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Zuletzt aktualisiert: 08.03.2010 um 11:43 UhrKommentare

"Simonhöhe muss gesund schrumpfen"

Der Geschäftsführer der Schilift GmbH, St. Urbans Bürgermeister Dietmar Rauter, im Gespräch über den in dieser Woche angemeldeten Konkurs der Simonhöhe. Was lief in der Vergangenheit schief - und gibt es eine Zukunft für das Schigebiet?

Rauter blickt zuversichtlich in die Zukunft

Foto © Schusser/Montage: VallantRauter blickt zuversichtlich in die Zukunft

Endet die Wintersaison auf der Simonhöhe in diesem Jahr früher?

Dietmar Rauter: Nein, wie geplant am 14. März.

Werden die Lifte in der nächsten Saison wieder in Betrieb gehen?

Dietmar Rauter: Das hängt natürlich davon ab, ob im Konkursverfahren ein Zwangsausgleich umgesetzt werden kann. Ich gehe derzeit schon davon aus.

Das Schigebiet steht mit 3,5 Millionen Euro in der Kreide. Für einen Zwangsausgleich muss die Gemeinde Geld aufbringen. Von welcher Summe sprechen wir?

Dietmar Rauter:Von einer 20-prozentigen Quote, das sind circa 700.000 Euro. Finanzieren muss es die gemeindeeigene Beteiligungs- und Infrastruktur GmbH. Die Summe muss aber nicht zur Gänze aufgebracht werden. Als ich vor sieben Monaten Geschäftsführer geworden bin, habe ich die triste finanzielle Situation sofort erkannt und in Abstimmung mit Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds und Banken ein neues Konto errichtet. Auf diesem ist noch Liquidität, sodass nicht alle 700.000 Euro schlagend werden.

Kann man schon abschätzen, wie lange das Konkursverfahren dauern wird?

Dietmar Rauter:Ich schätze drei bis vier Monate. Hängt davon ab, wie positiv die Gläubiger gesinnt sind.

In einer ersten öffentlichen Stellungnahme haben Sie angegeben, der Grund für die finanzielle Notlage liegt in den Fehlern der Vergangenheit, unter anderem im Bau des Sesselliftes. Doch ist es nicht notwendig, zu investieren, um mit den Großen mitzuhalten?

Dietmar Rauter: Das Hauptproblem ist, dass man sich durch die Investitionen in den Jahren 2000 bis 2002 einen jährlichen Umsatz erwartet hat, der deutlich höher als eine Million Euro hätte liegen sollen. Tatsächlich lag der Schnitt in den letzten vier Jahren bei 680.000 Euro. Doch ich will jetzt nicht die Fehler in der Vergangenheit suchen, sondern in die Zukunft blicken.

Wenn Sie von der Zukunft sprechen: Werden Lifte nicht mehr in Betrieb genommen?

Dietmar Rauter: Wir müssen uns eine Gesundschrumpfung überlegen und uns auf das Kerngeschäft als leistbares Familien- und Ausbildungsschigebiet konzentrieren. Aus meiner Sicht wären von einer Nichtinbetriebnahme der Sessellift und der Simonlift betroffen. Wir müssen uns auf jene Pisten konzentrieren, die für Kinder leicht befahrbar sind.

Jetzt ist der Sessellift relativ neu. Kann man diesen verkaufen?

Dietmar Rauter:Laut professionellen technischen Aussagen kriegt man dafür nur mehr einen Schrottwert. Abbau und Transport wären viel zu teuer.

Die Simonhöhe ist stark abhängig von Tagesgästen. Um künftig auf stabileren Beinen zu stehen werden Stimmen laut, den Tourismus wieder verstärkt zu forcieren.

Dietmar Rauter: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Betten in unserer Gemeinde abgenommen. Das ist sicher auch ein Punkt, der zur aktuellen Situation beigetragen hat. Ich möchte wieder vermehrt Impulse setzen, um zu erkennen zu geben, dass wir eine Tourismusgemeinde sind.

Haben Sie schon konkrete Beispiele für solche Impulse?

Dietmar Rauter: Es wurde eine neue Homepage erstellt, auf der wir den Bereich Tourismus benutzerfreundlicher gestaltet haben. Auch waren wir in jüngster Zeit bei Messen vertreten. Desweiteren ist derzeit eine Art Vermietungsplattform in Planung. Über die Gemeinde sollen die Appartements von Eigentümern auf der Simonhöhe, falls gewünscht, an Urlauber vermietet werden.

Eine abschließende Frage: Wo sehen Sie die Simonhöhe heute in zehn Jahren?

Dietmar Rauter: Ich sehe sie in den nächsten fünf bis sieben Jahren konzentriert auf unser Kerngeschäft, in enger Zusammenarbeit mit den Gastronomiebetrieben. Zehn Jahre traue ich mich nicht vorauszuschauen.

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