KärntenKärntner Student unterrichtete "schwarz"

Sohn eines Bürgermeisters begann Unterrichtspraktikum ohne nötige Prüfung. Landesschulrat: „Ein Fehler“.

Der Kärntner musste sein Unterrichtspraktikum abbrechen. Er hat noch keine Note auf seine Diplomarbeit
Der Kärntner musste sein Unterrichtspraktikum abbrechen. Er hat noch keine Note auf seine Diplomarbeit © Fotolia (Sujet)
 

Mit Zeugnissen und Prüfungen haben manchmal auch künftige Lehrer ein Problem. Ein Kärntner begann heuer sein Unterrichtspraktikum an einem Kärntner Gymnasium: Er unterrichtete seine Fächer unter Aufsicht eines Betreuungslehrers. Das hätte der angehende Pädagoge aber gar nicht dürfen. Denn dieses Praktikum darf nur machen, wer sein Lehramtsstudium abgeschlossen hat. Doch der Kärntner hat bis heute noch keine Note auf seine Diplomarbeit bekommen und die damit verbundene Prüfung deshalb auch nicht absolviert. Das ist aber laut Gesetz eine der Voraussetzungen, um sich für das Unterrichtspraktikum anmelden zu können (siehe Infobox).

Was der Sache zur pädagogischen noch eine politische Dimension verleiht: Der junge Kärntner ist Gemeinderat für die SPÖ. Sein Vater ist der Bürgermeister des Ortes und ebenfalls bei der SPÖ. Für den Studenten wurde aber nicht interveniert, versichert Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger (SPÖ): „Das würden wir nie tun.“

Das ist das Unterrichtspraktikum

Wer an mittleren und höheren Schulen lehren will, muss in der Regel das Unterrichtspraktikum absolvieren. Der Antrag auf Zulassung darf laut Gesetz erst gestellt werden, wenn der künftige Lehrer die zweite Diplomprüfung geschafft hat. Der Praktikant darf unter Aufsicht unterrichten und benoten. Er erhält einen monatlichen Ausbildungsbeitrag von 1154 Euro.

Der Kärntner musste jetzt sein Unterrichtspraktikum abbrechen. „Das haben wir sofort veranlasst, als wir gesehen haben, dass er das nötige Zeugnis nicht eingereicht hat“, sagt Altersberger. Doch wie konnte es überhaupt passieren, dass der Mann ohne abgeschlossenes Studium unterrichten durfte? Der Student habe den Landesschulrat mehrmals kontaktiert, sagt Altersberger: „Mit mir hat er bereits im Mai gesprochen und gefragt, ob er das Zeugnis nachreichen kann. Er war überzeugt, dass seine Diplomarbeit bald benotet wird.“

Unbeliebtes Dienstrecht

Bis 31. Juli müssen alle Unterlagen für das Unterrichtspraktikum beim Landesschulrat abgegeben werden. Manchmal werde ein kurzer Aufschub gewährt, sagt Altersberger: „Hier war es aber zu lange. Da ist ein Fehler passiert.“ Der Landesschulrat will nun strenger werden: Nach dem Stichtag sollen keine Unterlagen mehr akzeptiert werden.

Der verhinderte Unterrichtspraktikant kann sich für das kommende Schuljahr bewerben. Dann fällt er aber bereits in das bei vielen Lehrern unbeliebte neue Dienstrecht. Hätte er das Unterrichtspraktikum in diesem Schuljahr gemacht, hätte für ihn noch das alte Dienstrecht gegolten.

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Danke für Ihr Verständnis.

teacup
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seltsam

Ich kenne mehrere noch Lehramtstudierende ohne Diplomprüfung, die bereits neben der Uni an Schulen im Zuge eines Praktikums unterrichtet haben. Ist das ein anderes Praktikum?

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gorisoft
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Verschleppt

Wäre interessant wer die Benotung so lange verschleppt hat, das kann ja nicht sein das man für eine Benotung Monate braucht...

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silviab
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Das ist USUS

an der Uni! Und noch was, Kurse muss man vor Semesterbeginn belegen - man legt sich die Kurstermine übergreifend und hofft, dass man hinein kommt. Dann, wenn man glücklich im Kurs sitzt, sagt am Anfang des Semesters der Professor 'wir verlegenden Termin auf dann und dann'. Wenn der Student Pech hat, hat er zu diesem Termin bereits eine andere Vorlesung - das war's dann in den meisten Fällen für das Semester! Manche Professoren richten sich's so, wie sie es (wahrscheinlich) "freizeittechnisch" brauchen. Dazu kommt bei Prüfungen, dass nur - Hausnummer - 25 Studenten antreten dürfen, sich aber über 100 melden. Glücklich ist, wer bei der Verlosung vorne ist! Es ist, abgesehen vom Nichtbestehen einer Prüfung, auch so schwierig, das Studium in der Mindestzeit zu bewältigen! Es geht aber dann im Berufsleben weiter. Ist man glücklicherweise Vertragslehrer, dann wird der Vertrag jährlich verlängert, was aber noch lange nicht heißt, dass die zuständige Behörde mit Schulanfang den neuen Vertrag schickt. Jetzt ist Mitte Oktober, die Lehrer unterrichten schon brav, der neue Vertrag lässt aber noch immer auf sich warten.............

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