AlpinismusDer König der 8000er

Im Alpinismus ist Kurt Diemberger eine Legende: Der gebürtige Kärntner, der 85 wurde, ist einer von nur zwei Menschen, die zwei 8000er erstbestiegen.

So sehen Pioniere aus: Kurt Diemberger
So sehen Pioniere aus: Kurt Diemberger © KK/ PRIVAT
 

Wenn die Götter ihren Sitz in den Bergen haben, war Kurt Diemberger ihnen so nah wie kein anderer. Der gebürtige Villacher ist der einzige Mensch – neben dem 1957 auf der Chogolisa verstorbenen Hermann Buhl – der zwei 8000er erstbestiegen hat: 1957 den 8051 Meter hohen Karakorum-Riesen Broad Peak und 1960 den in Nepal gelegenen 8167-Meter-Koloss Dhaulagiri. Am 16. März wurde Diemberger 85.

Der Weg der Götter

Das Gehen ist für Diemberger, der abwechselnd in Salzburg und in der Nähe von Bologna lebt, noch immer Lebensbeschäftigung: „Über die Bergkette bei Bologna führt ein uralter Weg. Dort bin ich gerne unterwegs. Der Pilgerweg heißt Via degli Dei, der Weg der Götter.“ Diemberger wurde in Villach geboren, verbrachte dort seine Volksschulzeit, studierte in Wien an der Schule für Welthandel Betriebswirtschaft. Mit dem erstmaligen Durchstieg der als Schaumrolle bezeichneten Gipfelwechte an der Königspitzen-Nordwand gelang ihm am 22. September 1956 gemeinsam mit Herbert Knapp und Hannes Unterweger eine alpinistische Großtat.  All die Bergerfahrungen, die guten wie die schlechten, schreibt Diemberger jetzt in einem neuen Buch nieder. Es wird den bezeichnenden Titel „Das Quantum Glück“ tragen. „Glück braucht man, sonst wäre ich schon lange tot“, sagt Diemberger. Auf seiner Habenseite des Glücks stehen die Erfolge auf den 8000ern und natürlich seine filmischen Leistungen mit seiner damaligen Seilpartnerin Julie Tullis. 1981 wurde dem Kärntner ein Emmy für die Dokumentation „Everest Ostwand“ verliehen. „Als wir am 4. August 1986 auf dem K2 standen und uns umarmten, waren wir glücklich. Wir wussten nur nicht, dass das andere Glück, am Leben zu sein, nicht mehr lange dauern würde“, wenn Diemberger heute darüber spricht, merkt man wie tief der Schmerz über den Verlust von Juli Tullis heute noch sitzt. Die britische Bergsteigerin starb am K2 an Erschöpfung.
Die Abwesenheit des Glücks spürte Diemberger auch 1957 auf der 7668 Meter hohen Chogolisa, wo der Tiroler Hermann Buhl verunglückte: „Im Sturm ist der Hermann hinaus auf eine Wechte, die unter seinem Gewicht brach.“ Der Kärntner überlebte: „Das Glücklichsein hat eben zwei Bedeutungen.“ Denn eines, so Diemberger, dürfe man nie vergessen: „Die Berge sind keine große Kletterhalle.“ Und wenn er einmal in sein Häuschen am Ossiacher See fährt, zieht es ihn auch hier in die Berge: „Auf Dobratsch und Gerlitzen bin ich gerne.“

Land der Berge

Im TV wird der 85. Geburstag von Kurt Diemberger mit einer "Land der Berge"-Doku gewürdigt. Es ist nicht der erste Film, den Lutz Maurer, Erfinder der ORF-Sendereihe „Land der Berge“, über Kurt Diemberger macht. „1984 haben wir ihn kennengelernt“, sagt Maurer, der anlässlich des 85. Geburtstag von Diemberger wieder eine Dokumentation über die Alpin-Legende drehte. Neben einem Interview mit Diemberger wird in der ORF III-Dokumentation „Der Seiltänzer“ eine Fülle an Archivmaterial gezeigt: „Wir haben das beste Bergarchiv in Mitteleuropa“, sagt Maurer. In seiner Doku zeigt Regisseur Maurer die wichtigen Stationen von Diembergers Bergsteigerleben. In der 262. Sendung von „Land der Berge“ bringt Maurer auch den bereits verstorbenen Alpinisten Andreas Orgler wieder in Erinnerung.

Lutz Maurer
Lutz Maurer Foto © KK

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