Teuflisch virtuos, elegant gemischt
Ein Fest, ein wahres Fest: das 13. Internationale Pfingstfestival Feldkirchen.
Piffaro nannte sich im mittelalterlichen Italien die Zunft der fahrenden Spielleute. Die gleichnamige Renaissance-Band, auf Musik des späten Mittelalters spezialisiert, eröffnete das heurige Pfingstfestival für alte Musik mit Stadtpfeifereien aus dem alten London. Kompositionen aus der Zeit von Königin Elizabeth I, interpretiert auf originalgetreuen Nachbauten historischer Instrumente. Vier Damen und ebenso viele Herren, jede/r perfekt auf mehreren Instrumenten, ließen in unterschiedlichen Formationen mit Blockflöten, Dulzian, Pommern, Dudelsack und Krummhörnern die lineare, in sich verschlungene Vielstimmigkeit von höfischer Musik der Renaissance lebendig werden. Rhythmisch verstärkt kam die Tanzmusik daher. Zwar ein wenig akademisch streng, doch stets mit dem Anflug musikantischer Sinnlichkeit und Lust.
Barockmusik. Den zweiten langen Abend bestritt das junge Ensemble Melopoetica aus London mit kunstfertig manierierter Barockmusik. Da man dereinst derart Virtuoses mit dem Teufel in Verbindung brachte, unter dem Titel "Diabolus in Musica". Gleich darauf folgte in der Michaelikirche ein Nachtkonzert eines Duos aus Deutschland zu Ehren des jungen Frühlings mit Violine und Laute.
Höhepunkt. Den Abschluss und Höhepunkt gestaltete die Vokal-Gruppe "Trinity Baroque" aus Cambridge. Zwei Damen und vier Herren brillierten mit einem gediegenen Programm. Eine elegante Mischung von sakralen und weltlichen Stücken, die der Unergründlichkeit Gottes, der Liebe und dem Mai huldigen. Im heiteren Wechsel von schlichten Liedern, üppigen Motetten, weit geschwungenen Psalmodien und kontrapunktisch verflochtenen Madrigalen. Wortdeutlich, lebhaft in Tempo und Phrasierung gab es ein wohliges Eintauchen in polyfone Welten. Hineingetragen vom homogenen Klang und klarer Intonation. Ein Fest. Man darf sich auf das nächste zu Pfingsten 2009 schon freuen.












