Serie AufgeschlossenAuf Schloss Ehrenbichl haben böse Geister keinen Zutritt

Evelin Schlamadinger erzählt, was es mit dem Mosaikboden auf Gut Schloss Ehrenbichl bei Klagenfurt auf sich hat.

Evelin und Georg Schlamadinger im ehemaligen Speisezimmer
Evelin und Georg Schlamadinger im ehemaligen Speisezimmer © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Als Ignaz Josef Edler von Pürkenau Ende des 18. Jahrhunderts die Kapelle neben Schloss Ehrenbichl errichten ließ, war ihm wohl eines ein großes Anliegen: dass die Nachwelt gut auf das kirchliche Kleinod aufpasst. "Er verfügte in einer Urkunde, dass alle Nachfahren für die Erhaltung und Pflege der Kapelle und der dazu gehörenden Gegenständen Sorge tragen", sagt Evelin Schlamadinger. In zweiter Generation liegt die Verantwortung nun bei ihrer Familie und sie hegt und pflegt die Kapelle mit großer Freude und nutzt sie natürlich für Familienfeiern. Auf dem Weg ins Schloss mit rund 600 Quadratmetern Wohnfläche erzählt Schlamadinger, dass sie und ihr Mann in der Kapelle geheiratet haben.

In der Eingangshalle macht es sich Labradorhündin Kara auf einer Bank gemütlich. "Es ist ihr Lieblingsplatzerl", sagt Hausherr Georg Schlamadinger. In der Mitte des Raumes befindet sich für ein Schloss stilgerecht eine alte Tafel mit acht herrschaftlichen Stühlen. "Hier halten sich auch gerne unsere Gäste auf", sagt Georg Schlamadinger weiter. Das Ehepaar betreibt neben der Landwirtschaft auch sechs Häuser, in denen Ferienwohnungen untergebracht sind. Von Juni bis September urlauben Gäste aus dem In- und Ausland auf Gut Ehrenbichl.

Sich selbst eine Auszeit zu gönnen, diesen Luxus leistet sich das Ehepaar erst in jüngster Zeit. Neben der Arbeit, die auf dem großen Anwesen nicht ausgeht, wird laufend saniert. "Wir haben immer irgendwo eine Baustelle", erzählt die Mutter von Daniel (36) und Petra (34) bei einer Tasse Kaffee im einstigen Speisezimmer. Die Erneuerung des Schlossdaches im Jahr 2005 hatte ganze zwei Monate in Anspruch genommen. Ein Projekt, das noch in der Warteschleife ist, ist die Revitalisierung der Häuser am Waldhof. "Dort waren früher auch sieben Ferienwohnungen untergebracht", sagt Georg Schlamadinger. Geht man noch weiter in die Vergangenheit zurück, so war Dichterin Maria von Ebner-Eschenbach öfters am Waldhof bei ihren Schwestern zu Besuch, die dort wohnten.

Serie Aufgeschlossen: Zu Besuch auf Schloss Ehrenbichl

Schloss Ehrenbichl befindet sich nördlich von Klagenfurt und wurde im 17. Jahrhundert errichtet.

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Seit dem Jahr 1949 gehört das Gut Familie Schlamadinger. Sie baute die Hofgebäude nach und nach in Ferienwohnungen um und sanierte das Schloss.

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Alle Nachfahren müssen für die Erhaltung und Pflege der Kapelle und deren Inventar sorgen - so steht es in einer handschriftlichen Urkunde.

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Die Erneuerung des Daches dauerte zwei Monate.

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Evelin und Georg Schlamadinger im ehemaligen Speisezimmer. Das Ehepaar betreibt eine Landwirtschaft und Ferienwohnungen.

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Das Schlangenmuster im Mosaikboden soll böse Geister abhalten.

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Im Raum mit dunkler Kassettendecke hatte Georg Schlamadingers Mutter ihr Büro.

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Aufwendig gearbeiteten Stuck findet man im Salon. Der Raum ist einem Salon in einem kaiserlichen Schloss nachempfunden.

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Hingucker im Eingangsbereich: der Tisch mit alten Stühlen

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Lieblingsplatzerl von Labradorhündin Kara

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Blick von der Terrasse

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Die Allee führt zu einer künstlich angelegten Steingrotte.

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Im früheren Speisezimmer mit grüner Sitzgarnitur und wunderschönem Stuck ist bei den einzelnen Türen im Mosaikboden ein Schlangenmuster eingearbeitet. "Auf diese Weise sollen die bösen Geister ferngehalten werden", sagt Evelin Schlamadinger. Vorbei an Hündin Kara, die noch immer gemütlich auf ihrem Lieblingsplatz döst, geht es in den ersten Stock. Georg Schlamadinger ist im Schloss aufgewachsen und erzählt, dass in der Vergangenheit acht Kachelöfen Wärme spendeten: "Morgens und abends wurde eingeheizt." Seit 25 Jahren ist eine Hackschnitzelanlage in Betrieb, die alle Gebäude auf dem Gut mit Wärme versorgt.

Im Raum mit dunkler Holzkassettendecke hatte Georg Schlamadingers Mutter ihr Büro. Neben einem Gemälde, das Samson und Delila zeigt, sind hier auch das Kärntner und das Salzburger Landeswappen zu finden. "Ein Vorbesitzer, nämlich Emmerich Teuber, hatte auch Anwesen in Salzburg", erklärt der Hausherr.

Der angrenzende Salon wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Maria von Mischik in den heutigen Zustand gebracht. "Sie dürfte mit einem Mitglied des Kaiserhauses liiert gewesen sein. Das Zimmer ist einem Salon in einem kaiserlichen Schloss nachempfunden", sagt Georg Schlamadinger. Die Stuckaturen sind aufwendig gearbeitet und teilweise vergoldet, angedeutete Säulen sind hellgrau marmoriert, die Wände erstrahlen in Weinrot.

"Wir hängen schon sehr am Schloss", sagt die Schlossherrin und freut sich, dass auch ihre Kinder die Begeisterung dafür teilen. Sohn Daniel, der mit seiner Familie in einem Nebengebäude lebt, wird in absehbarer Zeit den Betrieb übernehmen. "Unser vierjähriger Enkel Maximilian redet auch schon davon, dass er einmal alles übernehmen wird", sagt Evelin Schlamadinger stolz. Gewiss hätte auch Ignaz Josef Edler von Pürkenau damit seine Freude.

DenkMal

Schloss Ehrenbichl bei Klagenfurt wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Der Erbauer ist unbekannt. Urkundliche Erwähnung fand das Haus im Jahr 1688 in der Landbeschreibung des Erzherzogtums Kärnten (Topographia Archidictus Carinthiae) durch Freiherr Johann Weichard von Valvasor. Damals war das Schloss im Eigentum von Benigna Rosinae Gräfin Khevenhüller. Ignaz Josef Edler von Pürkenau scheint 1778 als Eigentümer auf. Er war es auch, der den Um- und Ausbau des Hauses im Auftrag gab. Das Schloss wechselte infolge mehrere Male den Eigentümer. Ab 1925 wurde der land- und forstwirtschaftliche Besitz durch Familie Teuber-Coxe beträchtlich vergrößert. Seit 1949 gehört das Gut Familie Schlamadinger.

Quelle: Chronik des Schlosses Ehrenbichl und der Familie Schlamadinger

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