Bezirks- und Gemeindesuche
Kurzarbeit ist wieder in Sicht
Die Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu: in Kärnten um drei Prozent. Trendwende ist keine zu erwarten.

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Von den Kärntner Firmen ist zu hören, dass man da und dort wieder daran denkt, Kurzarbeit einzuführen. Drei Firmen haben das Modell, wonach vorübergehend bei verringertem Lohn weniger gearbeitet wird, derzeit im Laufen; eine davon lässt 176 Leute kurzarbeiten.
250 Unternehmen haben Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice angemeldet, weil sie damit rechnen, Personal abzubauen.
Beschäftigung ist derzeit Mangelware. Obwohl sie zunimmt, ist doch nicht genügend für alle da. Wieder steigt die Zahl jener Menschen, die in Österreich keine Arbeit haben. 294.922 Männer und Frauen sind es derzeit, eine Zunahme von fünf Prozent gegenüber 2011. In Kärnten stehen 20.101 Personen ohne Job da, eine Zunahme von 3,4 Prozent. Diese Zunahme gilt beim Arbeitsmarktservice bereits als "Trend". Die sogenannte Arbeitslosenrate beträgt jetzt in unserem Bundesland 9,1 Prozent und noch lange haben wir am Jobmarkt die Zeit vor der Wirtschaftskrise 2008 nicht erreicht: "Seit damals nahm die Arbeitslosigkeit um 31 Prozent bzw. 4700 Personen zu", weiß der Kärntner AMS-Chef Franz Zewell. Welche Branchen sind am stärksten betroffen? In Kärnten sind es er Bau (plus acht Prozent Arbeitslose), die Metall- und Elektrobranche (plus 14 Prozent) und auch die Holzbranche (plus 23 Prozent).
Verdrängung
Weniger schlimm sieht es im Handel und bei den Büroberufen aus. Im Fremdenverkehr und in der Reinigungsbranche ortet Zewell seit der Ostöffnung einen Verdrängungswettbewerb: "75 Prozent der Neueinstellungen gehen an Arbeitnehmer aus dem Osten." In der Gesundheitsbranche werden in Kärnten auch wieder mehr Leute genommen. Zewells Ausblick: "2013 wird die Beschäftigung allgemein wieder zu nehmen. Eine Entspannung ist aber frühestens 2015 in Sicht."
Interessensvertreter fordern daher politische Maßnahmen. Der Gewerkschaftsbund ÖGB und die Arbeiterkammer wollen mehr Investitionen sehen. Zudem fordert der ÖGB ein Bonus-Malus-System, damit es für Unternehmer teurer werde, ältere Beschäftigte auf die Straße zu setzen. Die Industriellenvereinigung fordert Reformen wie die Flexibilisierung der Arbeitszeit und eine Senkung der Arbeitszusatzkosten.
Weniger Langzeitarbeitslose, mehr Lehrstellen
Die Langzeitarbeitslosen werden in Kärnten weniger, weil das Arbeitsmarktservice zuletzt gerade in diese Gruppe viel investierte, etwa, indem sie ihnen Arbeit "kaufte". Auch die Lehrstellensuchenden werden weniger. Aktuell sind es 475. Derzeit stehen in Kärnten statistisch 1,3 Lehrstellensuchende einer Lehrstelle gegenüber. Im Vorjahr war das Verhältnis noch 1,5 zu 1.
Vollauslastung - das gibt es auch bei den Profisportlern nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit von vereinslosen ehemaligen Erstligisten nimmt zu - aber das AMS versucht auch hier zu helfen: mit einer österreichweiten Kooperation.
Problem der arbeitslosen Jugendlichen und 50plus
Probleme bleiben weiterhin die Jugendarbeitslosigkeit und die trüben Aussichten für ältere Arbeitslose. In Kärnten haben derzeit 2713 Jugendliche keine Arbeit. Auch 3883 Über-50-Jährige stehen ohne Beschäftigung da - ihre Zahl nahm zuletzt um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Gegen die Tatsache, dass Kärnten ein Abwanderungsland ist, hat der Arbeitsmarkt noch keine Konzepte. Bis 2030 wird die Erwerbsbevölkerung laut Prognosen um rund 25.000 Menschen zurückgehen. AMS-Chef Zewell: "Das kann man nur durch Bildung und attraktive Arbeitsplätze in den Griff bekommen."



















