Bezirks- und Gemeindesuche
Schulkonflikt um Herbstferientrick
Mehrere Schulen nutzen die Chance und zimmern sich mit drei autonomen Tagen zehntägige Herbstferien zusammen. Sie lösen damit viele Probleme aus.

Foto © Kanizaj/KLZ
Viele Eltern schulpflichtiger Kinder freuen sich, andere machen sich Sorgen: Eine ungewöhnliche Reihung von Sonn- und Feiertagen führt dazu, dass Schulen zu zehntägigen Herbstferien kommen, wenn sie drei ihrer fünf autonomen Tage verbrauchen (s. Grafik).
Schon fängt der Ärger an, und das gleich auf mehreren Ebenen. Pädagogen streiten über Sinn und Unsinn von Herbstferien überhaupt. "Die Frage spaltet Generationen von Lehrern und Eltern", hat Landesschulrats-Vize Rudolf Altersberger mehrfach miterlebt. "Die einen sagen, man brauche die Pause zur Erholung. Die anderen sagen, der Herbst sei die einzige längere ununterbrochene Unterrichtsperiode."
Nächstes Problemfeld: Eltern, deren Kinder in verschiedene Schulen mit unterschiedlichen autonomen freien Tagen haben. "Wie sollen wir da unsere Kinder betreuen, ohne freizunehmen und die gemeinsame Urlaubszeit zu verringern oder für eine Aufsichtsperson zu zahlen", stöhnt ein entnervter Vater stellvertretend für hunderte Betroffene.
Geradezu widersinnig erscheint es, wenn sich nicht einmal Schulen an gleichen oder benachbarten Standorten auf gemeinsame autonome Tage einigen können - wie derzeit etwa in Rennweg oder St. Veit.
"Allein in Klagenfurt-Stadt gibt es 24 schulautonome Tage", sagt die Klagenfurter Bezirksschulrätin Jovita Anna Trummer. "Ich hätte gerne in Klagenfurt gleiche Zeiten - oder zumindest an gleichen Schulstandorten. Doch die Personalvertretung gab mir unmissverständlich zu verstehen, dass ich mich nicht in die Schulautonomie einzumischen habe!"
Genug Ferien
Landesschulrats-Präsident Walter Ebner hinterfragt die Herbstferien grundsätzlich: "Schulautonome Tage sind nicht dazu da, durch die Hintertür Herbstferien einzuführen. Sie sollen der pädagogischen und schulischen Weiterentwicklung der Schülerinnen und Schülern dienen." Wenn Herbstferien für nötig gehalten werden, solle österreichweit darüber diskutiert werden. "Ich finde, der Schulbetrieb ist jetzt schon ausreichend mit Ferien versorgt: neun Wochen im Sommer, zu Weihnachten und Ostern Semesterferien. Da haben alle genug Zeit, sich zu erholen."




















