Bezirks- und Gemeindesuche
Herzlichkeit in Dirndlform
Unsere neue Serie holt echte Trachten vor den Vorhang. Ausgangspunkt unserer Trachtenreise ist das Lavanttal.

Foto © KK
Ein buntes Nebeneinander von schönen Festtrachten, moderne Designerdirndln und kitschiger Diskontware prägt heute das Bild unserer Trachtenlandschaft. Was wirklich "echt" und "original" ist, wissen eigentlich nur noch die Experten, während die Bevölkerung meist im Konsumrausch zwischen Glitzerdirndln und Billig-Lederhosen hin- und herjagt.
Doch was ebenfalls heute - mehr noch als gestern - wieder beobachtet wird, ist die Rückbesinnung der Bevölkerung zum Brauchtum. Bei Wolfgang Lattacher, dem Obmann des Brauchtumsverbandes Kärnten, lässt "die Entwurzelung des Menschen Unbehagen aufkommen". Ein seelischer Haltegriff wird in der Volkskultur und den "echten Trachten" gefunden. Sie bilden das Gegenbild zur flüchtigen Mode und signalisieren Dauer. Dabei unterscheidet man zwischen Alltagstrachten sowie Sonn- und Festtagstrachten. Letztere stellen wir in unserer neuen Serie vor - beginnend mit der Lavanttaler Sonntagstracht.
Handarbeit
Typisch für diese Tracht ist der flach herzförmige Ausschnitt mit der doppelten Legrüsche und den Samtbändern. Das Grundmaterial sind Wollsatinstoffe oder Seidenstoffe. Die Schürze aus Reinseide oder Halbseide wird fast zur Gänze in Handarbeit hergestellt. Dazu passt eine Puffarm- oder Schiebearmbluse, die farbig oder in Weiß bestickt ist.
Für Männer
Die Männer- Festtracht besteht aus einer grünen Joppe, einer knielangen Lederhose und einem rotem Samtgilet mit zwölf Knöpfen - stellvertretend für die zwölf Haupttäler Kärntens. Die blauen Stutzen sind ein "Muss" und typisch für Kärnten. Das sogenannte "Verlobungstuch" wird als Krawatte gebunden.
Features
Fotoserie
Details zur Lavanttaler Tracht
Ausschnitt. Typisch für das Lavanttal: der flach herzförmige Ausschnitt mit Legrüsche und der Abschluss mit Samtband.
Schürze. Reinseiden- oder Halbseidenschürze, meist gegen-färbig zum Oberteil.
Strümpfe. Weiße Strümpfe zur echten Tracht, sonst ist die Originalität nicht gegeben.
Joppe. Die Unterlavanttaler Joppe ist grün mit verlaufendem Samtband.
Bodenhaube. Zur langen Lavanttaler Sonntagstracht kann eine Bodenhaube getragen werden. Sie ist im Gegensatz zur Goldhaube nur am hinteren Teil (also am Boden) bestickt, meistens mit einem Lebensbaum aus Goldblättchen und Granatsteinen.
Knöpfe. Knöpfe sollten klein und schlicht gehalten sein - wie Perlmuttknöpfe oder echte Silberknöpfe.
Geschichte
Pfarrer zeichnete auf. Die Suche nach gesicherten Quellen für die Lavanttaler Tracht führt zur "Decrignis-Handschrift", die 1812 vom Pfarrer Decrignis aus St. Michael bei Wolfsberg verfasst wurde. Der Frauenrock des Tals war früher an den Hüften eng gezogen. Typisch war ein kurzes, buntes, ärmelloses Leibchen. Die Ärmel der Bluse waren lang. Dazu trug man eine blaue Leinenschürze. An Feiertagen war die Schürze jedoch weiß.
Einkauf
Qualität hat ihren Preis. Diese Tracht gibt es beim Kärntner Heimatwerk in Wolfsberg. Kostenpunkt für Damen mit Bluse: 1080 Euro. Die Herrentracht ohne Hemd: 710 Euro.



















