Feldkirchner Betriebe trotzen der Wirtschaftskrise
Vor dem "Schreckgespenst" Wirtschaftskrise wird momentan allerorts gezittert. Wie sieht es aber im Bezirk Feldkirchen aus? Die Kleine Zeitung hat sich bei fünf Feldkirchner Betrieben umgehört.

Foto © WeichselbraunNüchterner Optimismus in der Firma Leeb in Gnesau
"Volle Kraft voraus" - dieses Motto scheinen sich viele Betriebe im Bezirk Feldkirchen an ihre Fahnen geheftet zu haben. Während sich einige große Firmen zur Zeit mit Kurzarbeit und Kündigungen konfrontiert sehen, üben sich die größeren Betriebe im Bezirk in Zuversicht und wollen die schwierige Lage durch aktives Handeln meistern.
Günstigere, gleichwertige Produkte. "Die Embatex AG profitiert von der aktuellen wirtschaftlichen Situation. Die großen Drucker-Firmen haben ihre Preise in den vergangenen Monaten um 30 Prozent erhöht. Der Kunde will aber sparen und kauft lieber günstigere, gleichwertige Produkte wie unsere Recycling-Druckerpatronen", sagt Embatex-Geschäftsführer Christian Wernhart. Aufgrund der positiven Auftragslage hat die Embatex AG in diesem Jahr sogar schon 22 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Auch im Hinblick auf das restliche Jahr zeigt sich Wernhart optimistisch: "Wir rechnen mit einem Umsatzplus von mindestens 20 Prozent."
Schwarze Zahlen. Ähnlich motiviert gibt man sich bei der Hirsch Servo AG. In den vergangenen Monaten konnte man trotz eines schwierigen Marktumfeldes den höchsten Halbjahresumsatz in der 37-jährigen Unternehmensgeschichte erzielen. Dieser sei, so Pressesprecherin Michaela Promberger, vor allem auf ein Plus im Bereich der Porozellverarbeitung zurückzuführen. Im Geschäftsfeld "Technologie" sei gegen Ende 2008 ein leichter Investitionsrückgang zu verzeichnen gewesen und auf das Betriebsstandbein "Logistik" könne man sich noch nicht optimal stützen: Letzteres wurde erst im Vorjahr ins Leben gerufen, berge jedoch, so Promberger, großes Zukunftspotential: "Wir setzen verstärkt auf Innovationen und Prozessoptimierungen. Ich denke, wir sind gut gerüstet, um die Krise zu meistern."
"Flucht" nach vorne. Die Haslinger Stahlbau GmbH hat zur Zeit keine bedeutende Verschlechterung der Auftragslage zu beklagen. Prokurist Arno Sorger zufolge würde der Kampf um das "Überleben" am Markt aber zunehmend härter. "Wir sind uns des Ernstes der Lage bewusst. Trotzdem gehen wir davon aus, die Krise aus eigener Kraft und ohne grobe Einsparungsmaßnahmen bewältigen zu können - wenn alle etwas dazu beitragen und mit vermehrter Effizienz arbeiten", sagt Sorger.
Weg in der Offensive. Auf Effizienz setzt auch TEWA-Geschäftsführer Franz Ronge. "TEWA beliefert zwar nicht primär krisengeschüttelte Branchen, ganz kalt lässt uns die schwierige Situation aber trotzdem nicht. Unser Weg liegt nun in der Offensive: Wir haben die betrieblichen Aktivitäten verstärkt und wollen auch unsere Produktpalette erweitern. Dank dieser Maßnahmen sind Kündigungen oder Kurzarbeit momentan kein Thema", so Ronge.
Nüchterner Optimismus. Von eher nüchternem Optimismus geprägt ist die Einstellung bei der Firma Leeb. "In Österreich haben wir keine eklatanten Einbrüche zu verzeichnen. Bei unseren ausländischen Kunden ist aber eine Kaufzurückhaltung spürbar", sagt Geschäftsführer Franz Leeb, der Kündigungen momentan aber ausschließt. Zukunftsprognosen könnten aber nur schwer getätigt werden: "Für 2009 erwarte ich keine Einbrüche. Ganz ohne Auswirkungen wird die Krise aber wohl nicht an uns vorbeigehen. Das Wellental ist noch nicht erreicht."
Features
Die Betriebe
Embatex AG. Entwicklung und Produktion von Recycling-Tonerkartuschen und -Tintenpatronen. 9560 Feldkirchen, Metzing
HIRSCH Servo AG. Geschäfts- felder: Porozellverpackungen und -dämmstoffe, Technologie, Logistik. 9555 Glanegg. Weitere Firmensitze: Ungarn, Polen, Slowakei, Rumänien, Italien, USA, Taiwan
Haslinger Stahlbau GmbH. Bau von Hallen, Brücken und Industrieanlagen. 9560 Feldkirchen
Leeb. Alu- und Holzbalkone, Zäune. 9563 Gnesau
TEWA. Verpackungen aus Wellpappe, Digital-Print- Anwendungen. 9560 Feld- kirchen, Buchscheiden











