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EXKLUSIV

Wofür die Kabeg Geld ausgibt

Hunderttausende Euro Aufwendung für Berater und Rechtsanwaltsbüros. Spitzenreiter bei den Abrechnungen: Gheneff-Rami-Sommer mit 107.978 Euro für "diverse Rechtsberatung". Auf Anfragen zu gewissen Aufträgen verweigert die Kabeg-Chefin Ines Manegold die Antwort.

 

Zum siebenten Mal wird am Freitag die Kabeg-Expertenkommission zusammentreten, die in ihrer Funktion als Aufsichtsgremium im Sinne des Steuerzahlers penibel auf die Sinnhaftigkeit von Ausgaben achten sollte. Tut sie das wirklich? Das fragt man sich bei einem Blick auf die Aufwendungen für Berater und Rechtsanwaltsbüros.

Ohne mit der Wimper zu zucken, winkten die Aufsichtsräte am 8. März die Bestellungen des Betriebsdirektors des Klinikums Klagenfurt und des ärztlichen Leiters durch, obwohl in beiden Fällen das Auswahlverfahren abgebrochen worden war. Betriebsdirektor Roland Peters erfüllte nebenbei keine der gewünschten Qualifikationen. Die Suche nach dem Betiebsdirektor schlug mit 26.685 Euro zu Buche - 53.370 Euro wurden jedenfalls von Deloitte im Doppelpack mit dem Auswahlverfahren für den Pflegeleiter in Rechnung gestellt. Für die abgebrochene Suche nach dem ärztlichen Leiter kassierte die Personalberaterin Silvia Dobrindt 26.271 Euro. Für 24.440 Euro hatte sie im Quartal zuvor per internationaler Ausschreibung den Kabeg-Finanzchef ermittelt, der mit Martin Payer aus dem nahen ÖVP-Landtagsclub kam . . . Dobrindt arbeitete übrigens, damals noch für Kienbaum und Partner, 2009 am Auswahlverfahren für den Kabeg-Chef mit.

In besagter Sitzung wurden die Chefs der übrigen vier Kabeg-Spitäler bestätigt, durchwegs bewährte Kräfte. Dennoch unterzog man sie im Vorfeld einer "Überprüfung des Verwendungserfolges". Preis: über 39.000 Euro.

Mit 70.000 Euro für sechs Monate schlägt sich die Einschaltung der "Trans Europe Financials GmbH" für ein sechsmonatiges Funding Management zu Buche. Was das Engagement gebracht hat, wird nicht verraten. Noch im Sommer hatte man übrigens per Inserat einen Funding Manager gesucht.

Extern statt intern

Für "Change Management" verrechnete IBM für drei Monate 110.000 Euro. Einen vom unter skandalösen Umständen gefeuerten Ex-Med-Direktor Mathias Angrés initiierten medizinischen Masterplan für das Klinikum stoppte man dagegen wenige Tage nach seiner Entlassung. Kosten des erst neun Tage davor genehmigten, sehr positiv aufgenommenen Projektes: 11.000 Euro.

Trotz eigener Rechtsabteilung fallen viele Aufträge an externe Anwaltsbüros auf. Spitzenreiter bei den Abrechnungen: Gheneff-Rami-Sommer mit 107.978 Euro für "diverse Rechtsberatung".

Die Istsituation des Finanz- und Rechnungswesens ließ die Kabeg nicht von der eigenen Finanzabteilung erheben und griff auch nicht auf ein renommiertes externes Büro zurück. Engagiert wurde die vormalige interimistische Direktorin des LKH Klagenfurt, Diplom Revisorin Renate Haider. Kosten: 10.500 Euro.

125.400 Euro teuer ist die Sonderprüfung des Klinikums Klagenfurt, welche die Expertenkommission verlangte. Heute wird man wissen, ob sie das Geld wert war.