Die wertvollen Obstgärten sollen gerettet werden
In 15 Jahren könnte Großteil der Kärntner Streuobstwiesen verschwunden sein. Erste Prämierung der schönsten Obstgärten soll Bestand retten.

Foto © Helmuth Weichselbraun
Was wäre unsere reizvolle Landschaft, die Einheimische und Touristen gleichermaßen lieben, ohne blühende und Früchte tragende Streuobstbäume? Eine nackte Gras- oder Betonwüste. Viele Vögel, Insekten und Schmetterlinge hätten keine Rückzugsgebiete und Lebensräume mehr, Bienen wären bedroht.
Schreckensszenario. In 15 Jahren könnte dieses Schreckensszenario in greifbare Nähe rücken. Viele Obstbaumbestände sind nämlich überaltert oder durch Bauvorhaben gefährdet. Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, hat der Landesobstbauverband Kärnten heuer erstmals die "Prämierung von Kärntens schönsten Streuobstgärten" durchgeführt, unterstützt von Agrarreferent Josef Martinz und Landwirtschaftskammerpräsident Walfried Wutscher. Die Ausschreibung sei einzigartig in Mitteleuropa, betonte der aus Südtirol "importierte" Verbandsobmann Franz Innerhofer. Auf der Klagenfurter Herbstmesse wurden die Bezirkssieger vorgestellt. 120 Teilnehmer aus allen zehn Bezirken und 70 Gemeinden wurden bewertet. 107 Betriebe erhielten eine Auszeichnung, kein Betrieb hatte weniger als 50 Prozent der Punkte.
Jury unterwegs. Von Mai bis September war die neunköpfige Jury unterwegs und legte 3500 Kilometer zurück, erzählte Projektleiterin Katharina Dianat von der Obstbauversuchsanlage St. Andrä. Der kleinste Obstgärten zählte 1000 Quadratmetern und fünf Bäume, der größte fünf Hektar und 600 Bäume. Die Kriterien betrafen nicht nur den Pflegezustand wie Vitalität und Kronenzustand, sondern auch ökologische Wertigkeit wie zum Beispiel Nützlingsförderung durch Nistkästen, weiters Vielfalt, Gesamteindruck und Bestandessicherheit.
Jüngste Gewinnerin. Andrea Strauss ist mit 17 Jahren die jüngste Goldmedaillengewinnern. Sie besucht die landwirtschaftliche Fachschule Pitzelstätten und möchte den elterlichen Betrieb in St. Egyden bei Velden übernehmen. "Die Ostbäume hat mein Großvater gesetzt, als Kinder haben wir unter ihnen gespielt". Die gemischten Sorten, die ohne chemische Keule gedeihen, ergeben köstliche Säfte und Kompotte. "Diese Tradition möchte ich weiterführen."
Features
Bezirkssieger
Klagenfurt: Ernst Modritsch vulgo Jaritz, Wurdach, Köttmannsdorf, Punktesieger (90 von 95).
Villach: Andreas Weber vulgo Weinmann, Politzen,Ferndorf.
St. Veit: Irmgard und Karl Pobaschnig vulgo Krug, Hollersberg, Guttaring.
Spittal: Josef Fercher vulgo Uitz, Feicht bei Lendorf.
Völkermarkt: Gerhard Karisch vulgo Brohart, Grutschen bei Ruden.
Wolfsberg: Hubert Darmann, vulgo Scheicherbauer, Vordergumitsch.
Hermagor: Peter Warmuth, vulgo Hubmann, St. Daniel.
Feldkirchen: Matthias Pfeifhofer vulgo Katholnig, Bodensdorf.
Medaillensieger
Medaillensieger ist Villach Stadt und Land mit 21 Medaillen, gefolgt von Klagenfurt Stadt undLand mit 17 und St. Veit mit 14 Medaillen. In allen drei Bezirken gibt es je drei Gold-Gewinner, im Bezirk Wolfsberg sogar vier.
Foto

Foto © Helmuth Weichselbraun












