Serie AufgeschlossenSchloss Silberegg wurde vom Keller bis zum Dach saniert

Hermann Fleischhacker schuf im historischen Gebäude in der Gemeinde Kappel am Krappfeld nicht nur Wohnraum für seine eigene Familie. Auf 400 Quadratmetern finden sich im zweiten Stock auch sechs Wohnungen.

Hermann Fleischhacker mit Sohn Bernhard im roten Salon © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Zwei Kerzenständer schmücken den alten, dunklen Holztresor, der als Hingucker in der Vorhalle der Beletage platziert ist. "Früher wurden darin alle Schlüssel des Gutes aufbewahrt", sagt Hermann Fleischhacker, Herr auf Schloss Silberegg in der Gemeinde Kappel am Krappfeld, Bezirk St. Veit an der Glan. Zu dem damals rund 1200 Hektar großen Anwesen gehörte auch ein Brauhaus. "Das Silberbräu war bis zum Jahr 1929 Kärntens größte Brauerei", sagt der 53-Jährige. Bier wird heute noch im Schloss ausgeschenkt, wenngleich der Gerstensaft nicht mehr in Kärnten gebraut wird. Familie Kürbisch bewirtschaftet seit dem Jahr 1996 im Erdgeschoß die Schlossstub’n. In der Gaststätte wird so manch ein runder Geburtstag gefeiert und die Mitglieder des Männerbundes der Schlaraffen treffen einander einmal pro Woche im großen Saal. Der Raum wurde 2009 adaptiert und glich davor einer Rumpelkammer.

Als der gebürtige Frauensteiner das Schloss mit seinen rund 1200 Quadratmetern im Jahr 1996 erworben hat, war es in einem schlechten Zustand: "Das Gebäude musste buchstäblich vom Keller bis zum Dach renoviert werden", sagt der Geschäftsführer des St. Veiter Unternehmens "Solaris". Vor allem die Erneuerung des undichten Daches war eine große Herausforderung. Die Steinschindeln wurden entfernt und durch Dachziegel ersetzt. Insgesamt fünf Jahre hat die Sanierung an und im Haus in Anspruch genommen. Geschichte ist auch die Ölheizung, die pro Saison 15.000 Liter Öl verschlungen hat. "Wichtig für so ein Haus ist leistbares Heizen", sagt der vierfache Familienvater. Ein Solar- und Biomasseheizwerk wurde 2001 eingebaut. 300 Kubikmeter Hackschnitzel werden pro Saison benötigt. Damit wird auch das angrenzende Moarhaus geheizt. Früher wurde dieses Gebäude vom Betriebsleiter und den Mitarbeitern bewohnt, heute verfügt es über elf Wohneinheiten.

Serie Aufgeschlossen: Rundgang auf Schloss Silberegg

Schloss Silberegg wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet.

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Schlossherr Hermann Fleischhacker mit Sohn Bernhard (12) im roten Salon der Beletage.

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Das Esszimmer ist im Biedermeier-Stil gehalten. Im Tabernakel (rechts) wird der Schokoladevorrat verwahrt.

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Das Wohnzimmer ist in einem zarten Rosa gehalten.

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Die Vorhalle der Beletage mit barockem Stuck.

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Österlicher Schmuck in der Vorhalle

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Im zweiten Stock gibt es auf rund 400 Quadratmetern sechs Wohneinheiten.

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Das Erdgeschoß hat eine Kärntner Querlaube.

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Der große Saal in der Schlossstub'n. Das Lokal wird seit 1996 von Familie Kürbisch geführt.

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Geheizt wird mit Biomasse ...

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... sowie mit Solarenergie.

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Eine alte Ansicht des Gutes mit der Brauerei, die im Jahr 1929 geschlossen wurde.

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Doch zurück in die Beletage. Marmor, Messing und verschiedene Hölzer sind in den Schreibtisch und den dazu gehörigen Kommoden im roten Salon eingearbeitet. Dieses Ensemble entlockt dem Betrachter unweigerlich ein bewunderndes Oh. Nicht zuletzt, weil die Möbel mit dem gleichfarbigen Tafelparkett um die Wette eifern. Das alte Gabeltelefon ist sogar noch funktionstüchtig. "Wir haben es aber nicht oft in Verwendung, weil die Qualität doch nicht mehr so gut ist", sagt Fleischhacker und bittet in den nächsten Raum. Die Wände des Esszimmers sind in einem zarten Hellblau gehalten. Hier sitzt die Familie am Muttertag zusammen. "Eine Glasvitrine, ein Bücherschrank, ein Tabernakel und eine Kommode sind ein Muss in jedem Biedermeiersalon", sagt der Installateurmeister und gibt preis, welch süßes Geheimnis der Tabernakel birgt. Der Schokoladevorrat ist dort mehr oder weniger sicher verwahrt. Auf der anderen Seite der Vorhalle befindet sich das in Rosa gehaltene Wohnzimmer. Dort steht das Klavier, auf dem Fleischhackers zwölfjähriger Sohn Bernhard gekonnt das Stück "Für Elise" von Ludwig van Beethoven zum Besten gibt.

 

DenkMal

Schloss Silberegg befindet sich am Südrand der gleichnamigen Ortschaft in der Gemeinde Kappel am Krappfeld im Bezirk St. Veit an der Glan. Das Schloss wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet. Erbauer dürfte Bernhard Khulmer zum Rosenbichl gewesen sein. Schloss Silberegg ist hufeisenförmig angelegt und hat drei Geschoße. Zwei der ursprünglich drei Türme sind noch erhalten. Der Nordwestturm dient seit dem 19. Jahrhundert als Uhrturm. Der schachbrettartige Steinboden in der Vorhalle der Beletage stammt aus dem 18. Jahrhundert, an der Decke ist barocker Stuck zu sehen. Der Eingangsbereich ist eine Kärntner Querlaube. Unter einem Turm befindet sich ein Verlies, im Keller gibt es eine trockengelegte Zisterne.

Quelle: Hermann Fleischhacker; www.burgen-austria.com

Sechs Wohneinheiten zählt das rund 400 Quadratmeter große zweite Stockwerk. "Das Schloss wurde nicht nur saniert, sondern auch revitalisiert. Hier wurde eine schöne Wohngegend geschaffen. Sie ist eine Bereicherung für den Ort", sagt Fleischhacker, der nicht müde wird, altem Gemäuer neues Leben einzuhauchen. Im Jahr 2009 erwarb er Schloss Stadlhof in St. Donat in der Stadtgemeinde St. Veit. Das Barockschloss war zum damaligen Zeitpunkt alles andere als gut in Schuss. "Es war eine Mischung aus Ruine und Rohbau", sagt Fleischhacker. Nachdem Schloss Stadlhof in neuem Glanz erstrahlt, steht das nächste historische Projekt mit 1000 Quadratmeter Wohnfläche vor der Vertragsunterzeichnung. Und was kommt danach? "Danach ist Schluss", sagt Fleischhacker mit einem Lächeln. Doch wie heißt es so schön: Sag niemals nie.

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