Gnesauer hat die "Lizenz zum Sammeln"
Seit Jahrzehnten ist Franz Krammer der Sammel-Leidenschaft verfallen. Er nennt internationale Bierflaschen, Radios und Uniformen sein Eigen.

Foto © Laggner-PrimoschAuch internationale Bierflaschen oder Uniformen gehören zur Sammlung von Franz Kramer
Ziemlich abgelegen - in Zedlitzdorf neben der "Jodler-alm" - lebt der "Tausendsassa" Franz Krammer. In den beiden Häusern des pensionierten Briefträgers aus Gnesau befinden sich ein Schauraum mit gedrechseltem Kunsthandwerk, ein kleines "Museum" mit seinen diversen Sammlungen und eine Werkstätte, in welcher er drechselt und antike Möbel restauriert.
Der wahre Grund. "Ich kann einfach nichts wegschmeißen", so der gelernte Tischler über den wahren Grund seiner Sammel-Leidenschaft. Auf die Idee, verschiedene Bierflaschen zu horten, kam er auf einer Konzertreise mit der Postkapelle. Mittlerweile füllen mehr als 600 Flaschen - allesamt noch voll - mehrere Regalbretter. Darunter befinden sich zahlreiche Raritäten aus dem In- und Ausland. Krammer: "Ungefähr die Hälfte aller Bierflaschen haben mir Bekannte von ihren Reisen mitgebracht."
Privates Museum. In seinem privaten Museum sieht man unterschiedliche alte Radios, darunter auch einen Apparat aus dem Jahr 1920, der noch mit Gleichstrom betrieben wurde. Schwarz-weiß-Fernsehgeräte, Schreibmaschinen, ein Laptop sowie ein Handy der allerersten Generation finden sich ebenso in Krammers Sammlung wie Uniformen von Post, Feuerwehr und Gendarmerie. "Meine älteste Uniform stammt aus dem Jahr 1935 und hat noch einen typischen k. u. k. Kragen", sagt Krammer, der selbst seit mittlerweile 47 Jahren bei der Feuerwehr aktiv ist.
Ausstellung am Chiemsee. Für das Drechseln interessiert sich der aktive Pensionist, der auch Bastelkurse leitet, bereits seit seiner Jugend. Sein Können perfektionierte er allerdings erst vor vier Jahren im Rahmen einer Spezialausbildung bei einer Grazer Firma. Nach Auskunft der Wirtschaftskammer ist im Bezirk Feldkirchen derzeit kein Drechsler aktiv. Zehn Personen - darunter auch Franz Krammer - betreiben das Drechseln als Kunstgewerbe. "Es gibt keine Drechsler mehr, weil Tischler zum Bespiel Tischfüße in jedem Baumarkt viel billiger bekommen", so Krammer.
Positive Wirkung. Der Künstler, der zweimal im Jahr seine Werke auch am Chiemsee präsentiert, arbeitet vor allem mit Zirbenholz: "Die gedrechselten Schüsseln bleiben unbehandelt, weil der Geruch des Zirbenholzes eine positive Wirkung hat." Am 3. und 4. April sind die von Krammer gedrechselten Schmuckstücke im Rahmen einer Osterausstellung in seinem Haus in Zedlitzdorf 22 zu betrachten.











