Kärnten"Es ist zum Glück nicht so schlimm wie im Vorjahr"

Viele Obst- und Weinbauern haben eine schlaflose Nacht hinter sich. Sie bekämpften den Frost mit Strohfeuern und Kerzen. In den Obst- und Weinanbaugebieten sanken die Temperaturen auf bis zu minus fünf Grad.

In der Nacht zündete Alexander Egger auf seinem Weinberg in Wernberg
In der Nacht zündete Alexander Egger auf seinem Weinberg in Wernberg Paraffinkerzen an, um den Frost zu bekämpfen © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Die Prognosen der Meteorologen sind in der Nacht auf Freitag leider eingetroffen. Überall in Kärnten ist es sehr frostig geworden. In den Obst- und Weinanbaugebieten lagen die Tiefstwerte im Bereich von minus vier bis minus fünf Grad, sagt Martin Ortner von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Damit waren natürlich die Blüten und Triebe in den Wein- und Obstanbaugebieten in großer Gefahr. Viele Landwirte kämpften mit Räuchern (Anzünden von Strohballen) oder Paraffinkerzen gegen den Frost.

Eine schlaflose Nacht

"Wir haben 200 Rauchhäufl angezündet", berichtet Hans Gritsch vulgo Lenzbauer. Er schützte damit seine Obst- und Weingärten im Lavanttal. "Es war grenzwertig. Ich glaube, im Obstgarten ist es uns teilweise gelungen, den Frost einzudämmen", sagt Gritsch. Trotzdem waren bei einigen Bäumen die Blüten auf der kälteren Nordseite braun, aber auf der Südseite sind sie weiß geblieben. Eines ist für ihn sicher: "Wenn wir nichts getan hätten, wäre alles hin gewesen." Jetzt kann er sagen: "So schlimm wie im Vorjahr waren die Frostschäden heuer nicht." 2016 betrug der Schaden für ihn um die 50.000 Euro. Ob es in seinem Weingarten Schäden gegeben hat, kann er noch nicht sagen. Aber auch hier gilt: Es hätte viel schlimmer ausgehen können.

Alexander Egger hat in seinem Weingarten in Wernberg mit Paraffinkerzen gegen den Frost angekämpft. Geschlafen haben er und seine Mitarbeiter keine Minute. "Aber es hat gewirkt. Wir konnten zwei Grad abfangen und so die Schäden minimieren", sagt Egger. "Die Schäden, die man jetzt sieht, dürften schon von den Nächten davor stammen." Wie sein Kollege im Lavanttal sagt auch Egger: "Es ist nicht so schlimm wie im Vorjahr." In Anspielung auf seine Paraffinkerzen meint er: "Es war ein teures Candlelightdinner. Aber es hat sich ausgezahlt."

 

Kärnten: Bauern kämpfen gegen den Frost

Seit der Nacht bekämpfen die Bauern den Frost mit Strohfeuern und Kerzen.

KLZ/Helmuth Weichselbraun

In den Obst- und Weinanbaugebieten sanken die Temperaturen auf bis zu minus fünf Grad.

KLZ/Helmuth Weichselbraun

Weinberg Sternberg Egger

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Obstbau Kainz in Gemmersdorf bei St. Andrä im Lavanttal

Georg Bachhiesl
Georg Bachhiesl
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Gritsch Hans vulgo Lenzbauer in Wimpasing bei St. Andrä im Lavanttal

Georg Bachhiesl
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Auch in Gaimberg in Osttirol schlug der Frost zu.

KK/Kalser
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Tiefstwerte

Der Tiefstwert in den Kärntner Tallagen wurde am Freitagmorgen in Weitensfeld mit -8 Grad gemessen. Am mildesten war es im Mölltal. In Obervellach hatte es "nur" -3 Grad. "Da hat der länger anhaltende Nordwind ein stärkeres Absinken der Temperaturen verhindert", sagt Ortner. Weitere Temperaturen: Klagenfurt -3,8 Grad, St. Andrä -4,6 Grad, St. Veit -4,8 Grad, Hermagor -6,7 Grad.

Video vom Obstbau Kainz in Gemmersdorf (Georg Bachhiesl)

Prognose

Laut Meteorologen haben wir in Kärnten jetzt den Höhepunkt der Frosttage überschritten. "In der Höhe wird es am Freitag im Lauf des Tages schon milder", verspricht Ortner. Völlige Entwarnung kann er aber noch nicht geben: "Nach einer Nacht mit nur geringer Bewölkung ist auch am Samstag in der Früh noch verbreitet mit leichten Morgenfrost zu rechnen."

Kommentare (1)

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Reipsi
0
1
Lesenswert?

Arme Bauern

ich fühle mit Ihnen .

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