Im Großraum Villach standen tausende Autofahrer auf der Tauernautobahn (A10), auf der Südautobahn (A2), auf der Karawankenautobahn (A11) und auf der Drautalstraße (B100) in Megastaus. Ausgelöst wurde der Verkehrsinfarkt kurz vor 12 Uhr Mittag. Der Lenker eines zum Camper umgebauten Kastenwagens - ein 38-jähriger Unternehmer aus Wien - war auf der Tauernautobahn durch den Oswaldibergtunnel bei Villach in Richtung Spittal unterwegs. Plötzlich quoll aus dem Fahrzeug dichter Rauch. Dem Urlauber gelang es, den Kastenwagen in eine Tunnelnische zu lenken und abzustellen. Seine Löschversuche mit einem Handfeuerlöscher schlugen fehl.

© KK/Hauptfeuerwache Villach
© KK/Hauptfeuerwache Villach

Über das dichte Asfinag-Tunnelüberwachungssystem wurde der Oswaldibergtunnel, der 4307 Meter lang und somit der zweitlängste zweiröhrige Tunnel Kärntens ist, sofort gesperrt und die Feuerwehr alarmiert.Den Einsatzkräften gelang es mit schwerem Atemschutz, den Brand zu löschen. Von Beamten der Autobahnpolizei Villach wurden etwa 200 zu dieser Zeit im Tunnel befindlichen Fahrzeuge über einen Querschlag in die Gegentunnelröhre geleitetet, damit sie den Gefahrenbereich verlassen konnten. Verletzt wurde niemand. Der Camper wurde komplett zerstört.Beide Röhren wurden wegen des Löscheinsatzes für den gesamten Verkehr gesperrt. Binnen kürzester Zeit bildeten sich durch den Urlauberverkehr in beide Richtungen kilometerlange Staus. Nach Abschluss der Bergearbeiten durch die Feuerwehr konnte die Polizei die Tunnelröhre in Fahrtrichtung Villach gegen 13.10 Uhr und die Röhre in Fahrtrichtung Salzburg gegen 14.45 Uhr wieder für den Verkehr freigeben. Die Megastaus lösten sich nur langsam auf.

"In den letzten Jahren wurde der Oswaldibergtunnel massiv umgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Durch viele gemeinsame Übungen mit der Asfinag und den zuständigen Portalfeuerwehren konnten wir unsere Einsatz- und Alarmpläne auf solche Situationen abstimmen", erläutert Hauptbrandinspektor Harald Geissler, Kommandant der Hauptfeuerwache Villach.

Im Einsatz standen die Hauptfeuerwache Villach sowie die Freiwilligen Feuerwehren Töplitsch, Drobollach, Vassach und Gödersdorf mit rund 120 Leuten und 19 Fahrzeugen. Auch Beamte der Autobahnpolizei Villach und Bedienstete der Asfinag waren vor Ort.