Kärntner FPÖ will "Causa Klement" rasch bereinigen
FPÖ-Anwalt von Ungültigkeit der Bezeichnung "FPÖ" der Klement-Liste überzeugt. Spitzenkandidat Jannach neuer geschäftsführender Landesparteiobmann.

Foto © APAVorbei ist's mit der Vertraulichkeit: Schwager und Klement (von links)
Die Kärntner FPÖ will die Causa rund um den aus
der Partei ausgeschlossenen bisherigen stellvertretenden
Bundesparteichef und Nationalratsabgeordneten Karlheinz Klement rasch
bereinigen. All jene, die sich auf der von Klement eingebrachten
Nationalratswahlliste befinden, versuche man zu einer Rückkehr in die
Partei zu bewegen, andernfalls drohe der Parteiausschluss, sagte
Landesparteichef Franz Schwager am Freitag. Spitzenkandidat Harald
Jannach (36) wurde als neuer geschäftsführender Landesparteiobmann
präsentiert.
Wahlvorschlag.
Klement hatte am Montag bei der Landeswahlbehörde eine Wahlliste
unter der Bezeichnung "Freiheitliche Partei Österreichs - FPÖ" mit
sich als Spitzenkandidaten eingebracht. Da auch Schwager einen
gleichlautenden Wahlvorschlag mit Jannach an der Spitze einbringen
wird, obliegt die Entscheidung über die Namensgebung und den
Listenplatz der Landeswahlbehörde. Zuvor wird Landesamtsdirektor
Reinhard Sladko als Landeswahlleiter versuchen, eine gütliche
Einigung unter den Kontrahenten zustande zu bringen.
Zwei Listen.
Die FPÖ-Spitze ist aber hunterprozentig sicher, dass ihre Liste
als die richtige akzeptiert und den dritten Listenplatz erhalten
werde. Parteianwalt Christian Leyroutz versicherte in einer
Pressekonferenz, dass "die Wahlbehörde gar nicht anders entscheiden
kann". Er argumentierte, dass jene Liste Gültigkeit habe, die von
mehr als der Hälfte jener Personen unterschrieben wurde, die sich auf
der Liste der vergangenen Wahl - also jener des Jahres 2006 -
befunden hätten. "Von diesen insgesamt 49 Kandidaten haben sich schon
mehr als 30 wieder zur offiziellen FPÖ-Liste bekannt", so der Anwalt.
Zustimmungserklärung.
Auf der Klement-Liste stehen 13 Kandidaten, von denen laut Jannach
aber fünf davon gar nichts gewusst und sich davon auch schon wieder
distanziert hätten. Den übrigen lasse man jetzt noch Zeit, sich die
Sache in Ruhe zu überlegen. Wer allerdings seine Zustimmungserklärung
nicht zurückziehe und weiterhin auf der Klement-Liste bleiben möchte,
werde aus der Partei ausgeschlossen, betonte Schwager: "Man kann nur
eine FPÖ-Mitgliedschaft haben."
BZÖ-Mandatar.
Klement wurde von der FPÖ-Spitze attestiert, dass es ihm
keineswegs mehr um die Partei, sondern nur um sich selbst ginge.
Jannach: "Für Karlheinz Klement und seine Helfer vom BZÖ geht es nur
darum, der FPÖ in Kärnten und bundesweit Schaden zuzufügen." Er bezog
sich damit auf den Umstand, dass eine der zur Einbringung der
Klement-Liste bei der Wahlbehörde erforderlichen Unterschriften vom
BZÖ-Mandatar Sigisbert Dolinschek geleistet wurde. Die beiden anderen
stammen von Klement selbst sowie vom ehemaligen FPÖ-Abgeordneten
Ewald Stadler, der auf einen prominenten Listenplatz beim BZÖ
kandidieren könnte.
Grundmandat.
Aus dem Umstand, dass die Diskussion rund um die Klement-Liste der
Kärntner FPÖ schade, machte Jannach - Landwirt sowie FPÖ-Bezirkschef
von St. Veit und Kammerrat - kein Hehl. Trotzdem ist er in Bezug auf
die Wahl sehr zuversichtlich: "Wir wollen ein Grundmandat und
deutlich über zehn Prozent der Stimmen erreichen."










