KärntenWanzen sind wieder auf dem Vormarsch

Nach Nächtigungsverbot in der „Klagenfurter Hütte“ nach Wanzenbefall, melden Schädlingsbekämpfer Anstieg der Blutsauger. Die Bettwanze ist generell im Vormarsch: Auch in Hotels.

© APA
 

Im April dieses Jahres sind bei Wanderern, die auf der „Klagenfurter Hütte“ in Kärnten geschlafen haben, die ersten Wanzenstiche aufgetreten. Seitdem hat man versucht, die Bettwanzen aus der Hütte in den Karawanken zu vertreiben. Ohne Erfolg. „Jetzt bleibt nur der Weg, im Nächtigungsbereich im ersten Stock alle Bretter von Decke, Wänden und Böden herauszunehmen und intensiv zu begasen“, sagt Karl Selden, Vorsitzender der Sektion Klagenfurt des Alpenvereines, die Besitzer der Hütte ist.

100.000 Euro will man investieren und erst im kommenden Frühjahr wird man wieder in der Hütte übernachten können. „Das Tagesgeschäft ist davon aber nicht betroffen“, sagt Selden.

Für den Österreichischen Alpenverein ist die Bettwanze kein alpines Problem. Karl Selden sprach davon, dass bis zu 20 Prozent der Hütten von Bettwanzen befallen seien. „Das ist überzogen und entspricht nicht der Realität“, sagt Peter Kapelari, Hüttenreferent des Österreichischen Alpenvereines. Er kenne sechs Fälle in Deutschland, Österreich und Südtirol. „Und in fünf Fällen war die Bekämpfung sehr erfolgreich“, sagt Kapelari.

"Es wird darüber nicht gerne geredet"

Die Sektion „München und Oberland“ des Deutschen Alpenvereines hat gerade erst in der Falkenhütte im Karwendel die Bettwanzen erfolgreich vertrieben. „Über das Problem wird nicht gerne geredet“, sagt Tanja Heidtmann, stellvertretende Geschäftsführerin der Sektion. Im Karwendel habe man die ganze Hütte verhüllt und mit Gas behandelt. Eines ist aber klar, die Bettwanze ist im Vormarsch. „Wir verzeichnen einen großen Anstieg an Fällen in Kärnten“, sagt Franz Lamprecht, Geschäftsführer der Klagenfurter Schädlingsbekämpfungsfirma Agil – und zwar überall dort, wo viele Gäste sind. Natürlich reise die Wanze auch im Rucksack. „Ich kenne aber Fälle von Luxushotels in New York und Zürich“, sagt Heidtmann. Daher müsse man über das Problem offen reden.

Die Falkenhütte im Karwendel wurde gerade eben erfolgreich von Bettwanzen befreit: Die ganze Hütte wurde dafür verhüllt
Die Falkenhütte im Karwendel wurde gerade eben erfolgreich von Bettwanzen befreit: Die ganze Hütte wurde dafür verhüllt Foto © Privat

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USExPat
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100.000 Euro?

Ich hatte in einer Immobilie (in den USA) Wanzen. Exterminator angerufen, der hat das Haus (400m2) in ein Zelt gepackt und mit Vikane (glaube das war der Name des Gases) vollgepumpt. Wanzen tot - preis $4.600
Warum muss man alles zerlegen? Das Gas kommt in jede Ritze des Hauses.

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wollanig
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wurde bei der Falkenhütte im Karwendel

ja erfolgreich angewendet. Warum bei uns nicht, ist tatsächlich nicht nachvollziehbar. Ist in den USA die gängigste und erfolgreichste Methode.

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Momi60
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!

Aha, Einwanderer...

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