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Heimkehrer unter sich am Ulrichsberg
Rund 300 Teilnehmer sind am Sonntag zum umstrittenen "Heimkehrertreffen" am Kärntner Ulrichsberg in Maria Saal gekommen. Ein Ex-Waffen-SS-Mitglied hielt eine Festrede.

Foto © Eggenberger
Der Ulrichsberg lebt: Diese Botschaft zu verbreiten war das Ziel der Veranstalter der 52. Auflage des "Heimkehrertreffens", bei dem "allen Opfern der Kriege" gedacht wurde. Erstmals seit drei Jahren wieder bei der Gedenkstätte auf über 1000 Meter Seehöhe. Der Präsident der Ulrichsberggemeinschaft (UBG), Hermann Kandussi, erwartete bis zu 1000 Besucher. Gekommen sind bei strahlendem Spätsommerwetter laut Polizei-Einsatzleiter Oberst Eugen Schluga rund 300.
Die "Gedenkfeier" startete mit einstündiger Verspätung. Da die Veranstalter nicht für ausreichend Parkmöglichkeiten sorgten, kam es zum "Tohuwabohu", so Schluga.
Einziger aktiver Politiker am Ulrichsberg war der Klagenfurter FPK-Stadtrat Wolfgang Germ, der in seinen Grußworten die Unterstützung der Stadt für die UBG verteidigte.
Unter den Gästen Ex-Vizekanzler und UBG-Vizepräsident Herbert Haupt und Ex-Landtagspräsidentin Kriemhild Trattnig. Sowie eine Dutzendschaft von Männern, die offensichtlich der Neonazi-Szene nahestehen. Die längste der drei Festreden hielt einer, der gar nicht ans Rednerpult hätte treten sollen. Noch am Donnerstag gab Kandussi bekannt, dass Herbert Belschan von Mildenburg, ehemaliges Mitglied der Waffen-SS, doch keine Rede halten werde, schließlich wolle man "keinen Wirbel".
Dass der "simple Heimkehrer", so die Eigendefinition, dennoch sprach, interpretierte Kandussi als "Sieg der Meinungsfreiheit" gegen "subversive Kräfte".
Belschan von Mildenburg betonte, dass er mit 17 als Kriegsfreiwilliger der Waffen-SS in den Krieg zog. Es müsse "Schluss sein, dass nur den Opfern einer Seite gedacht" werde, sagte er, und ritt, begleitet von "Pfui"-Rufen, Attacken gegen Verteidigungsminister Norbert Darabos, der dem Bundesheer seit 2009 die Teilnahme am Treffen untersagt. Kriege, argumentierte Belschan von Mildenburg, würden am Ulrichsberg "weder verherrlicht, noch begründet oder bewertet werden - und schon gar nicht werden hier Siege gefeiert".
Zwischenfälle gab es laut Polizei keine. Die vielen Sicherheitskräfte mussten nicht eingreifen, während das Rote Kreuz einige ältere Personen mit Schwächeanfällen zu versorgen hatte.



















