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Museum auf Rädern rollt durch Kärnten

34 der schönsten Oldtimer Europas und zwei Oldtimermotorräder aus der Vorkriegszeit sind ab Mittwoch in Kärnten unterwegs. Der älteste Wagen ist Baujahr 1900!

 

Wir haben hier ein Museum auf Rädern, das in Kärnten unterwegs ist. Wir laden die Bevölkerung ein, sich anzusehen, wie die Entwicklung der Kraftfahrzeuge ihren Anfang nahm", sagt der Organisator dieser hochklassigen Veranstaltung, Hermann Tratnik vom Automobil Veteranen Club Austria. Der Mann verspricht nicht zu viel! Es ist sicher 90 Jahre her, dass zuletzt ein dampfbetriebener Personenwagen auf Kärntens Straßen unterwegs war. Am Mittwoch ist es wieder so weit. Da wird der Wiener Peter Würinger seinen Locomobile Modell 2 (Baujahr 1900) in Velden abladen, um den Wagen für die 3. Motorfahrer Wertungsfahrt um den Ehrenpreis der Gräfin Melanie Khevenhüller-Metsch startklar zu machen. Das Dampfauto ist ohne Gangschaltung unterwegs. Dieses Locomobile wird als ältestes Fahrzeug des Starterfeldes in die dreitägige Wertungsfahrt gehen! Als Letzter des Starterfeldes ist mit Nummer der Mercedes 16/45 Knight des Willy Leiseder (D) aus dem Jahr 1918 registriert. Das Auto verfügt über einen seltenen Hülsenschieber-Motor. Dieser Motor hat keine Ventile, konnte sich aber ebenso wenig durchsetzen wie Dampf- und Elektroautos, erklärt Oldtimer-Experte Thomas Billiscich.

Mercedes setzte sich durch

Durchsetzen konnte sich aber die Marke Mercedes. Gleich drei der Sternträger haben genannt. Graf Kari Khevenhüller aus Niederosterwitz hat seinen Mercedes Simplex aus dem Jahr 1905 flott gemacht. Dieses Auto ist Teil der Kärntner Automobilgeschichte! Gräfin Melanie und Graf Alfred Khevenhüller-Metsch haben den Mercedes Kettenwagen auf der Automobilweltausstellung in Paris 1905 gekauft. Die lebenslustige Gräfin Melanie avancierte zur begeisterten Teilnehmerin an Konkurrenzfahrten! Diese Fahrten waren nicht auf Geschwindigkeit, sondern aufs Ankommen angelegt! Bei solchen Fahrten waren auch Kärntens Autopionier Thomas Bohrer, die Gräfin Lucie Christalnigg und der später so erfolgreiche Autokonstrukteur Ferdinand Porsche (1875-1951) gemeldet.

Auto-Pionierin

Melanie Khevenhüller gewann 1909 die Konkurrenzfahrt von Klagenfurt auf den Pasterzengletscher und zurück! Nach 381 Kilometern stemmte die zierliche Gräfin eine ihr nachempfundene Siegerskulptur in die Höhe. Am Sonntag, 101 Jahre nach diesem Sieg, fahren Autos von damals um den Ehrenpreis der Melanie Khevenhüller-Metsch, dieser Pionierin der österreichischen Fahr- und Rennkultur! Mit im "Rennen" ist auch Thomas Billiscich aus Landskron. Er fährt einen Vinot et Deguingand Tourer aus dem Jahr 1912! Nur mehr ein zweites, baugleiches, Auto gibt es auf der Welt. Billiscich hat den Wagen in Australien aufgestöbert. 600 Kilometer im Jahr bewegt er den knallgelben Oldtimer. "Er schafft immerhin 60 Stundenkilometer. Das reicht, um vor Velden in eine Radarfalle zu tappen" lacht Billiscich. Mit dem Ford T Speedster des Friedrich Beaufort Spontin aus Kainach ist auch ein Amerikaner am Start! 17 Millionen Exemplare des Ford T wurden gebaut, Ersatzteile sind noch am Sonntag lieferbar.

Franz Hofer aus Gunskichen verzichtet beim Steuern zwangsläufig auf ein Lenkrad, sein Oldsmobile Curved Dash aus dem Jahr 1903 wird mit einer Lenkstange gesteuert. Ein System, das sich nicht durchsetzte! Durchgesetzt hat sich dafür die De Dion Hinterachse, die noch am Sonntag im Automobilbau Standard ist. Einen De Dion Bouton CD 580 aus dem Jahr 1910 wird Andreas Melkus aus Lamprechtshausen durch Kärnten steuern! Das Auto ist einhundert Jahre alt und noch immer auf Achse!

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