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Zuletzt aktualisiert: 04.10.2012 um 05:11 UhrKommentare

In Kärnten haben Tiere "Schwein"

Strenge Kontrollen bei Tiertransporten, keine Tierversuche, bessere Nutztierhaltung: Obwohl noch Verbesserungsbedarf besteht, geht es Tieren in Kärnten bedeutend besser als anderswo. Von Josef Puschitz.

Foto © Kleine Zeitung, Erwin Scheriau / APA (4) | Montage

Landwirte werden zu Tierhaltern

Immer wieder kam es zwischen Tierschützern und Landwirten zu Konflikten, meistens spießte es sich an den Haltungsbedingungen. Die Situation habe sich inzwischen entschärft, sagt Renate Scherling, die in der Landesregierung für die rechtlichen Aspekte des Tierschutzes zuständig ist. "Bei vielen Landwirten hat ein Umdenken eingesetzt, sie fühlen sich nicht nur mehr als Nahrungsmittelproduzenten, sondern auch als Tierhalter. Das hat die Lage der Tiere verbessert." Rund 200 landwirtschaftliche Betriebe werden in Kärnten jedes Jahr kontrolliert, dabei schauen die Behörden auf die Platzverhältnisse, die Versorgungslage, die Betreuung der Tiere, Luft- und Lichtzufuhr, und viele Aspekte mehr. Holger Remer, Leiter der Unterabteilung für Veterinärwesen, bestätigt den Wandel in der Landwirtschaft: "Die Betriebe in Kärnten sind in Ordnung, behördliche Maßnahmen müssen wir nur in Ausnahmefällen treffen."

Glückliche Haustiere

Die Kärntner sind im Großen und Ganzen brave Frauchen und Herrchen. "Es ist ganz selten, dass wir mit groben Fällen von Tierquälerei oder schlechter Versorgung konfrontiert werden", sagt Renate Scherling. Der einzige Bereich, der ihr Sorgen macht, ist die Haltung von Exoten - vom Krokodil bis zur Riesenschlange. "Wir haben da Haltungsbedingungen erlebt, die waren jenseits von Gut und Böse. Die Leute denken zu wenig nach, wenn sie sich solche Tiere besorgen." Und sie ignorieren das Gesetz: Die Haltung von exotischen Tieren ist für Privatleute ohne Ausnahme verboten. Gleichzeitig platzen Tierheime aus allen Nähten.

Transporter weichen aus

Auch wenn es das Problem nur verlagert, für Kärnten ist es erfreulich: "Unser Bundesland wird von Tiertransportern umfahren, weil die strengen Kontrollen hierzulande inzwischen Europaweit gefürchtet sind", sagt Tierschutzvereins-Präsidentin Marina Zuzzi-Krebitz. Tierarzt Alexander Rabitsch, der im Auftrag des Landes die Kontrollen durchführt, erhielt für sein Know-How eine internationale Auszeichnung und die Aufmerksamkeit des Europäischen Parlaments. "Wir wissen genau, dass die Tiertransporter einen großen Bogen um Kärnten machen, weil sie bei der Heimfahrt mit leeren LKWs bei uns durchfahren."

Keine Tierversuche seit vielen Jahren

200.000 Tiere sterben pro Jahr in Österreich bei Tierversuchen, heißt es aus dem Verein gegen Tierfabriken (VgT) - kein einziges davon allerdings in Kärnten. "Jeder einzelne Tierversuch muss vom Land genehmigt werden, das ist ein komplexer Prozess. In den letzten Jahren wurden uns keine mehr gemeldet, weder in der Forschung noch in der Landwirtschaft", sagt Renate Scherling. Ihre Kollegin Ursula Jessenitschnig, Amtstierärztin in Feldkirchen, erinnert sich dunkel an "Mäuse, die im Landeskrankenhaus gehalten worden sind. Aber das ist 20 Jahre her und sie wurden nie benutzt." Ungefährlich, aber trotzdem in der Kategorie "Tierversuche", sind sogenannte "Besenderungen", die etwa im Nationalpark Nockberge zur Beobachtung und Vermessung dienen. Dabei wird am Tier ein Peilsender angebracht, für diesen Prozess muss es zunächst betäubt werden. "Da sind aber immer Amtstierärzte dabei", beruhigt Scherling.


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