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    Zuletzt aktualisiert: 14.02.2013 um 14:45 UhrKommentare

    Tag eins im Prozess gegen Sandro H.

    Rotlicht-Boss Sandro H. soll Auftrag für Brandstiftung erteilt und unrechtmäßig von Versicherungen 320.000 Euro kassiert haben. Er bekannte sich "nicht schuldig". Der Prozess gegen ihn wurde auf 12. März vertagt.

    Sandro H. am Donnerstag vor Gericht in Klagenfurt

    Foto © WeichselbraunSandro H. am Donnerstag vor Gericht in Klagenfurt

    Der Prozess gegen Rotlicht-Boss Sandro H. wurde am Donnerstag auf 12. März vertagt. Staatsanwältin will weitere Zeugen hören.

    Die Vorgeschichte

    Seit 2008 hat der aus dem Gefängnis geflohene und Am Donnerstag schlägt Justitia zurück: Sandro H. muss sich ab zehn Uhr am Landesgericht Klagenfurt vor einem Schöffensenat (Vorsitz Richter Gerhard Pöllinger) wegen schweren Betrugs verantworten. Es drohen bis zu zehn Jahre Haft.

    320.00 Euro kassiert

    Laut Anklage soll Sandro H. im Jahr 2006 einen befreundeten Arbeiter beauftragt haben, Feuer in seinem Wohnhaus in Klagenfurt zu legen. Der Arbeiter nahm drei Benzinkanister und tat ihm diesen Gefallen. Nachdem die Kriminalpolizei Sandro H. damals nicht unter Verdacht hatte, wurde ihm als Hauseigentümer eine Unbedenklichkeitsbestätigung ausgestellt. So kassierte er von zwei Versicherungen insgesamt 320.000 Euro. Vier Jahre später wurde der Brandstifter gefasst und vor Gericht gestellt.

    Der Arbeiter belastete im Prozess Sandro H. schwer. Sandro H. sagte dazu: "Er ist eifersüchtig, weil ich was erreicht habe, Ich habe immer Geld gehabt, der Hauptgrund war wohl, dass ich abgelehnt habe, dass er für mich als Hausmeister arbeitet." "Ich habe nur getan, was Sandro wollte." Der Arbeiter wurde zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt. Heute ist er der Hauptzeuge der Staatsanwaltschaft. Sandro H. wird sich, laut seinem Wiener Promi-Anwalt Alexander Philipp, nicht geständig verantworten. Laut dem Zuhälter stecke nämlich ein Konkurrent aus dem Rotlicht-Milieu hinter dem Brandanschlag auf sein Haus.

    Mordverdacht

    Der 44-jährige Mittelkärntner ist im dringenden Verdacht gestanden, drei Menschen getötet zu haben. In Paraguay wurde er verdächtigt, ein deutsches Ehepaar ermordet zu haben. Er wurde inhaftiert, doch die Anklagebehörde konnte ihm nichts nachweisen. In Kärnten hat die Polizei jahrelang wegen Mordverdachts gegen ihn ermittelt. Er soll seine damalige Freundin Michaela Grabner getötet haben. Die junge Frau ist seit 2006 spurlos verschwunden. Aufgrund des Auslieferungsvertrages mit Paraguay darf gegen Sandro H. jedoch wegen Mordverdachts nicht mehr weiter ermittelt werden.

    CLAUDIA ODEBRECHT

    Fakten

    Das Jahr 2006. Im Feber verschwindet die damals 23-jährige Klagenfurterin Michaela Grabner spurlos. Ihr Zuhälter und Freund Sandro H. geriet in Verdacht, sie getötet zu haben. Grabner wird bis heute vermisst. Gegen Sandro H. darf aufgrund des Auslieferungsvertrages mit Paraguay in Österreich wegen Mordverdachts nicht mehr ermittelt werden.

    Das Jahr 2007/08. Sandro H. plant einen Mordanschlag auf einen Bordellbetreiber und wird zu 30 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Im November 2008 flüchtet er aus der Karlau- Außenstelle Maria Lankowitz und taucht in Südamerika unter.

    Das Jahr 2010. In Paraguay wird Sandro H. wegen des Verdachtes, ein deutsches Ehepaar hingerichtet zu haben, verhaftet. Die Beweise, unter anderem ein Video, reichen für eine Anklage allerdings nicht aus.

    Die Jahre 2011/2012. Im Juli 2011 wird Sandro H. auf Druck Österreichs in Paraguay verhaftet. Nach langem Tauziehen wird er Ende 2012 nach Österreich ausgeliefert.

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    Foto © Privat

    Michaela GrabnerFoto © Privat

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