Klavierkonzert mit viel Gefühl beim Carinthischen Sommer
Oleg Maisenberg spielte beim Carinthischen Sommer Ravel, Debussy und Brahms.
Die Sehnsucht nach Unbekanntem, der Hang zur Träumerei und ein plötzliches Erwachen: Äußerst ambivalent präsentierte Pianist Oleg Maisenberg in der Stiftskirche Ossiach introvertierte Impressionen und extravagante Formen.
Die erste Hälfte stand im Zeichen des französischen Impressionismus. Der vibrierende Flügelschlag eines Nachtfalters bildet den Anfang von Ravels schillernden "Miroirs", deren farbliche Palette sich über schaukelnde Meereswogen, Narrenlied und Glockenimitationen erstreckt. Mit feinem Anschlag, manchmal geradezu flüchtig und trotzdem präzise interpretierte Maisenberg diese Tonspiegelungen. Das Bemühen, der Wirklichkeit durch neue musikalische Formen näher zu kommen ist auch in den drei "Estampes" Debussys spürbar. Länder wie der ferne Osten und Spanien werden hier heraufbeschworen, farbenfroh, rhythmisch, verspielt.
Mit den ersten Akkorden aus Brahms' dritter Klaviersonate in f-Moll wurde man schließlich wie aus einem Schlummer geweckt: Die markanten Schläge des ersten Satzes brechen den in sich gekehrten Klangteppich der Impressionisten deutlich auf. Mit viel Gespür für die für Brahms typischen schwierigen dynamischen Feinheiten und Tempoverschiebungen meistert Maisenberg diese phantastische Sonate, die von ihrem Aufbau und Umfang fast schon an eine Sinfonie erinnert. Skrjabin und Rachmaninow gab es als Zugabe.










