Der Tod als Kartenspieler und Trinker
Mit dem "Brandner Kasper" startet das Schloss Albeck eine Theaterschiene.
Kärntens Sommertheaterszene ist um ein Kleinod reicher: Im Sirnitzer Schloss Albeck gibt es bis Ende August "Der Brandner Kaspar und das ewige Leben" in der Komödienfassung von Kurt Wilhelm zu sehen. Die engagierte Schlossherrin Elisabeth Sickl (mehr als 1000 Kulturveranstaltungen!) wagte sich nach der Restaurierung des Stadlgebäudes im Vorjahr an diese neue Schiene heran. Beim Premierenabend des "Brandner Kaspar" in der lobenswerten Regie von Uwe Lohr zeigte sich das Publikum sehr begeistert.
Vor allem die Darstellung des "Tod" ist es, die der Aufführung durch die Schauspielkunst Alexander Schwabs ein hohes Niveau gibt. Er lotet alle Facetten des "Himmelsbeamten" von dessen Macht bis hin zur Einsamkeit und das sich nie Verstandenfühlen aus. Beeindruckend vor allem die Verführungsszene, in der der Brandner Kaspar (gespielt von Nikolaus Schwab) den Tod mit einem getürkten Kartenspiel hineinlegt und sich dieser nach langem Ringen zum Trinken hinreißen lässt.
Elke Schwab hat das Stück auf Kärntner Verhältnisse hin adaptiert, was, gemeinsam mit der regionalen Ausstattung, sehr charmant wirkt. Wildererszenen dürfen nicht fehlen, der entflohene Hirsch ist "pfeilgrad in den Hirschenhimmel" unterwegs, den besseren Herren vor der Nase weggeschossen. Neben den Hauptfiguren sei noch "Marie" (Tanja Raunig) erwähnt, sehr passend die Musik von Akkordeonisten Stefan Kollmann. Das schöne Ambiente, die gute Küche und das volkstümliche, mit geringem Ausstattungsaufwand effektvolle Stück sind Bestandteile eines sehr empfehlenswerten Theaterabends.
Features
Komödie
Der Brandner Kaspar und das ewige Leben. Komödie von Kurt Wilhelm. Albecker Schlosstheater. Vorstellungen bis 29. August, je 20 Uhr. Karten: Tel. 04279/ 303











