bezirk Feldkirchen gesprochen.

Bio ist Einstellungssache. Du musst den Gedanken in dir tragen, sonst funktioniert's nicht." Reinhard Dörfler weiß, wovon er spricht: Seit 15 Jahren ist der Albecker bereits ein, wie er betont, "begeisterter Biobauer" und versorgt an die 70 Kunden in ganz Kärnten mit seinem Bio-Almochsen-Fleisch. Dörfler ist einer von aktuell 108 Feldkirchner Landwirten, die sich dem Prinzip des biologischen Landbaus verschrieben haben.

"Ich wollte unabhängiger sein. Es hat mir nie gefallen, dass immer die Anderen den Preis für meine Produkte bestimmen", so Dörfler über den Grund für den Entschluss, seinen "Tirolerhof" im Jahr 1995 auf "Bio" umzustellen. Dass er sich dadurch wieder in eine gewisse Abhängigkeit, nämlich die von den relativ strengen Biorichtlinien, begab, stört den Landwirt nicht. "Die ein- bis mehrmals jährlichen Kontrollen habe ich nie als Schikane aufgefasst, sondern eher als Notwendigkeit. Nur wenn sie lückenlos sind, kann sich der Kunde auf die Qualität meines Produkts verlassen, und nach dieser orientiert sich letztlich auch der Preis", so Dörfler. Biofleisch gibt es auch bei Peter Palaschke in St. Urban - allerdings nicht vom Rind, sondern vom Lamm. Für Palaschke, der seine Kärntner Brillenschafe seit 2002 biologisch füttert und sowohl als "Bioschnitzel" als auch lebend verkauft, war die Umstellung kein großes Thema. "Ich war schon immer davon überzeugt, dass Nahrungsmittel möglichst naturnah erzeugt werden sollten", so Palaschke.

Bunte Palette

1300 Biolegehühner tummeln sich am Biohof "Schnitzer" in Gnesau - in Freilandhaltung, versteht sich. Hofbesitzer Dieter Obereder hat vor 15 Jahren der konventionellen Landwirtschaft entsagt. "Wir wollten einfach in eine gesunde Zukunft gehen. Es hat zwei bis drei Jahre gedauert, bis sich der Boden vom Kunstdünger erholt hat. Jetzt läuft aber alles richtig ,rund'", so Obereder, der neben seinen Biohennen und deren Eiern auch das Fleisch seiner argentinischen Angus-Rinder an Hotels und Privatkunden aus dem Bezirk verkauft.

Auf Direktvermarktung setzt seit Anfang des Jahres Clemens Dörfler vom Biohof "Großhard" in Powirtschach: Er stellt die Bio-milch seiner 34 Holstein-Friesian-Kühe an bereits 240 Haushalte in Feldkirchen und Himmelberg zu. Eine bunte Vielfalt an Biomilch- und Biogetreideprodukten bietet schließlich Franz Gruntnig am Feldkirchner Wochenmarkt an. Gruntnig, der seinen "Foirerhof" in Glanegg bereits seit über 15 Jahren biologisch bewirtschaftet und seine Produkte auch an Reformhäuser liefert sowie ab Hof verkauft, findet aber auch kritische Worte: "Früher waren die Bauern viel mehr ,bio' als heute, und zwar ganz ohne teure Kontrollen und aufwendige Aufzeichnungen", so der Landwirt, der dennoch überzeugt ist, seinen aktuellen "Bio-Weg" weiterverfolgen zu wollen - mit der dafür notwendigen "großen Portion an Idealismus".

JESSICA MAIER

BIOBAUERN

Kärnten. In Kärnten werden 26.500 Hektar Bodenfläche biologisch bewirtschaftet, das sind 16 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen. Es gibt insgesamt 1424 Biobauernhöfe. Zwölf Prozent aller Landwirte in Kärnten sind damit Biobauern

Feldkirchen. Im Bezirk gibt es 108 Biobauernhöfe, was knapp 14 Prozent der insgesamt 781 Bauern ausmacht. 2270 Hektar Acker- und Grünland werden biologisch bewirtschaftet

"Bio Austria Kärnten". Die 1980 gegründete Kärnten-Sektion der Dachorganisation "Bio Austria" setzt sich für die Entwicklung des Bio-Landbaues in Kärnten ein und dient als Servicestelle für alle Biobauern. Aktuell sind 1100 Kärntner Biobauern Mitglieder des Netzwerks

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