KärntenFrostgefahr! Land erlaubt Räuchern doch noch

Landesregierung unterschreibt Ausnahme von Verbrennungsverbot. Jetzt dürfen die Kärntner Obst- und Weinbauern ihre Anlagen durch Heizen schützen.

Weinberg Sternberg Egger Alexander Frostschutz Kerzen
Alexander Egger schützt seinen Weingarten mit Paraffinkerzen © Helmuth Weichselbraun
 

Im Vorjahr reichten ein paar kalte Tage im April, um die Wein- und Obsternte in Kärnten schwer zu schädigen. Heuer geht bei den Bauern wieder die Angst vor dem Frost um. Durch das Räuchern, das Abbrennen von Stroh und anderem Material, kann man Auswirkungen des Frosts in Anbaugebieten mildern. Aber das Kärntner Luftreinhaltegesetz verbietet das.

Der Weinbauverband hat bereits am 24. März in einem Schreiben an Landeshauptmann Peter Kaiser und Landesrat Rolf Holub um eine Ausnahme vom Verbrennungsverbot gebeten. Zumal das in Weinbauländern wie Steiermark, Burgenland und Niederösterreich verbreitet ist. Am Mittwoch war man im Büro von Holub noch zurückhaltend.

Am Donnerstag aber haben Kaiser, Holub und Agrarreferent Christian Benger doch noch eine zeitlich befristete Ausnahmeverordnung unterschrieben. „Es geht um viel mehr als um Obst, es geht darum, Existenzen, Familien zu schützen“, begründeten Kaiser, Benger und Holub. Betroffene müssen das Abbrennen von biogenen Stoffen aber vorher bei der Gemeinde melden.

Vor allem Weinbauern haben mittlerweile zur Selbsthilfe gegriffen. „Wir haben gemeinsam mit Kollegen in Deutschland sechs Paletten französischer Paraffinkerzen bestellt, die wir in unserem Weingarten anzünden werden“, sagt Alexander Egger aus Wernberg. „Pro Hektar braucht man 200 bis 250 Kerzen. Das hebt die Temperatur um zwei Grad.“ Jetzt hält er noch einmal Nachtwache, um das Schlimmste zu verhindern. Aber schon in der Nacht zuvor hatte es minus fünf Grad. „Die Junganlage wurde schon beschädigt“, sagt Egger.

Kommentare (1)

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gintonicmiteis
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Unsere träge, weltfremde, selbstgefällige Politik...

Für Kaiser, Holub und Benger kommt das Geld halt irgendwie jeden Monat auf ihr Konto - woher, ist ihnen egal...
Dass andere Menschen dieses Geld zuvor mit harter Arbeit verdient haben, und diese harte Arbeit innerhalb von Stunden durch Wetterextreme zerstört werden kann, verstehen diese Langzeit-Berufspolitiker halt nicht.
Aber gut, dass sie zumindest hier mal (späte) Einsicht gezeigt haben, denn das Heizen zahlen die Bauern ja eh selbst - einen Totalverlust müsste erst wieder der Steuerzahler ausgleichen.

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