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Faymann frühstückte mit dem Dalai Lama
Im Beisein von Kardinal Schönborn fand am Samstag ein Frühstück mit Faymann und dem Dalai Lama statt. Damit will der Regierungschef ein "klares Signal für Menschenrechte" senden.
Faymann frühstückte mit Dalai Lama
Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat Samstag früh den Dalai Lama im Beisein von Kardinal Christoph Schönborn zu einem gemeinsamen Frühstück in Wien getroffen. Er wolle damit ein "klares politisches Signal für Menschenrechte, für Gewaltfreiheit, für den Dialog" und "gegen Unterdrückung" senden, sagte Faymann vor dem Treffen. Zudem sei es eine "persönlich interessante Möglichkeit", eine so "herausragende Persönlichkeit" wie den Dalai Lama zu treffen.
Vor einer Verschlechterung der Beziehungen zu China habe er trotz Warnungen durch den chinesischen Botschafter in Wien, Shi Mingde, keine Angst. "Die Frage, wen ich treffe, entscheide ich selbst und das gilt auch für den Dalai Lama. Österreich ist ein Land, das immer gezeigt hat, dass es aufseiten der Menschenrechte steht und für meine Termine bin ich selbst verantwortlich", betonte der Kanzler. Vor allem trete er weiterhin für seine Werte ein - die "Stärkung der Menschenrechte überall auf der Welt".
Kardinal Schönborn sei anwesend, weil "wir gerade zwischen den Religionsgemeinschaften in Österreich etwas haben, worum uns viele Länder beneiden", erklärte Faymann. Dies beinhalte eine "sehr respektvolle Zusammenarbeit, einen interreligiösen Dialog, wo einer den anderen achtet und respektiert. Daher treffen wir einander zum Frühstück".
Deutliche Stellungnahme für Gewaltfreiheit
Auf die Frage, ob er die Einrichtung eines Sonderkoordinators der Europäischen Union für Tibet sowie die Reise einer EU-Delegation nach Tibet befürworte, antwortete Faymann, dies sei "Aufgabe von (der EU-Außenbeauftragten) Catherine Ashton". Die EU habe in der Vergangenheit immer wieder "deutlich Stellung genommen für Gewaltfreiheit und Menschenrechte" und auch zur Tibet-Frage "klar Stellung bezogen". Die Gemeinschaft sei "nicht teilnahmslos, aber die konkreten Schritte" entscheide Ashton.
Die Idee eines EU-Sonderkoordinators sowie die Untersuchung der Lage in Tibet durch eine EU-Delegation ist auch Hauptforderung der durch internationale Tibet-Organisationen organisierten "Europäischen Solidaritätskundgebung für Tibet" am Nachmittag am Heldenplatz in Wien. Zwischen dem Frühstück mit Faymann und seiner Rede bei der öffentlichen Kundgebung spricht der Dalai Lama bei einem Symposium an der Universität Wien.
Dalai Lama lobte Österreich
Bei dem gemeinsamen Frühstück hat der Dalai Lama Österreich für seine niedrige Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen, gelobt. Faymann und der Friedensnobelpreisträger von 1989 besprachen vor allem aber auch allgemeine Fragen über Menschenrechte, auch die Situation in Tibet sei angesprochen worden, wie der Sprecher des Kanzlers, Nedeljko Bilalic, nach dem Treffen gegenüber der APA berichtete. Umweltschutz und Armutsbekämpfung standen ebenfalls auf der Agenda.
Konkret ersuchte der Dalai Lama den Kanzler, sich weiterhin für Umwelt und Menschenrechte einzusetzen. Im Beisein von Kardinal Christoph Schönborn habe man sich über Religionsfreiheit ausgetauscht und Fragen des interreligiösen Dialoges thematisiert.
Österreich gilt innerhalb der Europäischen Union in punkto Arbeitslosigkeit als Musterschüler, mit 4,0 Prozent im vergangenen April verzeichnete es die niedrigste Rate unter den EU-27.





















