Die neue Schule steht in Feldkirchen im Mittelpunkt
Vor wenigen Wochen wurde in der Hauptschule 3 in Feldkirchen das Modell der "Neuen Mittelschule" gestartet. Bilanz und Ausblick.

Foto © SchusserHeinz Gaggl, Lehrer und Koordinator der "Mittelschule neu"
Wenn das die Schule der Zukunft ist, dann sich wir sicherlich auf einem sehr guten Weg. So bilanziert Franz Fister, Direktor der Feldkirchner Hauptschule 3, die vergangenen zehn Wochen. Zu Schulbeginn ist in seiner Schule nämlich das Modell der "Neuen Mittelschule" angelaufen.
Zum Tragen kommt das neue Modell in sieben der 14 Hauptschulklassen. Die Eckpfeiler sind ein selektionsfreier Übergang in die AHS-Oberstufe, Team-Teaching und neue Lehr- und Lernformen. Für den Direktor ist vieles davon keine große Umstellung - sei man schon seit Jahren den neueren reformpädagogischen Ansätzen "verfallen". Dies bestätigt die Bezirksschulinspektorin Johanna Kunovjanek, die sich auch schon selbst vom Klima in der neuen Schule überzeugen konnte. "In der HS 3 werden schon seit zehn Jahren immer wieder pädagogische Innovationen umgesetzt", so Kunovjanek und fügt hinzu: "In so eine Schule wäre ich auch gerne gegangen."
Derzeit sind sieben der 14 Klassen an der HS 3 auf das neue Modell umgestellt. Jede Klasse, die künftig hinzukommt, startet automatisch im neuen Modell, das "alte" läuft somit in vier Jahren aus. Am Grundkonzept werde man dabei, so Fister, nichts ändern, neue Ideen können aber sicherlich einfließen und kleinere Adaptionen vorgenommen werden. Allfällige Anregungen dazu bekommt man unter anderem von der Universität Innsbruck, die das Projekt begleitet.
Das Lernen lernen
Aber nicht nur der Direktor, sondern auch die Eltern, die laut Fister, zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehen, und die unterrichtenden Lehrer sind von dem neuen Modell des Lernens überzeugt. Heinz Gaggl, Lehrer und Koordinator der Neuen Mittelschule an der Hauptschule 3, sieht diesen Modellversuch als erfolgreich gestartet. "Die Kinder können schon sehr gut mit dieser neuen Form des Lernens umgehen", so Gaggl.
Man muss die Schüler aber nicht nur auf die zusätzlichen Freiheiten beim Lernen schulen, sondern auch auf einen ganz anderen Lerntyp. Gaggl: "Man sagt den Kindern zuerst, was das Ziel ist, und arbeitet dann in kleinen Schritten auf dieses hin." Dieses bedingt, so Gaggl weiter, aber auch doppelt so viel Vorbereitungszeit für den Lehrer. Auch Ingrid Moser, eine der vier HAK-Lehrkräfte, die seit wenigen Wochen auch an der Hauptschule unterrichten, spricht von einer "viel intensiveren Vorbereitung". Die andere Art des Lernens ist für sie aber kein Neuland mehr: "Wir praktizieren ein ähnliches Modell an der HAK schon seit Jahren."
Kommentar
Die neue Mittelschule
Übergang. Bei entsprechendem Lernerfolg bekommt der Schüler ein Realgymnasiumszeugnis ausgestellt und kann damit alle weiterführenden Schulen besuchen.
Lernen. Ein wichtiger Teil der Neuen Mittelschule sind neue Lernansätze: Die Schüler werden grundsätzlich von zwei Lehrern, einem aus der Hauptschule und einem aus einer höheren Schule, unterrichtet Stoff-Vermittlung. Als Lehrmethode hat der Frontalunterricht ausgedient. Im Mittelpunkt stehen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten. Der Schüler hat auch mehr Freiheiten zu entscheiden, wann er welchen Gegenstand und welchen Stoff in Angriff nimmt (Freiarbeitsstunden)
Die Zusätze
An HS 3 wird unter anderem zusätzlich angeboten:
Soziales Lernen. In einer "Wir-Stunde" werden Probleme in Schule und privatem Umfeld bearbeitet
Vertretung. Dazu sind ein Klassenrat und ein Schülerparlament eingerichtet
"Seleco". Leseschwerpunkt: Jeden Tag müssen zehn Minuten laut gelesen werden












