KärntenHerzinfarkt: Immer öfter schon mit 40

Vor dem morgigen 28. Kärntner Herztag: So steht es um die Herzgesundheit und so gut ist die medizinische Versorgung.

Morgen ist der 28. Kärntner Herztag
Morgen ist der 28. Kärntner Herztag © Fotolia
 

Früher, so Primarius Hannes Alber, behielt man die Namen von Herzinfarktpatienten um die 40 im Gedächtnis, so selten waren sie. „Heute haben wir im Schnitt aber jede zweite Woche solche Fälle.“ Jüngst wurden am Wochenende gleich zwei Patienten aus den Jahrgängen ’71 bis ’75 akut behandelt. Rauchen und Übergewicht nennt der Privat-Dozent, der seit Jänner die Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie am Klinikum leitet, als die Hauptursachen dafür, warum das Herz oftmals schon in jungen Jahren rebelliert.

Für das zweite Hauptaufgabengebiet der Herzabteilungen im Klinikum bzw. im LKH Villach sorgt die steigende Zahl älterer Menschen und damit die Zunahme von Herzschwäche. In Klagenfurt mussten die Ambulanztermine um 80 Prozent ausgeweitet werden. „Auch wir mussten die Ambulanzzeiten dem Zustrom von Patienten anpassen“, ergänzt Professorin Sabine Horn, Primaria für Innere Medizin am LKH Villach.
Horn, deren Team dem Klagenfurter Herz-Referenzzentrum zuarbeitet und in die 24- Stunden-Akut-Katheterversorgung wie auch in die Herzklappen-Konferenz eingebunden ist, lobt die beispielhafte Zusammenarbeit der Häuser.

Kärntner Herztag

Wann? Wo? Morgen, Samstag, 8.30 bis circa 12.30 Uhr. Klinikum, Klagenfurt, Speisesaal.

Programm? Referate über die häufigsten Klappenerkrankungen aus chirurgischer und kardiologischer Sicht, das Thema Herz und Niere, Ernährung, Reha. Weiters: Gesundheitscheck der KGKK.

Was kann Herzpatienten in Kärnten geboten werden? „Alles außer einer Transplantation“, sagt Alber, wobei Herzverpflanzungen wegen zu geringer Fallzahlen gar keine wünschenswerte Option wären.
Zu den Neuerungen unter Alber zählen die Implantation von Herzklappenprothesen über die Leiste, heuer schon 80 Mal auf dem Tagesprogramm sowie, ebenfalls im Zuge eines Herzkathetereingriffs, die Beseitigung einer Mitralklappenundichtheit durch Clips. Im November wird man mit Herzmuskelbiopsien beginnen.

Zahlen und Fakten

2706 Koronarangiografien wurden im Vorjahr im Klinikum Klagenfurt, circa 1400 im LKH Villach durchgeführt. Ballondehnungen und Stents: insgesamt 1723.

Herzerkrankungen sind bei Frauen über 65 und bei Männern über 45 häufigste Todesursache. Doch Warnsignale werden nicht erkannt. Auch, „weil sich die Menschen nicht mehr richtig wahr nehmen“, so Alber. Seine Kollegin Horn: „2,5 Millionen Österreicher haben Bluthochdruck, 600.000 sind nierenkrank. Doch viele wissen es nicht einmal.“ Dabei ist gerade die rechtzeitige Behandlung entscheidend.

In der Vorbeugung wie auch in der Nachsorge stehen Bewegung und gesunde Ernährung im Fokus. Auf Letzteres weist die Chef-Diätologin am Klinikum, Caroline Purer, „ohne Zeigefinger“ hin. „Wichtig ist, den Patienten in einen neuen Alltag zu führen, den er gerne mitgeht.“

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