Pro & Kontra

25 unbequeme Fragen zu den Flüchtlingen

Hier ein Versuch, den wichtigsten Fragen zur Asylkrise sachlich auf den Grund zu gehen. Stimmt es, dass...

Zu Tausenden strömen Flüchtlinge über die Grenzen nach Österreich.
Zu Tausenden strömen Flüchtlinge über die Grenzen nach Österreich. © APA
 

... wir von Flüchtlingen überrollt werden?

Jein. Man darf sich von den Bildern aus Nickelsdorf oder Heiligenkreuz nicht gänzlich in die Irre führen lassen. Seit Angela Merkels Verkündung einer Grenzöffnung dürften laut Schätzungen und Berechnungen von Bundesregierung und UNHCR rund 125.000 Flüchtlinge österreichischen Boden betreten haben. Nach Angaben des Innenministeriums haben in den ersten drei Wochen knapp 6900 um Asyl angesucht. Mehr als 111.000 haben das Land wieder verlassen. Zwischen sechs und acht Prozent bleiben aktuell im Land. Von zwölf Flüchtlingen gehen elf nach Deutschland, nur einer bleibt hier.

... nur junge Männer kommen?

Zu einem großen Teil. Schlepper sind teuer, als Erstes wird der losgeschickt, dem man am ehesten zutraut, ans Ziel zu kommen. Nach Schätzungen des Ministeriums sind drei Viertel der Flüchtlinge Männer, mehr als die Hälfte sind 18 bis 34 Jahre alt. Seit Wochen gibt es einen Anstieg bei Familien.

... die große Mehrheit gar keine Syrer sind oder vor Kriegen fliehen, sondern Wirtschaftsflüchtlinge?

Das stimmt so nicht. Im September kamen 80 Prozent der Asylwerber aus Ländern, wo Kriege toben: 36,9 Prozent kamen aus Syrien, 24,8 Prozent aus dem Irak und 20,4 Prozent aus Afghanistan. Flüchtlinge bestätigen aber, dass nicht alle, die sich als Syrer ausgeben, auch aus Syrien kommen.

... noch Millionen kommen werden?

Die längerfristige Perspektive ist völlig unklar. Experten der Regierung gehen davon aus, dass mit Einbruch des Winters die Flüchtlingsströme zurückgehen, aber im Frühjahr wieder anschwellen dürften. Mit 20. September haben 52.400 Personen um Asyl angesucht, bis Jahresende rechnet die Regierung mit 80.000. Auch im kommenden Jahr geht man von 80.000 Asylanträgen aus.

... mit den Massen Krankheiten eingeschleppt werden?

Die Landessanitätsdirektion Kärnten verneint. Unter Hinweis auf das Gesundheitsministerium sagt Elisabeth Oberleitner: „Von Flüchtlingen geht kein erhöhtes Krankheitsrisiko aus. Es gibt kein höheres Risiko als in der heimischen Bevölkerung.“ Fachlich sei es nicht notwendig, dass im Kontakt mit Flüchtlingen Mundschutz getragen werden muss. Für gefährliche Krankheiten gibt es exakte Ablaufpläne: egal ob Flüchtling, Tourist oder Kärntner.

... die Arbeitslosigkeit steigen wird?

Die Effekte in jeder Richtung bleiben sehr klein. Das Wifo hat bei 40.000 zusätzlichen Personen am Arbeitsmarkt mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit von 0,023 Prozent gerechnet. Wie für Österreicher gilt: Ältere und schlecht Ausgebildete sind besonders gefährdet. In Kärnten sind derzeit laut AMS 380 Personen mit Asylstatut als arbeitslos gemeldet (gesamt sind in Kärnten 23.800 Leute ohne Arbeit). Das Wichtigste zu Beginn sind Deutschkurse.

... vor allem gut ausgebildete Menschen kommen?

Noch liegen wenige valide Daten vor. Zumindest zeichnet sich laut AMS aber ab, dass die syrischen Flüchtlinge besser qualifiziert sind als jene aus Afghanistan und Pakistan. Die meisten Syrer verfügen zumindest über eine sechs- oder siebenjährige Schulausbildung, viele auch über weiterführende Qualifikationen. Ob tatsächlich nur die Mittelklasse, wie allgemein kolportiert, nach Europa geflohen ist, während die unteren Schichten in den Flüchtlingslagern in der Türkei, im Libanon oder Jordanien geblieben sind, ist noch nicht ganz klar.

... in Österreich bald der Islam herrscht?

Die Muslime sind die am stärksten wachsende Religionsgemeinschaft in Österreich. Aktuell leben 574.000 Muslime in Österreich – sieben Prozent der Bevölkerung. Laut Uni Wien ist das ein Anstieg von 69 Prozent gegenüber 2001. Es gibt
Berechnungsmodelle, die einen Anstieg bis 2051 auf 26 Prozent vorhersagen. Laut Akademie der Wissenschaften sind 14 bis 20 Prozent realistisch.
Die seit 1971 (78 Prozent) auf 44 Prozent geschrumpfte katholische Mehrheit wird bis dahin bei 33 Prozent liegen.

... alle, die bei uns in Österreich Asyl beantragen, im Land bleiben dürfen?

Judith Welz (Forschungsgruppe Politics of Inclusion and Exclusion, Uni Wien) hat die Daten bis zurück ins Jahr 1995 analysiert: Die Zahl der Abschiebungen geht zurück, weil insgesamt immer weniger Flüchtlinge die „Festung Europa“ erreichen. Viele werden jedoch im Zuge des Dublin-Verfahrens in jenes EU-Land an Europas Außengrenze überstellt, in dem sie zum ersten Mal einen Asylantrag gestellt haben. 2014 gab es 1619 Abschiebungen (nur zehn Prozent davon sind abgelehnte Asylwerber), 1327 Dublin-Überstellungen (Asylwerber) und rund 3000 freiwillige Ausreisen. Im Jahr 2013 wurden 63 Prozent jener 14.604 Menschen, denen eine Ausweisung drohte und von denen 71 Prozent Asylwerber waren, nicht abgeschoben. Der Grund: Die Länder weigern sich, die Betroffenen aufzunehmen, die Betroffenen sind zu krank, um abgeschoben zu werden oder sie leisten Widerstand.

... auch IS-Krieger ins Land sickern?

Die Antwort der Anti-Terror-Experten im Innenministerium ist eine überraschende: eher nein! IS-Krieger würden sich einem viel zu hohen Risiko aussetzen, wenn sie sich unter die Flüchtlinge mischen. Die Flüchtlinge werden im Laufe des Exodus von der Türkei und Griechenland quer über die Balkanländer bis nach Österreich und Deutschland doch fallweise kontrolliert und registriert. Auch liefen sie Gefahr, von Landsleuten erkannt zu werden. Einer solchen Gefahr würde sich ein IS-Terrorist nie aussetzen, so die Einschätzung eines hochrangigen Experten.

... sich mit der Betreuung von Flüchtlingen gutes Geld verdienen lässt?

Reich wird man nicht, aber für die Unterbringung von Flüchtlingen gibt es Geld. Bei Vollversorgung (drei Mahlzeiten/Tag) erhält der Quartiergeber 19 Euro pro Tag, Bund und Land zahlen. Bei teilweiser Selbstversorgung bekommen sie auch 19 Euro/Tag, müssen aber 110 Euro/Monat an die Asylwerber für die Selbstverpflegung weitergeben. In beiden Fällen erhalten die Asylwerber zusätzlich 40 Euro/Monat Taschengeld. Bei völliger Selbstversorgung bekommt der Quartiergeber 12 Euro pro Tag, die Asylwerber 150 Euro/Monat. Private Quartiergeber können Miete in beliebiger Höhe verlangen, der Asylwerber bekommt vom Staat einen Zuschuss von 120 Euro/Monat (Familie: 240 Euro). In Kärnten betreuen das Land und nun auch die Caritas die meisten Unterkünfte. In den Bundesquartieren in Krumpendorf und Krumfelden ist die Schweizer ORS-Gesellschaft aktiv.

... die Flüchtlinge teure Smartphones besitzen und Gratis-Internet bekommen?

Die meisten Flüchtlinge besitzen ein Mobiltelefon. Dass sie „gleich hinter der Grenze ein neues iPhone geschenkt bekommen, ist aber absoluter Humbug“, heißt es bei A1. Was aber stimmt, ist, dass die drei großen heimischen Mobilfunkanbieter (A1, T-Mobile, „3“) „eine große Menge“ kostenfreie SIM-Karten, meist mit einem kleinen Startguthaben, an Hilfsorganisationen wie Caritas oder Rotes Kreuz ausgegeben haben. T-Mobile stellt zudem Caritas-Wohnstätten für Asylsuchende „einige Hundert“ Internetzugänge mit WLAN unentgeltlich zu Verfügung. Betreuer wissen: Flüchtlinge geben das monatliche Taschengeld von 40 Euro vielfach fürs Telefonieren aus.
Die Mobiltelefone selbst bringen die Flüchtlinge mit. Sie sind zu einem wichtigen Utensil auf der Flucht geworden, um Kontakt mit der Familie oder Schleppern zu halten, sich untereinander vor Kontrollen zu warnen oder Fluchttipps zu geben. Apps dienen als Navigationshilfe am Fluchtweg, als Übersetzungshilfe, um sich mit Einheimischen oder Behörden zu verständigen oder einfach nur als (letztes) Erinnerungsfotoarchiv aus der alten Heimat.
Die Smartphones sind selten teure Premiummodelle, sondern optisch gleiche, aber technisch „abgespeckte“ Varianten. Im arabischen Raum, in China und Brasilien finden sie reißenden Absatz. So gab es in Syrien schon 2009 bei 20 Millionen Einwohnern 12 Millionen Handys. Apple schickte von den Kunden in den USA gegen neue Modelle eingetauschte Althandys in den Nahen Osten. Diese wurden während des Arabischen Frühlings zur Lebensader des Protests, weil Festnetze überwacht oder zerstört wurden.

... die Flüchtlinge Züge und Parkanlagen verunstalten?

„Vandalismus-ähnliche Zustände gibt es grundsätzlich nicht“, sagt ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Zusätzliche Reinigungsmaßnahmen seien notwendig, weil die Züge „einfach intensiv und für lange Reisen genutzt werden“. Zudem kommen Geruchs- und – wie auch bei Routinereinigungen – Desinfektionsmittel zum Einsatz.
Hilde Gaggl, die Bürgermeisterin von Krumpendorf, wo die Zeltstadt für Flüchtlinge steht und die Gemeinde in den Parks zusätzliche Plätze für die Flüchtlinge gerichtet hat, sagt: „Natürlich liegen manchmal Flaschen und Papier herum, vor allem wenn es Neuankünfte gibt. Leute regen sich auch darüber auf. Wichtig ist es, die Flüchtlinge über unsere Gepflogenheiten zu informieren. Danach funktioniert es sehr gut. Sie bemühen sich sehr.“

... Polizei und Bundesheer keine Handhabe haben, wenn sich Flüchtlinge Kontrollen widersetzen?

Rechtlich ist die rechtswidrige Einreise kein Straf-, sondern ein Verwaltungsdelikt. Vonseiten der Polizei heißt es: „Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit und der Menschlichkeit ist eine Gewaltanwendung nicht angemessen, hier geht es vor allem auch um Frauen, Kinder, Kranke. Von ihnen geht ja keine Gefahr aus.“
Bei den Polizeikontrollen werden die Daten der Menschen aufgenommen. Jene ohne Schengen-Visum werden abgewiesen oder in Sammelstellen weitergeleitet, wenn sie einen Asylantrag stellen wollen. Nach Ungarn wird wegen der dortigen Verhältnisse niemand zurückgeschickt. Fingerabdrücke werden erst später, in Zusammenhang mit dem Asylantrag, abgenommen. Schon davor verschwinden viele der Flüchtlinge wieder aus der Obhut und reisen selbstständig weiter. Andere, die mit den offiziellen Transporten nach Deutschland weiterreisen wollen, werden nach Salzburg oder Passau eskortiert.
Wenn Soldaten verdächtige Personen anhalten, werden sie der Polizei übergeben. Waffen werden keine eingesetzt. Bei den Grenzkontrollen gibt es auch in Kärnten die Zusammenarbeit von Bundesheer (Berufs- und Zeitsoldaten) und Polizei. 400 Kärntner Soldaten sind zudem in anderen Bundesländern eingesetzt.

... Recht und Ordnung außer Kraft gesetzt sind?

Ja. Das Schengen-Abkommen sieht keine Grenzkontrollen zwischen EU-Mitgliedsländern vor, diese finden jedoch derzeit statt, und zwar, um nach Schleppern zu fahnden und um „die öffentliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten“. Karawankentunnel, Loiblpass, Lavamünd und Grablach werden in Kärnten kontrolliert. An den EU-Außengrenzen versagt die Grenzkontrolle. Die Daten der Flüchtlinge werden nicht aufgenommen, die Weiterreise in ein anderes EU-Land wird ermöglicht. Damit ist das Dublin-Verfahren außer Kraft. Österreich winkt ebenfalls viele Flüchtlinge nach Deutschland durch.

... es gewalttätige Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen gibt?

Ja, vereinzelt kommt es dazu, vor allem zwischen Syrern und Afghanen, wie Experten sagen. Zuletzt eskalierte ein Streit im Transitquartier in Klagenfurt, es kam zum Großeinsatz der Polizei. „Solche Konflikte wegzureden, macht keinen Sinn. Wir bemühen uns, mit Dolmetschern Ruhe hineinzubringen“, sagt der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung im Magistrat der Stadt Salzburg. „Die Flüchtlinge sind am Ende ihrer Reise, wollen mit letzter Energie nach Deutschland.“ Dort kam es bereits zu teils bewaffneten Konflikten.

... die Betreuung der Flüchtlinge das Budget sprengt?

Im Vorjahr, als das Kärntner Landesbudget beschlossen wurde, hat man für Flüchtlingsausgaben 13 Millionen Euro veranschlagt. Bund und Land teilen sich die Kosten, konkret refundiert der Bund 60 Prozent. Mit den stark steigenden Flüchtlingszahlen, derzeit sind es in Kärnten 3445, bis zum Jahresende wird mit rund 5000 gerechnet, können die Kosten auf 31,4 Millionen Euro ansteigen, heißt es aus dem Büro von Landeshauptmann Peter Kaiser. Abzüglich der vom Bund rückfließenden Gelder würden allein von Kärnten 13 Millionen aufzubringen sein. Weitere Kosten kommen dazu: Anerkannte Flüchtlinge könnten Mindestsicherung beziehen, die Kosten teilen sich Land und Gemeinden. Laut Land ist aber der Flüchtlingsanteil an der Gesamtzahl nicht herausrechenbar.

... ein Zaun Österreich vor dem Ansturm schützen könnte?

Nein. Die Flüchtlinge, die es über die Grenze schaffen, werden weniger, aber der Flüchtlingsstrom lässt sich von Mauern und Stacheldrahtzäunen nicht aufhalten. Der Preis ist mit dem Einsatz von Gewalt und einer Vielzahl von Todesopfern hoch und westlicher Demokratien nicht würdig. Neue Flüchtlingsrouten entstehen. Zäune sind kein Ersatz für eine versagende Außen- und Sicherheitspolitik.
Eine Alternative sind „Empfangszentren“ an den Außengrenzen, eine faire Verteilung innerhalb Europas und Maßnahmen in den Krisenregionen, aus denen die Flüchtlinge kommen.

... mit der Zahl der Flüchtlinge die Kriminalität im Land steigt?

Der Kärntner Polizeisprecher Rainer Dionisio sagt, „dass es durch die Asylwerber keine signifikante Veränderung der Kriminalitätsentwicklung gibt“. Es werde nichts beschönigt, betont er. Die Polizei sei bemüht, dort, wo Flüchtlinge sind, wegen der Ängste der Bevölkerung Präsenz zu zeigen. Eine Reduktion der Regelarbeit gebe es nicht. Laut Innenministerium waren von bundesweit 255.815 Verdächtigten/Beschuldigten im Vorjahr 85.595 Nichtösterreicher, darunter relativ viele Deutsche und Rumänen und 10.416 Asylwerber.

... Flüchtlinge an den Grenzen von der Polizei ohne Kontrolle durchgewunken werden?

„Es stimmt nicht, dass wir durchwinken“, heißt es vonseiten der Polizei. Flüchtlinge werden in den „Bearbeitungsstraßen“ hinter der Grenze kontrolliert, die Daten jener ohne Schengen-Visum werden registriert. Haben sie keine Dokumente, werden sie auch festgehalten, bis die Personalien registriert sind. Dann werden die Fälle abgearbeitet – je nachdem, ob es sich um Asylwerber handelt oder illegale Einreisende.
In Kärnten kontrollieren Bundesheer und Polizei gemeinsam die Karawanken- und Loiblgrenze bzw. sind auf mobiler Grenzkontrolle. Die Grenzübergänge Lavamünd und Grablach werden vom Bundesheer alleine kontrolliert, sagt Presseoffizier Christoph Hofmeister. Zu Amtshandlungen wie der Zurückweisung nach Slowenien, weil es keine Dokumente gibt, komme es nur vereinzelt. „Wir sind gerüstet“, heißt es von Polizei und Heer, sollten sich die Flüchtlingsrouten ändern und Kärnten verstärkt betroffen sein.

... Flüchtlinge mehr Sozialhilfe bekommen als Österreicher?

Nein. Asylsuchende ohne Arbeit bekommen die „Grundversorgung“, aber keine Mindestsicherung, keine Familienbeihilfe und kein Kinderbetreuungsgeld. Als Taschengeld bekommen sie je nach Unterbringungsart (siehe Frage 11) zwischen 40 und 150 Euro. Bei einer fünfköpfigen Familie bekommt die österreichische Familie laut „UNHCR“ mindestens 2200 Euro, die ausländische Familie 910 Euro monatlich. Werden sie als Flüchtlinge anerkannt, haben sie – wie Österreicher – Anspruch auf Mindestsicherung und Familienbeihilfe.

... Lehrer in den Schulen von einem Tag auf den anderen ohne Unterstützung Kinder in die Klassen integrieren müssen, die kein Deutsch können?

Für Kinder von Asylwerbern gilt wie für österreichische Kinder die Schulpflicht. Sie werden nicht benotet, gelten als außerordentliche Schüler. In Kärnten wurde ein Leitfaden erarbeitet, wonach sich die Kinder erst 14 Tage eingewöhnen sollen, wenn sie neu in ein Quartier kommen, bevor sie in der Schule starten. In dieser Zeit können sich auch Direktionen und Lehrer vorbereiten. 350 Flüchtlingskinder sitzen derzeit in Kärntner Klassen, Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger kennt keine „Rückmeldungen von überforderten Lehrern“. Es gebe an keiner Schule „übermäßig viele Flüchtlingskinder“. Zur Unterstützung gibt es 55 Lehrer für „Deutsch als Zweitsprache“. 18 zusätzliche sollen noch dazukommen. Laut Altersberger melden sich auch berufsbildende höhere Schulen, die bereit sind, Jugendliche aufzunehmen.

... die Flüchtlinge unseren Arbeitslosen mögliche Jobs wegnehmen?

Das geht allein aus rechtlichen Gründen nicht – oder nur eingeschränkt. Nach Beginn des Asylverfahrens dürfen Flüchtlinge nämlich drei Monate lang nicht arbeiten. Dann benötigen sie eine beim AMS zu beantragende Beschäftigungsbewilligung.
Ist diese erteilt, können Asylwerber sechs Monate im Gastgewerbe oder sechs Wochen in der Landwirtschaft (Erntehelfer) arbeiten. Laut Gesetzeslage dürfen Flüchtlinge nur zum Zug kommen, wenn kein Österreicher oder EU-Bürger zur Verfügung steht.

... der Bund mit dem Durchgriffsrecht die Gemeinden mit Flüchtlingen „fluten“ kann?

Der Bund kann nur dort durchgreifen, wo ihm Grundstücke oder Gebäude gehören oder angeboten werden. Eine Gemeinde soll Flüchtlingsbetten im Ausmaß von 1,5 Prozent ihrer Einwohner haben. Möglich sind für den Bund aber bis zu 450 Flüchtlinge pro Grundstück. In Kärnten hingegen hat man sich selbst auferlegt, dass kein Quartier mehr als 50 Betten haben soll. Wobei ein Bundesland, das die Asylaufnahmequote erfüllt, „aus dem Schneider“ ist. Wenn nicht, kann der Bund durchgreifen; in Kommunen mit mehr als 2000 Einwohnern. Es sei denn, der Bezirk hat ausreichend Plätze. In Kärnten gibt es laut Flüchtlingsbeauftragter Barbara Payer jetzt 3445 Plätze, die Quote beträgt 100,28 Prozent. Dank der 370 Zeltplätze in den Bundesquartieren. Ohne diese sind es 89 Prozent, Kärnten wäre also ein Kandidat fürs Durchgriffsrecht. Im Oktober sollen bis zu 400 Betten dazukommen. Erst 61 von 132 Gemeinden hätten dann Flüchtlinge.

... Flüchtlinge Hilfsgüter ablehnen, weil sie ihnen zu minder sind?

„Das Gegenteil ist der Fall“, sagen Caritas-Experten. Die Flüchtlinge haben genaue Bedürfnisse wie warme Jacken, Unterwäsche, Schuhe und nehmen die Sachspenden dankbar an. Dem entgegen stehen Videos und Fotos, die im Internet kursieren, wo Flüchtlinge Nahrungsmittel und Kleidung wegwerfen. Manchmal ist Unwissen der Grund: Helfer am Bahnhof berichten, einige hätten die Kohlensäure im Mineralwasser als Zeichen für schadhaftes Wasser gedeutet und es nicht getrunken. Im Flüchtlingslager Traiskirchen sollen sich Flüchtlinge geweigert haben, das Wasser aus der Leitung zu trinken – weil es in ihrer Heimat nicht möglich ist. In Ungarn war das Ablehnen von Essen Teil des Protestes gegen die Behandlung durch die Polizei.
Der Kärntner Caritas-Chef Josef Marketz berichtet: In Transitquartieren kriegen Flüchtlinge frische (gespendete) Kleidung und lassen ihre schmutzigen Sachen zurück, weil es gar keine Möglichkeit zum Waschen und Mitnehmen gibt. Helfer entsorgen die Stücke bzw. waschen die Decken. Flüchtlingen in festen Quartieren müsse oft vermittelt werden, wie bei uns mit Dingen umgegangen wird, sagt Marketz. „Es gibt Mentalitätsunterschiede.“

THEMA-TEAM:
CLAUDIA GIGLER, ANDREA BERGMANN, BERND HECKE, KLAUS HÖFLER, MICHAEL JUNGWIRTH, THOMAS ROSSACHER, STEFAN WINKLER

Zwischen 22 Uhr und 8 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

chro81
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Sag nur "gestern 22.20 Spiegel TV" da wird die Wahrheit gebracht!

....

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Sternschnuppe8
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Typisch

... Das glauben die Verfasser ja selbst nicht!!

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mejer
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Märchenerzähler!

Typisch KLZ!
Lauter Halbwahrheiten! Ich glaube Ihnen kein Wort. Die ganze Katastrophe wird nur schön geredet.Was hier passiert, hat mit Gesetzestreue überhaupt nichts mehr zu tun.Österreich wird durch das Verhalten dieser Regierung ,verkauft und verraten.Die Zukunft unserer Jugend, wird durch diesen islamischen Zuzug, massiv gefährdet!Die Wahlen in Oberösterreich haben gezeigt, was die Menschen in Österreich, von dieser Flüchtlingspolitik halten. In Wie wird es kaum viel anders werden!Leider dauert es noch 2,5 Jahre bis zur nächsten Nationalratswahl.

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tschele
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In Kassel haben sich 700 in die Wolle gekriegt.

"Stupft halt mehr" weil "älteste menschliche
Verteidigungsmittel" wir nennen sie Messer, auch zur Anwendung gebracht werden. Wird nix dauern, da werden wir sie auf handliche Feuer speiende Waffen umgerüstet haben. Da will man halt auf einmal Texaner werden.

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perplesso
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Letztendlich haben die USA. GB ....

Letztendlich haben die USA, GB und andere das ganze Schlamassel in Nahost verursacht. Daher sollen sie gefälligst auch mindestens 50 % der Flüchtlinge aufnehmen. Warum soll Europa allein die ganz Last tragen ?

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tschele
6
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Die Frage muß gestattet sein:..

Wird in Kärnten regiert.???? Die "Wahlgewinner" sind so verdächtig still und deren Hof(schranzen)berichterstatter erst recht. Die Meinungen müssen wohl noch akkordiert werden, die Chefin muß die versalzene Suppe auslöffeln. Wohl, weil sie drauf gekommen sind, dass wir doch nicht sooooo menschlich sind. Übrigens haben sie damit unsere Grenze nicht geschrieben. Der 10.10 steht vor der Tür, der Landeskaiser ändert stündlich seine multikulturelle Ansprache. Wo doch die Nachbarn doch nicht soooo menschlich sind. Armer Kaiser.

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BesenReiter
14
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Der Sozialist George Orwell hat die aktuelle Meinungsdiktatur prophetisch niedergeschrieben: "1984"

Gleichgeschaltete Sprechblasen fast aller PolitikerInnen, Neusprech" und "Gedankenpolizei" in fast allen staatssubventionierten Massenmedien, DDR-Mielke hätte seine wahre Freude an den österreichischen Medien, leider!

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NoMeansNo
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Das mit dem Neusprech hätte ich...

... gerne per Beispiel belegt.

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11mousa
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da wäre beispielsweise:

"Schutzsuchende" statt "Migranten"
"Hetze" statt "Fakten"
"Transportunternehmen" statt "Schlepper"...

Nur mal ein kleines Rechenbeispiel: gehen wir mal von 100.000 Asylwerbern dieses Jahr aus (komisch, dass nicht einmal nach oben korrigiert wurde, obwohl die 85.000 schon vor der Flüchtlingswelle "kalkuliert" wurden)

40€/Tag X 365 = 14.600 € pro Asylwerbter
14.600 * 100.000 = 1.460.000.000 €

diese knapp 1,5 Mrd Euro sind einfach aufgrund der oben genannten Fakten zu errechnen. Darin sind aber noch keine Kosten für Unterkunft und Verpflegung, bzw. für die Beihilfe dazu aufgelistet. Ebenso fehlen die bereits im Land befindlichen Asylwerber und diejenigen, die durch Familienzuzug nachkommen. Diese Zahlendimensionen findet man aber komischerweise nirgends.

Ebenso gehen Augenzeugenberichte und veröffentlichte Meinungen weit auseinander, sowohl was Müll allgemein, als auch das Wegwerfen von guten Lebensmitteln betrifft.

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rudolfo1
5
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Es sind 40€ pro Monat nicht Tag

das ergibt 48 Mio nicht 1,5 Mrd

Natürlich kosten Flüchtlinge Geld. Das ist aber auch eine schöne Gelegenheit mal etwas zurückzugeben, nachdem wir
unseren Lebensstandard auf der billigen Arbeitskraft und der Ausbeutung des Großteils der Weltbevölkerung aufbauen. Auch wenn es nicht so direkt korreliert ist, aber es zeigt uns eben, dass wir auf einer Welt leben und für diese Verantwortung tragen.

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Opili
16
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Wohin geht

Europa um Himmels Willen!!?

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BwanaMakuba
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Antwort an Opili

Das ist doch ganz einfach. Mit Druck aus den USA auf die EU Nomenklatura und die EU Länderpolitiker/Innen geht Europa den Weg in die von Obama und allen Linken und Grünen heiß ersehnte Multi-Kulti Gesellschaft. Dass dabei sowohl unsere Zivilisation, die Demokratie und die gesamte christlich abendländische Kultur zerstört wird und alles in einer primitiven Sharia Gesellschaft enden wird, ist nur logisch, darf aber nicht thematisiert werden.

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entdecker
19
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Die Kleine manipuliert auch die App

was die Bewertung betrifft.

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Igis
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Alter Hut, besonders wenn gewisse User im Forum sind.

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schadstoffarm
6
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genau

ich habe bei dir 7* auf rot gedrückt und es kommt 2* grün. Haben da die GrünInnen interveniert ?

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rechtoderunrecht
2
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Re: Aha!

Ich sag nur zu viel Punschkrapferl tun nicht gut der Rum didum der macht aus grün rot rot grün oder doch umgekehrt?

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ghurke
12
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Frage 22

Ja das stimmt! Die Kinder können auch unsere Schrift nicht und Integration ist nicht nur deshalb sehr schwer möglich! Bitte fragt die betroffenen Lehrer und nicht Herrn Altersberger zu diesem Thema.

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schadstoffarm
23
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da Östarreicha

ist wie ein Punschkrapferl:
aussen rosa, innen braun und immer
a bisserl bsoffen. Deswegen kann aus denen Mohamedaner auch nie ein Östarreicha werden weil er Punkt3) nicht willens ist zu erfüllen. Ein Fall von verweigerter Integration.

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Igis
1
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durum sollns daham bleibn.

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profLonghair
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Re: da Östarreicha

...das tut mir leid für dich...aber Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung-sagt mei Oma immer😉

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raindancer68
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manipulation

selten so eine manipulierenden und einseitigen artikel gelesen ..traurig ...
die wahrheit sieht halt anders aus und das hat man gottseidank heut bei den wahlen in oberösterreich gesehen

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chrofert
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mimimimi

wennn man nicht mit der Wahrheit konfrontiert werden will, behauptet man halt irgendein unwahres Gegenteil nur um in seiner Gedankenwelt zu bleiben.

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Kopfschüttler
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Das Problem ist das diejenigen

welche behaupten das die Wahrheit verschleiert wird nicht mit der Wahrheit leben können. Und anderseits das Wahlergebnis unseren Bildungsstand widerspiegelt.
Menschen mit schlechter Bildung sind schneller unzufrieden mit ihren Leben und die Schuld wird immer bei den ärmsten gesucht.
Dann kommt auch noch eine blau/braune Partei die genau die richtigen Worte findet, und schon ist das Wahlergebnis so bescheuert wie heute.

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liberda
18
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Die Medien

sind die besten FPÖ-Wahlhelfer. Täglich wird getrommelt, die Bevölkerung mit Meldungen über den Migrantenstrom regelrecht verschüttet. Hier wird eindeutig übertrieben. Das Ergebnis dieses Trommelfeuers sieht man in OÖ und demnächst noch viel stärker in Wien. Die Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Was hat der arme Pühringer falsch gemacht?

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raindancer68
11
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medien

na wenn pro tag eine invasion von mindestens 10.000 leut stattfindet,ist es schwer das zu vertuschen ..aber die österreichischen median und gewisse politiker hättens eh am liebsten so gehandhabt

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KaraNirwan
11
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Schon in der Überschrift die erste Halbwahrheit,

die Kleine manipuliert fleißig weiter.Das Wort Flüchtlinge müsste man unter Anführungszeichen setzen. Denn das sind gewiss nicht alle, die derzeit illegal einreisen.Vielleicht nicht einmal die Mehrheit. Ein Lob an dieser Stelle an den ORF-Korrespondenten Christian Wehrschütz, der konsequenterweise immer nur von Migranten spricht (sicher nicht karrierefördernd).

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Kommentare 1-26 von 699

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