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Spendable Gäste in Kärnten
Kärnten verzeichnete im Vorjahr mit 8,1 Prozent die höchsten Umsatzzuwächse im Tourismus. Allerdings: "Die Zahlen sind eine Momentaufnahme." Kärnten habe immer noch das Problem der veralterten Strukturen, so ein Wifo-Experte. Von Elisabeth Tschernitz-Berger.
Bisher hielt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo), das jeden Monat die Nächtigungsbilanz der Bundesländer erhebt, die Umsatzzahlen fest unter Verschluss. Seit Neuem ist auch im Wifo Transparenz angesagt. Die absoluten Umsatzzahlen werden laut Wifo-Experte Egon Smeral zwar immer noch nicht kommuniziert, sehr wohl aber die Umsatzzuwächse. "Das ist die wichtigste Kennzahl, die Benchmark für jeden Unternehmer", sagt Smeral.
Erfreulich: Im vergangenen Jahr war Kärnten mit einem Umsatzzuwachs von 8,1 Prozent den anderen Bundesländern weit voraus. Auch von Mai bis Juli 2012 entwickeln sich die Umsätze mit 3,1 Prozent erfreulich - von welchem Niveau bleibt ein Geheimnis. Der Chef der Kärnten Werbung, Christian Kresse, ist zufrieden, dass nicht nur mehr Nächtigungszahlen kommuniziert werden. "Nächtigungen sind wenig aussagekräftig, wichtig ist, was unterm Strich bleibt. Auf Übernachtungen nur rund ein Drittel der Ausgaben" Ein eigenes Rechenmodell, das Smeral entwickelt hat, erfasst nicht nur die Ausgaben für die Nächtigungen, sondern alles, was der Gast im Land lässt. Vom Friseurbesuch bis zur Seilbahnfahrt.
Die Euphorie des Rankinggewinners Kärnten dämpft Smeral aber sogleich. "Die Zahlen sind eine Momentaufnahme." Kärnten habe immer noch das Problem der veralterten Strukturen. "Da muss in den nächsten Jahren noch großflächig investiert werden, damit sich nachhaltig etwas verändert." Immer kürzere Aufenthaltsdauer der Gäste, Preisdumping der Betriebe und geringe Online-Erreichbarkeit könnte das Blatt bald wieder wenden.


















