Bezirks- und Gemeindesuche
Wasserversorgung: Quellen werden Goldgruben
Um die Wasserversorgung zu sichern, müssen Kärntner Gemeinden neue Quellen erschließen. Die Besitzer lassen sich die Quellen teuer abkaufen.

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Vielleicht war es ein Vorgeschmack auf eine dürre Zukunft: Die Trockenheit des heurigen Frühjahrs machte besonders dem Lavanttal zu schaffen und führte einmal mehr die Kostbarkeit des Wassers vor Augen. Solche Notsituationen werden aufgrund des Klimawandels öfter vorkommen, sind sich Experten einig. Auch wenn Kärnten im Vergleich zu andern Regionen in Europa gut dasteht, muss es sich für trockene Zeiten rüsten.
Denn um die Wasserversorgung zu sichern, müssen neue Quellen erschlossen werden. Gerade für Trockenperioden brauchen Gemeinden und Wasserverbände Reserven in der Hinterhand, um Zeiträume der Wasserknappheit überbrücken zu können. "In Zukunft wird es immer wichtiger werden, wie wir mit der kostbaren Ressource Wasser umgehen. Die Qualität des Wassers zu schützen, wird zunehmend zur Herausforderung, weil die schädlichen Einflüsse auf das Wasser zahlreicher werden", sagt Erich Plimon, der das Wasserwerk der Klagenfurter Stadtwerke leitet. Über Boden, Luft und Abwässer geraten immer mehr Schadstoffe ins Grundwasser. Damit nicht genug: "Außerdem wird die Erschließung neuer Quellen immer schwieriger."
Knallhartes Geschäft
"Das Bewusstsein, dass Quellen zu Geld gemacht werden können, ist in letzter Zeit größer geworden", sagt Günther Weichlinger, der in der Kärntner Landesregierung die Unterabteilung für Siedlungswasserwirtschaft leitet. Früher hätten sich Quellenbesitzer mit den Gemeinden beim Verkauf gütlich geeinigt, heute ist das ein knallhartes Geschäft. "Bei den Quellen werden Spekulationen angestellt, die den Preis in die Höhe treiben. Uns ist das natürlich nicht recht", sagt Weichlinger. Er möchte keine Summen nennen, um die Preistreiberei nicht noch zusätzlich anzuheizen. "Früher waren die Eigentümer kooperativer, heute sehen sie nur noch das Geld."
Um die Vergrößerung des Wasserangebotes wird dennoch kein Weg vorbeiführen. Erich Plimon denkt an das Beispiel von südlicheren Ländern: "In Spanien oder Italien ist die Landwirtschaft ein starker Konkurrent der Konsumenten in der Trinkwasserversorgung, weil sie extrem viel Wasser verbraucht. Wenn sich der Klimawandel so fortsetzt, kann das bei uns ebenfalls zum Thema werden."
Features
Land des Wassers
7200 Quellen sind in Kärnten von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes registriert. Diese Quellen sind hauptsächlich in öffentlicher Hand. In Trockenperioden gehen die Wasserausschüttungen der Quellen zurück, im Lavanttal betrug dieser Rückgang im Frühjahr 2012 bis zu 50 Prozent.
Kärnten nutzt derzeit rund 60 Prozent des verfügbaren Wassers. Obwohl die Bevölkerungszahl zurückgeht, steigt der Wasserverbrauch an. Fast zwei Drittel gehen auf Kosten der Industrie, fünf Prozent verbraucht die Landwirtschaft und 35 Prozent werden als Trinkwasser genutzt.


















