In der Runde purzeln die Pfunde
Zwölf Freunde und Bekannte kommen jährlich am Maltschacher See zusammen, um gemeinsam 40 Tage lang zu fasten. Wer nicht abnimmt, zahlt ein "Bußgeld".

Foto © HirschlSetzen auf mehr Gemüse: Eva Maria Walcher, Margit Walcher, Rudi und Manfred Spieß (von links)
Heute ist der erste Fastensonntag. Für viele ist die 40-tägige Fastenzeit, die am Aschermittwoch begann, Anlass dafür, sich beim Essen einzuschränken, alte Gewohnheiten oder ein paar Kilo loszuwerden. Statt Schweinsbraten oder Speckjause heißt es mehr Gemüse- oder Fischgerichte zu sich zu nehmen.
Gemeinschaftliches Abnehmen. In einer Gruppe zu fasten erleichtert einigen das Verzichten auf ihre Lieblingsspeise. Erfahrung im gemeinschaftlichen Abnehmen hat die Fastenrunde von Manfred und Seppi Spieß vom Maltschacher See. "Seit 1991 fasten wir gemeinsam mit rund zwölf Freunden und Bekannten. Jeder muss wöchentlich mindestens ein halbes Kilo abnehmen", sagt Manfred Spieß. Dies wird dann auch mit einer Waage penibel kontrolliert. Sollte das halbe Kilo nicht erreicht werden, müssen die Mitglieder zehn Euro Strafe zahlen.
Gegenseitige Kontrolle. Dieses "Bußgeld" werde, laut Manfred Spieß, nach Ende der Fastenzeit hauptsächlich in einen kulinarischen Ausflug der Runde investiert. Die Treffen finden wöchentlich, immer bei einem anderen Mitglied, statt. Dort gibt es ein Fastenmenü. Und, bevor etwas gegessen oder getrunken wird, wird der jeweilige Kilo-Stand festgestellt - immer mit derselben Waage. "So kontrollieren wir uns gegenseitig, alle werden durchgewogen. Unser Ziel ist es, bis zum Karfreitag mindestens zehn Kilo abzunehmen, je nach Person. Sollte das Ziel vor dem Karfreitag erreicht werden, muss man das Gewicht bis zu diesem Tag halten", sagt Manfred Spieß. Er setzt vor allem auf eine Fastensuppe aus Gemüse und Kraut. Bis zu sieben Kilo will er dadurch abspecken. In einem eigenen "Kilo-Plan" werden die Werte einmal pro Woche eingetragen.
Eigene Methoden. Jedes einzelne Mitglied hat seine eigene Methode, um abzunehmen. "Ich konsumiere nur minimal Alkohol und Fleisch. So möchte ich nach den 40 Tagen bis zu sieben Kilo weniger haben", sagt Eva Maria Walcher. Mehr Salat und Gemüse stehen auf dem Speiseplan von Margit Legat. Zweimal am Tag, zur Frühstückszeit und am Nachmittag, greift sie zu Messer und Gabel. "Ab und zu hat jemand schon einmal drei Kilo in der Woche weniger auf der Waage gehabt. Ich esse ganz normal. Das Mittagessen ist mein letztes Mahl", sagt Rudi Spieß. Da er eine Buschenschank betreibt, fällt es ihm am schwersten, auf gutes Essen zu verzichten.
Freude auf die Osterjause. Gemeinsamkeit und Freundschaft zu pflegen, ist der gesellschaftliche Hintergrund, warum die Mitglieder zusammen fasten. Dabei haben sie insgesamt schon einige hundert Kilo abgenommen, und: Man freut sich dann um so mehr auf die Osterjause.










