Kärntner Projekt erhielt den Agrar-Preis
Innovation als Schlagwort für ländliche Entwicklung: Österreichischer "Agrar.Projekt.Preis" für Lavanttaler Solarkraftwerk von Franz Dorner. Fest der Projekte in Ossiach.

Foto © KK/PrivatSolar-Pionier Franz Dorner auf seinem Photovoltaik-Dach über dem Hühnerstall. Für den Ökostrom-Tarif hat er gekämpft
Seine Küken haben es gern warm. Der Bauer, der sie aufzieht, Franz Dorner vulgo Treppbauer, verwendet dafür die Energie der Sonne. Die Dächer seiner beiden Hühnerställe sind strahlende Kollektorfläche für Photovoltaikanlagen. 1800 Quadratmeter reichen aus, um 300.000 Kilowattstunden Ökostrom zu erzeugen. Der landwirtschaftliche Betrieb in St. Gertraud im Lavanttal ist energieautark, 200.000 Kilowattstunden speist Dorner darüber hinaus über eine eigens errichtete Hochspannungsleitung ins öffentliche Netz ein. Für sein innovatives, zukunftsweisendes Projekt wurde Dorner am Montag im Stift Ossiach mit dem österreichischen "Agrar.Projekt.Preis" des Lebensministeriums und der Landwirtschaftskammern ausgezeichnet.
Der Preis wurde gemeinsam mit Netzwerk Land umgesetzt. Für den bundesweiten Wettbewerb wurden 117 Projekte eingereicht, darunter 33 aus Kärnten. Kriterien sind innovative, umweltorientierte Ideen mit nachhaltiger Wirkung und Bedeutung für den ländlichen Raum sowie ihre Wirtschaftlichkeit, die von Experten überprüft wird.
Solar-Pionier Dorner hat mit dem 2002 begonnenen ?größten Solarkraftwerk Südösterreichs“ den Fortbestand seines Betriebes gesichert. Dem Erfolg vorausgegangen sind harte Zeiten mit dürftigen 5,38 Cent Einspeistarif pro Kilowattstunde statt der gesetzlich zugesagten 60 Cent. Erst seit Juni 2008 erhält das Unternehmen Dorner den ÖkostromTarif von 60 Cent pro Kilowattstunde. Somit soll sich die Investition von zwei Millionen Euro in elf Jahren amortisieren.
Massenhaft Energie
"Der Kampf hat sich ausgezahlt. Nun haben wir Energie en masse ohne Staub, ohne Lärm, einfach genial", freuten sich Dorner und seine Gattin bei der Preisverleihung. Der erste und einzige landwirtschaftliche Betrieb in Österreich mit Emas-Zertifizierung für geprüftes Umweltmanagement spart im Jahr 250 Tonnen CO2-Ausstoß ein. Jeder Kärntner, der von fossiler Energie abhängig ist, produziere hingegen neun Tonnen CO2 pro Jahr, bedauert Dorner. Mit 100 Quadratkilometern geeigneter Dachfläche in Österreich könne man 40 Mal so viel Strom erzeugen wie das geplante Gasdampfkraftwerk in Klagenfurt und 70.000 Arbeitsplätze schaffen, appelliert Dorner an die Politik. "Sonne ist die Energie der Zukunft."
Features
Agrar.Projekt.Preis
Der Preis wurde gemeinsam mit Netzwerk Land umgesetzt. Für den bundesweiten Wettbewerb wurden 117 Projekte eingereicht, darunter 33 aus Kärnten. Kriterien sind innovative, umweltorientierte Ideen mit nachhaltiger Wirkung und Bedeutung für den ländlichen Raum sowie ihre Wirtschaftlichkeit, die von Experten überprüft wird.
Neue Servicestelle
Netzwerk Land wurde zur Umsetzung des "Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2007- 2013" (Grüner Pakt) gegründet. Gefördert wird das Programm mit 7,8 Milliarden Euro (die Hälfte kommt aus Brüssel). Drei Organisationen führen Vernetzungsauftrag aus: Agrar.Projekt.Verein, Umweltdachverband, ÖAR Regionalberatung.











