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AvW-Prozess für Anfang 2011 angesetzt
Richter arbeitet sich durch den AvW-Akt - Anwalt will raschen Verfahrensstart. 5000 ehemalige Anleger haben sich als Privatbeteiligte dem Prozess angeschlossen.

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Es sind Aktenberge, die sich im Büro von Christian Liebhauser-Karl türmen. Der erfahrene Strafrichter - er verurteilte Wolfgang Kulterer im ersten Hypo-Prozess - arbeitet sich gerade durch die AvW-Causa. "Anfang 2011 ist mit Prozessbeginn zu rechnen", erklärt Bernd Lutschounig, Vizepräsident des Landesgerichtes Klagenfurt. Davon, dass der Zeitplan halten wird, ist auch der Anwalt des angeklagten Finanz-Jongleurs Wolfgang Auer-Welsbach überzeugt. "Wir werden die Anklage nicht beeinspruchen, das würde das Verfahren nur verzögern", sagt Michael Sommer im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. "Auer-Welsbach wird im Prozess seine Unschuld beweisen", kündigt Sommer an. Er verweist darauf, dass die Staatsanwaltschaft in acht Punkten die Vorwürfe gegen Auer-Welsbach bereits fallen gelassen hat.
Heftig wehrt sich Sommer gegen die Vorhaltungen des Gutachters Fritz Kleiner. Dieser führt in seiner Expertise aus, dass Auer-Welsbach aus Genussscheinverkäufen "zumindest 29.877.000,00 Euro (...) auf seine privaten Konten und Depots erhalten haben müsste." Sommer behauptet indes das absolute Gegenteil. Auer-Welsbach habe aus seinem Privatvermögen, der Privatstiftung, die ihm zugerechnet wird und einem Sammeldepot, 66 Millionen Euro den AvW-Unternehmen zufließen lassen.
Verhandlungsort noch offen
Wo ab Ende Jänner der Schöffensenat verhandeln wird, ist indes noch offen. "Es gibt mittlerweile 5000 Privatbeteiligte an dem Verfahren", sagt Lutschounig, fraglich sei allerdings, ob nach dem ersten Prozesstag noch viele Interesse daran haben, das Verfahren weiter zu verfolgen. Kurzfristig wurde medial über einen Prozess in der Klagenfurter Messehalle diskutiert, um den vermuteten Andrang meistern zu können. "Im Grunde wollen wir aber am Landesgericht verhandeln, alleine schon, weil wir hier die entsprechende Infrastruktur haben." Die beiden Schöffen, die neben Liebhauser-Karl an der Rechtsprechung teilnehmen, werden erst im Herbst ausgewählt.
Hoffen auf Fußfessel
Seine Hoffnung auf eine Fußfessel hat Auer-Welsbach noch nicht begraben. "Seitens der Justizanstalt und der Bewährungshilfe gab es keine Einwände. Jetzt warten wir die Beschwerde vor dem Oberlandesgericht Graz ab", sagt Sommer. Die Verwertung seines Unternehmens lässt Auer-Welsbach dennoch nicht kalt. "Mein Mandant wurde von den Masseverwaltern für ein Gespräch aufgesucht. Er hat eine jahrelange Expertise, die man nicht in Anspruch nimmt."














