KärntenSkandal-Zahnarzt: Ein Ex-Richter hat Erklärungsbedarf

Patientenanwältin wird mit neuen Beschwerden bombardiert. Offen ist die Frage, warum es bisher keine Konsequenzen gab.

In der Affäre um Zahnarzt gibt es bohrende Fragen an Ex-Richter
In der Affäre um Zahnarzt gibt es bohrende Fragen an Ex-Richter © dpa/dpaweb
 

Haarsträubende Praktiken – behandlungs- wie abrechnungstechnisch – drangen aus der Praxis eines Kärntner Zahnarztes an die Öffentlichkeit. Haarsträubend erscheint aber auch, dass jener uneingeschränkt weiterarbeitet. Die Kärntner Gebietskrankenkasse wie auch die BVA, die Versicherung der öffentlich Bediensteten, schafften es bislang nicht einmal, ihre Verträge mit dem Arzt zu kündigen. Was nicht an ihnen liegt, sondern an der nach dem Einspruch des Betroffenen eingeschalteten Landesschiedskommission der Sozialversicherungen, die nach über eineinhalb Jahren noch immer keine Entscheidung traf.

Jetzt steht deren Vorsitzender im Visier. Es handelt sich um einen pensionierten Richter, der peinlichen Fragen nach einer Befangenheit ausgesetzt ist. Der Grund: Er war, wie das Landesgericht bestätigte, ein Kollege der Frau des Zahnarztes, die ebenfalls im Justizdienst tätig ist. Die beiden seien wiederholt gemeinsam tätig gewesen.

Die Kleine Zeitung bat den Ex-Richter schriftlich um eine Stellungnahme, um die im Raum stehenden Fragen zu klären. Er antwortete nicht.

Bei Patientenanwältin Angelika Schiwek haben sich unterdessen 16 weitere Patienten mit Beschwerden gemeldet, mit sieben wird es Termine geben. Die Zahl von Opfern mutmaßlich unredlicher Abrechnungspraktiken bzw. von Kunstfehlern liegt nunmehr bei rund 30. Klagen über den Mann habe es immer wieder gegeben, so Schiwek, verstärkt traten sie ab 2010 auf. Schiwek kündigte an, ein Dossier über die Beschwerden gegen den Zahnarzt zusammenzustellen und der Zahnärztekammer zu übermitteln. Diesem werden auch zahlreiche Gutachten mit eindeutiger Aussage beigelegt sein.

Keine Auskunft gab es bislang von der Staatsanwaltschaft Graz über den Stand der Ermittlungen nach einer Anzeige wegen Betrugs. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Aus medien- und anderen rechtlichen Gründen darf der Name des Zahnarztes nicht veröffentlicht werden.

Kommentare (2)

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Momi60
0
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WARUM BITTE

gehen Patienten ein zweitesmal dorthin.... zu so einem "Zahnarzt"? Die haben ja wohl ein eigenes Hirn!?!?

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cockpit
0
5
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könnte man nicht verhindern, dass zukünftige patientInnen

vor schaden bewahrt werden?

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