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Gesundheitsreform

Kaiser: "Ärzte verunsichern die Patienten"

Gesundheitsreferent Peter Kaiser kritisiert heftig ÄrztekammerKampagne gegen die Gesundheitsreform.

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Das Ergebnis liegt noch lange nicht auf dem Tisch, doch die Ärztekammer schießt bereits aus allen Rohren gegen die Gesundheitsreform - ungeachtet der Tatsache, dass der Regierung von der OECD über den Rechnungshof bis zur EU-Kommission die Notwendigkeit einer Strukturbereinigung bestätigt wird. Speerspitze ist eine am Montag in den Ordinationen anlaufende Plakatkampagne mit der Botschaft: "Gesundheitsreform. Unser Spital ist weg". Klein gedruckt heißt es weiter: "Früher konnte meine Mutter zur Kontrolle ins Spital im Ort. Jetzt gibt's dort nur noch die Notfallambulanz. Die Abteilungen haben sie eingespart. Müssen wir jetzt immer 100 Kilometer ins nächste Krankenhaus fahren?"

Für Kärntens Gesundheitsreferent Landeshauptmannstellvertreter Peter Kaiser (SPÖ) sind damit die Grenzen der Standespolitik überschritten. "Es wird mit unvollständigen Informationen agiert und der Patient verunsichert." Wider besseres Wissen noch dazu: "Gerade was die Anfahrtszeiten zu Spitälern betrifft, konnten wir diese selbst aus entlegenen Winkeln auf eineinhalb Stunden drücken." Die jetzige Aktion sei ein "unfreundlicher Akt" und unterlaufe den Kooperationsgedanken. Kaiser hofft auf die Besonnenheit zumindest des neuen Kärntner Ärztekammer-Präsidenten Josef Huber, der einen großen Vertrauensvorschuss genieße. Huber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.