KärntenNena, José Mourinho und Peter Kaiser: So wird 2018

Der Landtag wird gewählt, Österreichs Fußballer treffen auf Deutschland, die Stars von Manchester United sowie Nena sind im Anflug. In Kärnten ist heuer einiges los.

Nena rockt am 5. Juli Kärnten
Nena rockt am 5. Juli Kärnten © APA/Scheriau
 

Nach fünf Jahren geht die Legislaturperiode in Kärnten regulär zu Ende. Die Landtagswahl als bedeutsamstes Ereignis des Jahres findet am 4. März statt. Danach wird es Koalitions- statt Konzentrationsregierung heißen. Und die Zahl der Regierungsmitglieder kann zwischen fünf und sieben variieren. Das wird von jenen Parteien abhängen, die Partner für eine Koalition finden und gemeinsam mindestens 50 Prozent plus eine Stimme auf die Waage bringen.

Denn mit der Änderung der Landesverfassung wurde der bisher geltende Parteienproporz bei der Zusammensetzung der Landesregierung abgeschafft. Zwar wurde Kärnten auch die letzten fünf Jahre von einer Koalition (SPÖ, ÖVP und Grüne) regiert, die Opposition (FPÖ und Team Kärnten) war aber aufgrund ihrer Stärke jeweils mit einem Landesrat in der Regierung vertreten. Die künftige Koalition wird auch den Landeshauptmann oder die Landeshauptfrau stellen.

Die Änderung

Jetzt. Bisher waren die Parteien ab einer gewissen Stärke – rund zehn Prozent – automatisch in der Landesregierung vertreten.

In Zukunft. Künftig muss sich die Mehrheit für eine Koalition finden: Die Parteien, die gemeinsam die Regierung bilden, müssen mehr als 50 Prozent aufweisen.

Kann sich die SPÖ mit Landeshauptmann Peter Kaiser an der Spitze behaupten und eine Koalition anführen oder kommt in Kärnten wie im Bund eine blau-schwarze Koalition? Das werden die beherrschenden Themen des Wahlkampfes sein. Erste Aufgabe der künftigen Regierung wird die Erstellung eines Landesbudgets sein.

Ermittlungen und Anklagen

Die Justiz wird in der Landespolitik indirekt mitreden. Denn Kärntens (Ex-)Politiker müssen sich heuer nicht nur den Wählern stellen, sondern auch Ermittlern und möglicherweise Richtern. Der erste, der sich vor Gericht verantworten muss, ist der ehemalige freiheitliche Politiker Uwe Scheuch. Er ist wegen Amtsmissbrauchs angeklagt. Ob und wann ihm Gerhard Dörfler folgen wird, hängt vom Oberlandesgericht Graz ab. Es entscheidet über die Einsprüche gegen die Amtsmissbrauchsanklage gegen den Ex-Landeshauptmann. Für seinen Nachfolger Kaiser und weitere SPÖ-Politiker soll sich entscheiden, ob sie in der Top-Team-Affäre angeklagt oder die Ermittlungen eingestellt werden. Ähnliches gilt für die Ermittlungen im blauen Gegenstück, der Werbeagentur „Ideenschmiede“, die freiheitlichen Granden Ärger machen könnte. Und FPÖ-Klubchef Christian Leyroutz muss bangen, was die Staatsanwaltschaft ihm in der Stadtwerke-Affäre vorwirft.

Sport: Fußball-Leckerbissen

Am 2. Juni 2018 dürfen sich eingefleischte Fußballfans im Klagenfurter Wörthersee Stadion auf ein Schmankerl der ganz besonderen Art freuen, denn das österreichische Fußballnationalteam empfängt in einem Freundschaftsspiel den Erzrivalen Deutschland. Manchester-Fans aufgepasst: José Mourinho und Co. sollen im Sommer ihre Trainingszelte in Kärnten aufschlagen. Zwar gibt es noch keine offizielle Bestätigung, aber dass sich der Portugiese am Wörthersee wohlfühlt, zeigte er 2014, als er mit Chelsea in Velden war und in den höchsten Tönen davon schwärmte.

Im Februar werden zahlreiche Kärntner Athleten bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea auf Medaillenjagd gehen – Snowboarderin Anna Gasser zählt zu den ganz großen Favoritinnen. Ausdauertechnisch macht der schon legendäre Ironman in Klagenfurt am 1. Juli Station, gefolgt von „Kärnten Läuft“ von 24. bis 26. August 2018.

Konzerte: Musik ist Trumpf

Wer Live-Musik mag, wird heuer in Kärnten auf seine Kosten kommen: Los geht der Konzertreigen am 1. Juni. Da geben „Die Seer“ ein Konzert im Schlosspark in Spittal. Drei Wochen später (am 22. und 23. Juni) machen Cro, Revolverheld, Max Giesinger und Bausa mit dem Ö 3-Popzirkus in Pörtschach Station. Am 5. Juli lässt es Nena auf der Schlosswiese in Moosburg rocken und James Blunt singt am 8. August auf der Schleppe-Arena in Klagenfurt.

Das sind aber nur die Fixpunkte, weitere Konzerte sind in Planung: Etwa beim World Bodypainting Festival in Klagenfurt (12. bis 14. Juli) oder bei den beiden Veranstaltungen – etwa im Wörthersee-Stadion – die erst im Frühjahr vorgestellt werden.

Wirtschaft: Rückenwind für Flughafen

Die Konjunktur ist so dynamisch wie seit Jahren nicht mehr. In Kärnten lag die Wachstumsrate zuletzt bei drei Prozent, befeuert vor allem durch Industrie, Export und Bau. Diesen Schwung dürfte die Kärntner Wirtschaft ins neue Jahr mitnehmen. Experten erwarten, dass die zuletzt immer noch hohe Arbeitslosenquote in Kärnten (sie betrug im November 10,4 Prozent) weiter zurückgeht.

Rückenwind ist auch am Flughafen Klagenfurt zu erwarten: Neue Charterflüge sollen im Anflug sein, die Privatisierung des Airports soll über die Bühne gehen. Im Sommer könnten nach 9,55 Millionen 2017 zehn Millionen Nächtigungen geschafft werden. Zwei Großinvestitionen werten den Standort Villach auf: Mit neuen Laborgebäuden und einer Verdreifachung des Forschungspersonals wächst das Carinthian Tech Research in die „Silicon Austria Labs“ hinein. Und Infineon investiert 40 Millionen Euro in ein Chip-Kompetenzzentrum.

Kultur: Vergoldeter Schriftsteller

Weil es sich im Vorjahr partout nicht ausgegangen ist, wird erst einmal Peter Handke „vergoldet“. Der Dichter nimmt am 2. Februar in Griffen den Kärntner Landesorden in Empfang. Was das Jahr dann bringt, ist bereits in trockenen Tüchern: Die Henri-Matisse-Ausstellung in Gmünd (5. Mai - 1. Oktober) sollte man nicht versäumen. Die Stadtgalerie Klagenfurt widmet sich ab 27. April dem 500. Geburtstag der Stadt. Nora Gomringer, die Bachmann-Preisträgerin 2015, wechselt in die Jury des Wettlesens (4. 7. - 8. 7.). Anschließend halten lieb gewonnene Festivals in Atem. Der Carinthische Sommer (14. Juli - 26. August) setzt spielerisch erneut auf sein neues Standbein, die Basilika St. Andrä, das Ensemble:Porcia (13. Juli - 31. August) setzt auf die italienische Komödie. Gespannt darf man auf Tschechows Komödie „Iwanow“ (3. Mai, Stadttheater Klagenfurt) sein: Die Slowenin Mateja Koležnik inszeniert, u. a. spielt Gerti Drassl.

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