Sie fand ihren Platz in "Bella Italia"
Seit 1980 lebt Christa Kernberger (54) in der italienischen Stadt Perugia. Dort baute die gebürtige Feldkirchnerin eine Sprachschule auf und ist Deutschlektorin an der Universität.
Sie sei nicht bewusst ausgewandert, sondern vielmehr hängen geblieben, so Christa Kernberger. Im Rahmen eines Auslandssemesters im Jahr 1979 verliebte sich die gebürtige Feldkirchnerin, wie sie sagt, auf Anhieb in Land und Leute: "Das pulsierende Leben in Perugia hat mich einfach nicht mehr los gelassen." Und es hält sie seit mittlerweile 30 Jahren fest.
Anfangs arbeitete Kernberger, die an der Handelsakademie in Feldkirchen maturierte und an der Uni Klagenfurt Italienisch und Englisch studierte, als Deutschlektorin an der Universität Perugia. "Der Kontakt mit den verschiedenen Nationalitäten und Kulturen in dieser Stadt zog mich von Anfang an in den Bann." Und so kam sie später auf die Idee, eine Sprachschule zu gründen, um Italienischkurse für Ausländer anzubieten. Kernberger: "Mittlerweile beschäftige ich in meinem ,Comitato Linguistico' zehn Mitarbeiter und wir sind international anerkannt." Amerikaner, Asiaten oder Engländer zählen unter anderen zu ihren Kunden. Darunter auch einige bekannte Persönlichkeiten wie der japanische Fußballer Hidetoshi Nakata oder Österreichs Extrem-Schifahrer Florian Köfer. "Die Firma Faber-Castell hat Kurse bei uns gebucht und Frau Faber-Castell aus Australien hat uns mit einem riesigen Paket mit Stiften, Kulis und Markern beschenkt", so Kernberger, die in Perugia auch ihren nunmehrigen Ehemann kennen lernte und nach wie vor an der Universität unterrichtet.
Nur 650 Kilometer
Was sie besonders freut, ist, dass schon mehrmals Schulklassen aus Österreich den Weg in ihre Sprachschule fanden. Den Kontakt zu ihrer alten Heimat hält sie aber auch durch regelmäßige Besuche. Da es bis Feldkirchen nur rund 650 Kilometer sind, nutzt die 54-Jährige mehrmals im Jahr die Gelegenheit, um "nach Hause" zu fahren. Besuche bei Freunden und Familie stehen zu Weihnachten, Ostern und während des Sommers an. "Gerade im Sommer würde ich oft gerne länger bleiben, denn ich vermisse die schöne Kärntner Landschaft mit ihrem satten Grün, den Flatschacher See und den Wairer Wald", so die Auslands-Feldkirchnerin.
Umgekehrt kommen Kernbergers Eltern und die Schwester sie auch öfters in Perugia besuchen. "Es ist einfach eine wunderschöne Stadt mit einer alten Geschichte, verwinkelten, malerischen Gassen, eingebettet in eine schöne Landschaft", schwärmt Kernberger über ihre "neue Heimat". Ob sie es sich vorstellen könnte, diese irgendwann wieder zu verlassen und vielleicht sogar nach Feldkirchen zurück zu kehren? Kernberger: "Man kann im Leben nichts ausschließen."












