Skitouren

Werden Tourengeher von Kärntens Pisten verbannt?

Einige Kärntner Skigebiete haben aus Sicherheitsgründen das Skitourengehen entlang der Pisten vorerst verboten. Erfahren Sie, wohin Sie ausweichen können, welche Gebiete geöffnet sind.

Auch Tourengeher müssen sich an Pistenregeln halten. Die Sportler sollten etwa nicht nebeneinander gehen © KK/Pichler
 

Auf den Skipisten wird es zunehmend eng. Da so gut wie kein Naturschnee liegt, weichen viele Skitourengeher derzeit auf die künstlich beschneiten Pisten aus. Aus Sicherheitsgründen haben daher einige Skigebiete das Tourengehen entlang der Pisten vorerst verboten.

Auf der Turracher Höhe wurde – wie berichtet – diese Maßnahme bereits Mitte Dezember ergriffen. Auch auf dem Katschberg, dem Nassfeld und auf dem Goldeck wurde mittlerweile ein Verbot fürs Skitourengehen auf den Pisten ausgesprochen. „Wir haben Tafeln aufgestellt, dass das Skitourengehen derzeit aus Sicherheitsgründen verboten ist“, sagt Kurt Genser vom Nassfeld. Das Verbot werde sofort aufgehoben, wenn im freien Gelände wieder genügend Schnee liegt.

Erlaubt? Verboten?

Kärnten. (Ein Auszug)


Nassfeld.
Derzeit verboten
Goldeck. Derzeit verboten
Katschberg. Derzeit verboten
Turracher Höhe. Derzeit verboten (Ausnahme: Jeden Donnerstag wird von 16.30 bis 21 Uhr die Kornockpiste fürs Tourengehen freigegeben)
Bad Kleinkirchheim. Teilweise erlaubt (Infos bei den Bergbahnen)
Gerlitzen. Erlaubt (ab KlösterleTalstation)
Ankogel und Mölltaler Gletscher. Erlaubt
Heiligenblut. Derzeit erlaubt
Petzen. Derzeit erlaubt (allerdings ist Talabfahrt gesperrt)
Dreiländereck. Tourengehen derzeit nicht möglich

Osttirol. (Ein Auszug)


Hochpustertal.
Derzeit erlaubt
St. Jakob/Defereggental. Derzeit erlaubt
Zetersfeld/Lienz. Derzeit erlaubt

Pisten-Security

Am Katschberg haben die Mitarbeiter der Pisten-Security aus Villach die Tourengeher über die verhängte Sperre informiert. „Gefährlich wird es nämlich vor allem dann, wenn die Sportler nebeneinander oder im Zick-Zack-Stil die Piste bergwärts gehen“, sagt Pisten-Security-Geschäftsführer Manfred Berger. Die Gefahr von Kollisionen zwischen Skifahrern und Tourengehern sei dann besonders groß. Berger ist mit seinen Mitarbeitern auch auf der Gerlitzen im Einsatz. Dort ist das Tourengehen auf einem eigens dafür vorgesehenen Randstreifen ab der Talstation Klösterle möglich. Allerdings gegen Bezahlung. Denn die Gerlitzen hat vor zehn Jahren eine Benützungsgebühr von fünf Euro eingeführt. Berger: „98 Prozent der Tourengeher verstehen das auch.“

"Gefährlich wird es nämlich vor allem dann, wenn die Sportler nebeneinander oder im Zick-Zack-Stil die Piste bergwärts gehen." 

Manfred Berger, Pisten-Security-Geschäftsführer

Winter-Wanderer

Ebenfalls fünf Euro fürs Tourengehen bezahlt man auf der Petzen. Allerdings ist dort wegen Schneemangels die Talabfahrt derzeit überhaupt gesperrt. Am Dreiländereck geht derzeit bis auf den Skischullift gar nichts. Das Skigebiet will daher statt der Skifahrer die sonnenhungrigen Wandergäste anlocken. Die Dreiersesselbahn und das Bergrestaurant haben seit dem Stefanitag für Winter-Wanderer geöffnet.

In Bad Kleinkirchheim ist das Skitourengehen derzeit eingeschränkt möglich. Im Bereich Brunnach geht vorerst nichts, auf der Kaiserburg ist das Tourengehen zu bestimmten Zeiten erlaubt. Die Wintersportler werden gebeten, sich vorab bei den Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen zu informieren, wo und wann das Tourengehen erlaubt ist.

Grünes Licht für Skitourengeher gibt es in Heiligenblut, auf dem Ankogel und dem Mölltaler Gletscher, sowie in den Osttiroler Skigebieten Hochpustertal, St. Jakob im Defereggental und am Zettersfeld in Lienz.

Die Turrach hat sich mittlerweile übrigens eine spezielle Aktion für Tourengeher einfallen lassen. Jeden Donnerstag wird nach Betriebsschluss von 16.30 bis 21 Uhr die Kornockpiste fürs Tourengehen freigegeben. „Wir präparieren die Piste dann einfach danach“, sagt Betriebsleiter Harald Rossmann.

„Verbote sind eigentlich unnötig“

Interview mit Volkmar Pirkopf, Alpinteamleiter beim Alpenverein in Villach.

Was sagen Sie zu den ausgesprochenen Verboten für Skitourengeher in einigen Kärntner Skigebieten?
VOLKMAR PIRKOPF: Aus der Sicht des Alpenvereins würde ich sagen, dass diese Verbote eigentlich unnötig sind. Es wäre viel gescheiter, wenn man ein konfliktfreies Miteinander zwischen Tourengehern und Skifahrern erreichen könnte. Es würde ja reichen, wenn es gewisse Voraussetzungen gibt, die der Tourengeher erfüllen soll, wie das Einhalten der Pistenregeln und Betriebszeiten oder das Gehen am Pistenrand.

Kann man sagen, wie viele Leute in Kärnten regelmäßig mit Tourenskiern unterwegs sind?
PIRKOPF: Nein. Aber wir merken beim Alpenverein, dass der Trend in den vergangenen Jahren ansteigend war. Jedes Jahr entscheiden sich neue Personen, Skitouren zu gehen. Wir haben jedes Jahr neue Anmeldungen. Bei den Kursen lernt man unter anderem, wie die Ausrüstung ausschauen muss oder wie man Lawinenauslösungen vermeidet.

Generell: Sind Tourengeher lieber im freien Gelände unterwegs?
PIRKOPF: Es führt bei vielen dorthin, dass sie im Gelände Touren gehen. Jedoch gibt es viele Freizeittourengeher, die bevorzugen die Abfahrten auf präparierter Piste, weil sie die Skitechnik noch nicht so gut beherrschen. Und die Pisten werden auch zum Training genutzt. Dort kann man schneller und effektiver trainieren.

Hat der Alpenverein derzeit eine Möglichkeit, für Touren irgendwohin auszuweichen?
PIRKOPF: Derzeit schaut es leider überall ziemlich schlecht aus.

CHRISTIANE CANORI

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Unschuldsvermuter
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Tourengehen bedeutet für mich nicht

einen vielbefahrernen Kunstschneestreifen hochzusteigen, sondern mich in der unberuhrten Natur zu sein und Gipfel zu besteigen. Wenn jemand eine präperiete Piste hochsteigt dann kann er auch etwas bezahlen, denn eine Skitageskarte beinhaltet auch mehr als nur die Liftfahrten.

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Strontium
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Das frei Wegerecht

Das Forstgesetz 1975 (§ 33) ermächtigt alle, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten und sich dort aufzuhalten. Erlaubt ist alles, was man unter „Gehen“ verstehen kann, also auch Klettern, Skifahren und Langlaufen.

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rindvieh
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Gehen =

nur mit Schuhwerk (Schuhe, Turnschuhe, Bergschuhe usw.). Alle anderen Hilfsmittel sind nicht erlaubt.

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erstdenkendannsprechen
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ist übrigens auf wege beschränkt,

das sollen sich auch einige ins stammbuch schreiben.
ich verstehe aber nicht, warum jetzt so viele meinen, schitouren gehen zu müssen, wo man ja wandern kann. für mich ist das tourengehen die alternative zum wandern - so lange ich ob der schneelage wandern kann, bleiben die tourenskier im keller. auf schipisten würd ich mich nicht begeben, das interessiert mich nicht.
und wenn tourengeher jetzt aufgrund der schneelage nur auf schipisten herumsteigen können - warum gehen sie dann nicht gleich schifahren?

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amse44pv
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Wie recht Sie haben.

Das sind RICHTIGE ANTWORTEN!!!

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Amadeus005
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Re: Das frei Wegerecht

Es ist viel erlaubt. Aber Hausverstand darf schon eingesetzt werden. - Und eine Straße quert man auch nicht ohne auf den Verkehr zu achten. Wieso darf dann ein Tourengeher queren, wenn er den Schifahrer gar nicht sehen kann?

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