Zwanghaftes Spiel mit Trieben und Hieben
Lüstern und ein bissl bös: Vitus-Theater spielt Genet.
Wer wagt, gewinnt. Das St. Veiter Vitus-Theater nahm sich "Die Zofen" von Jean Genet vor und Patrick Steinwidder, Assistent am Stadttheater Klagenfurt, rührte in seiner Inszenierung zwar nicht an das abgrundtiefe Böse, lockte aber in ein Kabinett lüsterner Identitätsperversionen.
Hassliebe. Mit einem schwarzen Tuch, das von den Taillen beider Zofen als Rock zu Bühnenboden fällt und diesen fast zur Gänze bedeckt, sind Claire und Solange in Hassliebe aneinander gekettet. Die raffinierte Ausstattung unterstützt das stete Verschwimmen der Charaktere, das zwanghafte Spiel von Unterdrückung und Unterwerfung, in das die beiden Schwestern verfallen, sobald die gnädige Frau (Tina Klimbacher schillert in silbrigen Robe) aus dem Haus ist, wo die Dienstboten ihre Ermordung planen.
Mutiger und überraschender Schluss. Steinwidder verschwendet keine Zeit an eine psychologische Ausdeutung, sondern lässt den Eindruck entstehen, die Zofen wären mit sich allein und unbeobachtet. Wie Monika Thomaschütz (Claire) und Linda Haluschan-Springer (Solange) das Triebhafte des Textes als lesbische Beziehung deuten, ist mutig. Überraschend welchen Schluss der Regisseur daraus entwickelt.
Features
Die Zofen
Am 11., 16. und 17. Jänner.Volxhaus Klagenfurt (Südbahngürtel). Am 23. 1. im Amthof Feldkirchen. Beginn: 20 Uhr. Karten: 0664 63 93 850











