Die Schweiz wurde ihr zweites Zuhause
Vor 20 Jahren verließ Andrea Biese-Berger Feldkirchen. Die 47-Jährige lebt heute mit ihrem Mann in Graubünden - und fühlt sich nach wie vor auch als Kärntnerin.

Foto © PrivatSeit 20 Jahren lebt Andrea Riese-Berger in der Schweiz
Deutsch ist nicht gleich Deutsch. Diese Erfahrung machte die Feldkirchnerin Andrea Biese-Berger, als sie zum ersten Mal in der Schweizer Hotellerie arbeitete. "Ich half damals im Service aus und jemand bestellte ein Glas Fendant", sagt die heute 42-Jährige. Anstatt des gewünschten Walliser Weißweines, dessen Namen man französisch ausspricht, wollte sie ein Fanta servieren.
Heute passieren der Feldkirchnerin solche Verwechslungen nicht mehr. Denn der Hotellerie hat sie zwar den Rücken gekehrt, nicht aber dem Land: Seit 20 Jahren lebt Biese-Berger in der Schweiz, heute gemeinsam mit ihrem Mann am Fuße der Graubündener Alpenarena Flims-Laax-Falera. "Anfangs fand ich die Schweizer in ihrem Wesen weniger offen und zugänglich als die Kärntner. Heute kann ich sagen, dass sie einfach vorsichtig sind", sagt Biese-Berger, die mittlerweile in Zürich ein Psychologiestudium absolviert hat und als Berufs- und Laufbahnberaterin beim Amt für Berufsbildung Graubünden arbeitet. Auch die anfänglichen Sprachschwierigkeiten, die oft auf Gegenseitigkeit beruhten, haben sich gelegt. Was ihr manchmal abgeht, ist der engere Kontakt zur eigenen Familie in Feldkirchen: "Am meisten fehlt es mir, einfach mal bei den Eltern auf einen Kaffee vorbei zu schauen oder meine Nichten und Neffen an mich zu drücken."
"Gerne gesehen"
Biese-Berger fühlt sich heute sowohl als Kärntnerin als auch als Schweizerin: "Ich habe zwei Zuhause. Mit dem Kärntnerland verbinden mich meine Wurzeln, ich liebe die Natur und habe die Menschen gerne." In Graubünden fühlt sie sich ebenfalls wohl - nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass sie eben Kärntnerin ist. "Kaum ein Schweizer, der nicht vom Wörthersee schwärmt. Als Kärntnerin bin ich gerne gesehen", sagt Biese-Berger. Sie wiederum schätzt an der Schweiz den hohen Lebensstandard und die Achtsamkeit, mit der die Menschen dort miteinander umgehen.











