Bezirks- und Gemeindesuche
"Haider wollte die AvW nicht hängen lassen"
Die angeblich zugesagte Landeshaftung wurde aber später von LR Dobernig abgelehnt. AvW wollte auch von Alfred Gusenbauer Geld. Zeuge Arnulf Komposch belastet Wolfgang Auer-Welsbach schwer: "Für mich war Transaktion Untreue."

Foto © TraussnigZeuge Arnulf Komposch, hinter ihm der Angeklagte
Dritter Tag im AvW-Prozess - und Thema ist abermals der Tag, an dem Jörg Haider verunglückte. Für Wolfgang Auer-Welsbach damals offenbar ein doppelter Schock: "Zum Unglück kommt noch dazu, dass ich gestern bei Haider war und er der AvW eine Landeshaftung versprochen hat. Er wolle ein Kärntner Unternehmen nicht hängen lassen." So die damaligen Worte Auer-Welsbachs in der Version des am Donnerstag befragten Zeugen Arnulf Komposch. "Nach Haiders Tod kam Landesrat Harald Dobernig ins Haus und wollte wissen, was war." Zur Landeshaftung ist es nicht gekommen. Dobernig zur "Kleinen Zeitung": "Ich ließ es durch Finanzabteilung und Landesholding anschauen und entschied: Dafür gibt es kein Geld."
Geld wollte die AvW im Herbst 2008 auch von Alfred Gusenbauer. Komposch: "AvW-Vorstand Reinhold Oblak rief mich, an, man brauche Geld vom Bankenpaket und einen Termin beim Kanzler. Ich fragte ihn, ob er verrückt sei."
"Für mich waren das klar Malversationen"
Als der Ex-Polizeichef Komposch als Sektionschef im Sozialministerium 2008 in den AvW-Aufsichtsrat und später in den Vorstand der AvW-Gruppe geholt wurde, brannte dort bereits der Hut der Finanzkrise. Als Auer-Welsbach mehrere Wochen im Spital lag, geschahen auch die Machenschaften des Ex-Prokuristen Knechtl. Komposch: "Er schickte RHI-Aktien der AvW bei mehreren Banken im Kreis. Für mich waren das klar Malversationen." Noch schwerer belastete er Auer-Welsbach. An dessen AvW GmbH hatte 1993 die AvW Gruppe AG 5,3 Millionen Euro Kredit gewährt. Ende 2009 kaufte dann die AvW GmbH der AvW Gruppe wertlose 79.000 AvW-Invest-Aktien um je einen Euro ab und erklärte den Kredit an die AvW-GmbH für getilgt. "Für mich als Juristen war das klar Untreue. Da wurde Anlegergeld ins Privateigentum verschoben. Ich stellte Auer-Welsbach zur Rede, er schrie mich an, das geht mich nichts an. Ich habe am nächsten Tag gekündigt." Mit dem Darlehen hat die AvW GmbH noch Käufe und Verkäufe mit den Liechtenstein-Firmen gemacht - Verdacht auf Insiderhandel! Komposch: "Als wir von den Liechtenstein-Firmen erfuhren, fielen alle aus den Wolken. Auch die Frau Auer-Welsbachs und sein Sohn wussten nichts davon."















