Bezirks- und Gemeindesuche
Zwölf Jahre auf einen Job warten
700 Junglehrer füllen die Warteliste für Posten an den Schulen. Die Behörden empfehlen, auf andere Länder auszuweichen.

Foto © Fotolia"Wo soll ich nur arbeiten?" fragen sich in Kärnten rund 700 junge Lehrer, die in ihrer Heimat keinen Job finden
Kärnten ist anders. Während in Bundesländern wie Wien oder Vorarlberg dringend Lehrer gesucht werden, gibt es hierzulande eine lange Warteliste von Pädagogen. Der neue Schulreferent Christian Ragger (FPK): "700 Lehrer warten auf eine Stelle. Die Wartezeit kann bis zu zwölf Jahren dauern." Wer schneller zum Zug kommen will, sollte sich um Zusatzqualifikationen kümmern. Ragger legt Wert auf Sprachkenntnisse: "Wer mehr kann, rückt auf der Warteliste vor."
Die Leiterin der Landesschulbehörde, Gerhild Hubmann, empfiehlt Kärntner Lehrern ohne baldige Jobaussichten, Angebote aus anderen Bundesländern oder dem Ausland anzunehmen. Auch die Schweiz und Deutschland leiden unter einem Lehrermangel. Wieviele davon schon Gebrauch gemacht haben, ist nicht bekannt, denn: "Wir bekommen darüber keine Rückmeldungen." Wer einen Auslandseinsatz aufweisen kann, erhält später auch in Kärnten leichter einen Job.
Schülerzahlen gehen zurück
Wie schon in den vergangenen Jahren gehen auch heuer die Schülerzahlen zurück. Mit 35.595 besuchen um 732 Schüler weniger die Pflichtschulen des Landes als im Vorjahr. Nur bei den Taferlklasslern gibt es eine leichte Steigerung von 82 auf 5608.
Kleinschulen gibt es immer weniger. Ihre Zahl hat gegenüber dem Vorjahr um elf abgenommen. Dazu Schulreferent Ragger: "In Kleinschulen kann man den Kindern zusätzliches Service wie Nachmittagsbetreuung oder Inklusion nicht anbieten. Deshalb forcieren wir die Bildungszentren." Dass ist auch die Erklärung dafür, dass heuer die Zahl der Pflichtschulklassen um 62 zurückgegangen ist.
Nachmittagsbetreuung wird forciert
Forciert wird im bevorstehenden Schuljahr auch die Nachmittagsbetreuung. Dafür bekommt Kärnten ein Sonderbudget von 13,4 Millionen Euro. Das Geld soll den Gemeinden zugute kommen, die als Schulerhalter fungieren. Gefördert werden die Infrastruktur mit maximal 50.000 Euro und die Personalkosten mit 8000 Euro pro Gruppe.
Die Höheren Schulen in Kärnten verzeichnen im neuen Schuljahr "ein leichtes Plus an Schülerzahlen auf hohem Niveau" (Rudolf Altersberger, Vizepräsident des Landesschulrates).


















