KärntenWas tun bei einer Hundeattacke? Vier Antworten

In Klagenfurt griff ein Hund einen anderen an. Was zu tun ist, wenn des Menschens bester Freund zum Feind wird.

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In Klagenfurt griff ein Hund einen anderen an. Was zu tun ist, wenn des Menschens bester Freund zum Feind wird.

1. Was kann ich tun, wenn ein Hund mich angreifen will?
Einfacher gesagt, als getan: Ruhe bewahren. Man sollte stehenbleiben, nicht gestikulieren, dem Hund nicht in die Augen schauen, sich sogar etwas wegdrehen. „Am besten wartet man, bis der Hund das Interesse verliert“, sagt Ewald Müller, Landesausbildungsleiter der Polizeidiensthunde. Dann langsam weggehen und eine Barriere zwischen sich und den Hund bringen, einen Zaun etwa.

2. Was ist, wenn ein fremder Hund meinen Hund attackiert?
Die Leine loslassen. Hunde wissen sich in der Regel selbst zu verteidigen. Dabei kommt es allerdings auch auf die Rasse an: Dackel gegen Rottweiler ist ein ungleicher Kampf. Normalerweise lassen sich kämpfende Hunde trennen, meint Müller. Laute Befehle wirken manchmal auch. Dabei ist die Erziehung des Hundes entscheidend: „Er muss einen Grundgehorsam besitzen.“

3. Wie wird ein Hund zum Kampfhund?
Weniger die Rasse, mehr die Erziehung gibt den Ausschlag über das Verhalten eines Hundes. „Wichtig sind klare Regeln. Der Hund ist ein Rudeltier. Mit Grauzonen kann er nicht gut umgehen“, sagt Müller. Der Hundebesitzer muss der Bestimmende sein und seinem Tier vermitteln können, was er von ihm will. Einen verpflichtenden „Hundeführerschein“ für die Besitzer von Hunden einer gewissen Größe hält Müller für keine schlechte Idee. Gerade für Rassen wie den Staffordshire Terrier braucht es einen Hundehalter, der Erfahrung mitbringt.

4. Auf was müssen Hundebesitzer achten?
Im Landessicherheitsgesetz steht: „Für bissige Hunde besteht an öffentlichen Orten Maulkorb- und Leinenzwang“. Auch andere Hunde müssen in Parks, Geschäften, auf Straßen, etc. Maulkorb oder Leine tragen. Gemeinden können Parks auch zu Hundeverbotszonen erklären. Hält sich der Hundebesitzer nicht an gesetzliche Bestimmungen, setzt es Verwaltungsstrafen. Im Extremfall kann ihm der Hund weggenommen werden. Beißt ein Hund einen Menschen, droht dem Besitzer eine Anzeige wegen Körperverletzung.

In Zahlen

2016. 3100 Personen wurden vergangenes Jahr österreichweit wegen Hundebissen in Spitälern behandelt. Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit wird der Anteil an Unfällen in Kärnten auf sieben Prozent – gut 200 Bisse – geschätzt.
2015. Im Jahr 2015 wurden in Kärnten laut
Bundesministerium für Inneres 367 Hundebisse gegen Personen angezeigt.

Kommentare (4)

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tturbo
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Verpflichtende Hundeschule für alle Hundebesitzer mit ihren Tieren!

und Leinenpflicht für alle Hunde! Wenn so ein sch.. Tier auf dich zuspringt, hast kaum Zeit zu schauen, ob es einen Beißkorb hat!!!

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CuiBono
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@tturbo

Ja, aber nicht nur Schule sondern auch positiven Abschlusstest für Herrl UND Hund.
Ansonsten ist die Berechtigung, so ein Tier zu halten NICHT zu gewähren.

Bei kleineren Problemen: verpflichtende Nachschulung.
Bei großen: Abnahme des Hundes und Rückzug der Berechtigung.

Ach ja - hatte ich schon erwähnt, dass sämtliche Kosten durch die Hundehalter zu tragen sind?!

Und die Strafen empfindlich zu verschärfen, wäre auch ein guter Ansatz!

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walterkaernten
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maulkorb und leinenpflicht

Wenn die gesetzlichen bestimmungen von den hundehaltern eingehalten würden, könnten sicher einige schlimme vorfälle mit hunden vermieden werden.

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SweetBasil
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genau lesen...

[...] Maulkorb ODER Leinenpflicht [...]
Daher halten sich die meisten wohl an die Gesetze. Ich selbst bin Hundebesitzer und habe mich oft mit frei umherlaufenden Hunden anderer Hundehalter, die das Gesetz nicht so genau nehmen, herumzuärgern. Das ein Hund gut abgerichtet ist schließt aus meiner Wahrnehmung jedoch nicht aus, daß er aus unbekannten Gründen plötzlich einen anderen Hund anfällt. Die Arroganz mancher Hundehalter ist hierbei oftmals bemerkenswert. Eigentlich müßte manches mal der Hundehalter die harte Strafe zum Teil zu spüren bekommen, die dem Hund zumeist blüht. Der Charakter des Tieres ist so, wie dieses erzogen wurde und viel wichtiger, wie mit ihm umgegangen wird.
Mit etwas Phantasie kann ich meinem Hund ein gewisses Freilauf Erlebnis ermöglichen und ihn trotzdem und sofort wenn Gefahr in Verzug ist, wieder dicht bei mir führen. Es ist daher die Arroganz und Ignoranz der Besitzer Innen die verfolgt und bestraft gehört. Ich kann nicht den Schmiedl für die Dummheit des Schmieds verantwortlich machen und ihn für dessen Verfehlungen bestrafen. Das Tier verhält sich zu gewissen Teilen wie sein Besitzer; mal über diesen letzten Satz nachdenken... ;-)

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