Kleine Sägen tauchen besser durch die Krise
Talfahrt in der Sägeindustrie: Nach Konkurs von Heckenbichler muss auch Hasslacher Betrieb stilllegen. Kleine Sägen in Feldkirchen und St. Veit spüren Krise, aber punkten mit Flexibilität.

Foto © SchusserAlfred Seebacher vom Sägewerk in Gnesau
Im April schockte der Konkurs der Heckenbichler-Säge in Liebenfels die Zunft: 1,6 Millionen Euro Schulden lasteten auf dem Betrieb. Dem Unternehmen brachen die Lohnschnittarbeiten weg: Diese hatte der Betrieb für die Kogler-Säge durchgeführt, die von Hasslacher aufgekauft wurde. Jetzt muss aber auch Hasslacher sparen: 40 Mitarbeiter werden dort vorerst gekürzt.
Katerstimmung. In der Holzindustrie herrscht aber auch Katerstimmung, nachdem der Italien-Markt fast überall wegbricht. Kleinere Sägewerke in Feldkirchen und St. Veit spüren die Krise aber nicht so stark. "Kleine Sägewerker bedienen die örtlichen Heimwerker und kleine Gewerbebetriebe", sagt Günter Sonnleitner, Obmann des Vereines "Kärntner Holzstraße". In diesem Bereich sei die Nachfrage noch gut. "Diesen Markt können die großen Sägewerke nicht bedienen", sieht Sonnleitner Vorteile in der Direktvermarktung.
Fichte unter Druck. Die Sägewerker in der Region bestätigen dies: Egal ob Seebacher in Gnesau, Horn in Hirt, die Lärchenholz-Säge in Straßburg oder Leeb in Gnesau - sie alle spüren zwar die Krise, sind aber flexibler. Seebacher in Gnesau schneidet jährlich zwischen 8000 und 10.000 Festmeter ein und sieht Hölzer wie die Fichte mehr unter Druck als Lärche oder Zirbe. "Bei den italienischen Kunden haben wir Einbußen, positiv ist für uns aber der regionale Markt", sagt Alfred Seebacher. Bei ihm wird auch zwischen 35 und 40 Prozent Lärche eingeschnitten. Gleiches gilt für die Buchhäusl-Säge in Straßburg, ehemals Gorton. "Es geht uns sicherlich besser als den Großen, aber nach wie vor nicht gut", sagt Florian Buchhäusl. Auch ihm ist der norditalienische Export-Markt weggebrochen. Aber: 50 Prozent seines Geschäftes macht er im Inland, 40 in Italien und 10 Prozent in der Schweiz, Deutschland und Kroatien. "Wir schneiden ausschließlich Lärchenholz ein. Außerdem sind wir stark an Eigenkapital und können die Krise leichter durchstehen", sagt Buchhäusl. Von den 32.000 Festmetern an Holz, die bei ihm eingeschnitten werden, kann er darüber hinaus einen Teil im eigenen Hobelwerk verarbeiten - Betriebe mit einem zweiten Standbein haben einen Vorteil. Die Firma Leeb in Gnesau ist auch so ein Sonderfall. "Wir brauchen einen großen Teil selbst für unsere Balkone", sagt Gerhard Klemenz, Holzeinkäufer für Leeb.
Talsohle erreicht. Obwohl von Jänner bis März ein Rückgang von bis zu 50 Prozent zu verzeichnen war, glaubt er, dass man sich bei einem Minus von 30 bis 35 Prozent einpendelt. "Ein Vorteil der kleinen Werke ist, dass der Radius der Holzbeschaffung kleiner ist", sagt Klemenz. Man hat einen Frachtvorteil und eine persönliche Bindung zu den Lieferanten. Durchtauchen will auch die Planegger-Säge in Launsdorf: 99 Prozent der 60.000 Festmeter, die man einschneidet, sind Exportware. "In den ersten drei Monaten des Jahres hatten wir ein Minus von 40 Prozent. Die von uns eingeleitete Kurzarbeit war aber unrentabel", sagt Peter Planegger. Er bleibt auf der alten Schiene und macht derzeit keine Experimente.
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Die Sägeindustrie
Einbußen. Den Sägewerken ist vor allem der Italien-Markt weggebrochen. Teilweise mussten die Betriebe - vor allem in den ersten Monaten des Jahres - Umsatzeinbußen zwischen 40 und 50 Prozent hinnehmen.
Vorteile. Sägewerke, die auch den heimischen Markt bedienen, haben Vorteile. Nischenprodukte sind ebenfalls krisenresistenter. Ein zweites Standbein - wie ein Hobelwerk oder eine Balkon-Produktion - sind hilfreich. Auch der Radius der Holzbeschaffung ist wichtig: Wer einen kleineren Beschaffungsradius hat, kommt leichter an Holz und hat zumeist seit Jahrzehnten eine Verbindung zu örtlichen Bauern aufgebaut. Generell gilt: Qualitativ hochwertiges und gutes Frischholz wird nachgefragt.
Sägewerke. In St. Veit profitiert die Buchhäusl-Säge in Straßburg davon, dass sie Lärche einschneidet und auch ein Hobelwerk hat. Leeb in Gnesau profitiert vom Balkon-Betrieb. Die Säge Hirt setzt auf den Inlandsmarkt, wie auch Seebacher in Gnesau. Planegger in Launsdorf sieht die momentane Situation nicht als Zeit der Experimente und will durchtauchen.











