Schloss StadlhofNuss, Ahorn und der Duft von Zirbe

Bei der Sanierung von Schloss Stadlhof in St. Donat legte Hermann Fleischhacker großes Augenmerk auf die neuen Böden. Tafelparkett trifft auf St. Veiter Marmor, nur das Schlafzimmer zeigt sich rustikal.

Unternehmer Hermann Fleischhacker erwarb Schloss Stadlhof 2009 © KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Von den frostigen Temperaturen im Freien ist in der Eingangshalle des Schlosses Stadlhof in St. Donat, Gemeinde St. Veit, nichts zu merken. Wohlige Wärme empfängt die Besucher in der weiß gestrichenen Kärntner Querlaube mit Rankenstukkaturen aus dem Jahr 1909. Wärmespender ist eine Fußbodenheizung, die unter dem grün und weißen Boden aus St. Veiter Marmor eingebaut ist. "Als ich das Schloss 2009 erworben habe, war es eine Mischung aus Ruine und Rohbau. Der Boden im Erdgeschoß war einen halben Meter tief ausgehoben", erzählt Eigentümer Hermann Fleischhacker. Die Situation erwies sich aber nicht als Nachteil, hatte es der Chef des St. Veiter Unternehmens "Solaris" doch so leichter, seine Ideen umzusetzen. Dazu gehörte auch die Fußbodenheizung.

Während es über die Holzstiege in den ersten Stock geht, erzählt Fleischhacker, dass er fast ein Selbstversorger ist: Das Wasser bezieht er aus einer eigenen Quelle, Wärme liefert das eigene Biomasse-Heizwerk, das pro Jahr mit 200 Kubikmeter Hackgut befeuert wird. Es gibt auch eine eigene Abwasseranlage. Den Strom soll in Zukunft die Sonne liefern.
"Hier sind wir im Vedutensaal. Die Bilder entstanden um das Jahr 1775", sagt der vierfache Familienvater. Ein Bild zeigt die Karfreitstraße in Klagenfurt, eine anderes den Ort St. Donat, auch Schloss Stadlhof ist auf einer der alten Ansichten zu sehen: Geflochtenes Tafelparkett ziert den Boden. "Auf die Böden lege ich sehr großen Wert", sagt der gebürtige Frauensteiner, der Türen wie auch Böden im Schloss erneuern ließ. Nuss-, Eichen-, und Ahornholz kamen im Vedutensaal zum Einsatz.

 

Serie Aufgeschlossen: Zu Besuch in Schloss Stadlhof

Das Renaissanceschloss Stadlhof in St. Donat, Stadtgemeinde St. Veit, wurde Ende des 18. Jahrhunderts barockisiert.

KLZ/Helmuth Weichselbraun
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Die Fassade wird saniert.

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Die Eingangshalle ist eine Kärntner Querlaube mit historisiernden Rankenstukkaturen.

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Die Bilder im Vedutensaal entstanden um das Jahr 1775.

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Der Schlossherr legte bei den neuen Böden großen Wert auf Qualität. Auf dem Foto ist Tafelparkett zu sehen.

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Im Vedutensaal gab es einst das einzige fließende Wasser im Schloss.

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So sah der heutige Damensalon vor der Restaurierung aus ...

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... und so danach

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Das Badezimmer ist modern eingerichtet.

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Tafelparkett aus Nuss-, Ahorn- und Eichenholz

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Deckenmalerei im künftigen Speisesaal

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Die Küche ist in Weiß gehalten. Das Bild stammt von einem zeitgenössischen Maler.

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Schlossherr Hermann Fleischhacker im Herrenzimmer

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Vier Medaillons mit Putten schmücken die Decke des Herrenzimmers. Sie dürften die vier Jahreszeiten darstellen.

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Das Mezzaningeschoß

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Andrea Kreuzer ist mit ihrer Modeagentur "Kids Fashion" im Erdgeschoß eingemietet.

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Rote Wand, Rokokomalerei – der Damensalon ist ebenfalls eine Augenweide. Fleischhacker hatte in der Person Walter Antowitzers einen kompetenten Restaurator gefunden, der die übertünchten Deckenmalereien originalgetreu restaurierte. Und auch in diesem Raum wetteifert das Parkett mit der Malerei. Ahorn und Nuss wurden hier verarbeitet. Fleischhacker führt seine Gäste in das nächste Zimmer. "Das wird der Speisesaal", sagt der 53-Jährige. Schlicht und elegant zugleich präsentiert sich die angrenzende Küche. Sie ist in Weiß gehalten. Ein farbenfrohes zeitgenössisches Bild bildet den Kontrast.

DenkMal

Schloss Stadlhof wurde im Jahr 1599 erstmals urkundlich genannt. In jenem Jahr ging das Anwesen, das ursprünglich ein Gutshof war, in das Eigentum von Sigmund von Keutschach über. Als dieser 1607 starb, verpfändete der Landeshauptmann Schloss Stadlhof an Adam zu Ratzenegg und Hallegg. Es sollte in der Folge zu zahlreichen Eigentümerwechseln kommen. Das Renaissanceschloss wurde zwischen 1772 und 1780 barockisiert. Dem Hauptbau wurden zwei zurückgesetzte Seitenflügel angefügt, die Fassade wurde neu gestaltet. Der Ausbau dürfte die Handschrift des Architekten Johann Georg Hagenauer tragen.
Quelle: Wikipedia

Ernst Bauer vom Klagenfurter Reisebüro Intempo bietet Schlossführungen an. Kontaktaufnahme: Tel. (0699) 11 05 44 99.

Der Installateurmeister verrät, dass er in Sachen Schloss-Revitalisierung schon Erfahrung hat. Im Alter von 32 Jahren hat er Schloss Silberegg als Beinahe-Ruine gekauft und saniert. Das historische Bauwerk in der Gemeinde Kappel am Krappfeld ist der Wohnsitz der Familie. "Silberegg war mein Lehrlingsstück, Stadlhof mein Meisterwerk", sagt Fleischhacker, der mit einem Augenzwinkern hinzufügt: "Schloss Stadlhof wird mein Alterssitz." Das Badezimmer wäre schon einmal barrierefrei. Und dass es im Schloss einen Lift gibt, sei nur nebenbei erwähnt. "Dieser war aber schon eingebaut", sagt Fleischhacker. Zurück zum Bad: Hier ging der Installateurmeister in seinem Element auf: "Ich wollte es unbedingt modern haben." Der Raum zeigt sich von seiner puristischen Seite, ein Spiegel mit Goldrahmen gibt dem Zimmer das gewisse Etwas. In der Mitte des Raumes befindet sich eine Wanne aus Email. Durch die offene Türe strömt ein vertrauter Duft. Der Hausherr bittet weiter und tatsächlich: Es ist der Duft von Zirbe. Im Schlafzimmer hat der Schlossherr auf Tafelparkett verzichtet und Zirbenbretter verarbeiten lassen. Im Schloss mit seinen 900 Quadratmetern findet sich auch ein Herrenzimmer. Es ist in einem zarten Grün gehalten. Vier Medaillons mit Putten schmücken die Decke. Sie dürften Allegorien für die vier Jahreszeiten sein.

So lebt es sich auf Schloss Stadlhof in St. Donat

Es geht wieder Richtung Erdgeschoß, wo geschäftiges Treiben herrscht. Eine Kindermodenagentur ist dort eingemietet. Vermietet sind auch Wohnungen in den Nebengebäuden. Diese waren heiß begehrt und schnell vergriffen. Und jetzt noch einmal die warme Luft einatmen, bevor es hinaus in den Wintertag geht, der sich noch immer von seiner frostigen Seite zeigt.

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