Bezirks- und Gemeindesuche
Millionenaffäre erschüttert Orden in Friesach
Nach einer Anzeige hat die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen den Deutschen Orden eingeleitet. Es geht um Förderungen. Schwestern sollen um Millionen betrogen worden sein. Von Peter Kimeswenger.

Foto © KKBis 2008 haben Schwestern des Deutschen Ordens das Krankenhaus Friesach in Eigenregie geführt
Um Millionenbeträge sollen wichtige Mitarbeiter des Deutschen Ordens Mitschwestern geschädigt haben, die bis 2008 das Krankenhaus in Friesach in Eigenregie geführt haben. Das berichtet die Wiener Wochenzeitung "Falter" in ihrer heutigen Ausgabe. Unter anderem sollen auch Förderungen des Landes zweckentfremdet verwendet worden sein. "Die Vorwürfe sind bekannt. Wir sind überzeugt, dass sie jeglichen Inhaltes entbehren", hieß es Dienstag am Abend auf Anfrage der Kleinen Zeitung im Hochmeisteramt des Deutschen Ordens in Wien. Es gehe um folgende Punkte:
Bewusste Falschbewertung von einzelnen Bilanzposten zur Erreichung eines positiven Einbringungskapitals in Höhe von 264.000 Euro. Zu hohe Bewertung von Vorratsbeständen in der Höhe von rund 800.000 Euro sowie der (unberechtigte) Ansatz einer Verrechnungsforderung gegenüber den Gesellschaftern in Höhe von vier Millionen Euro. Unberechtigter Ansatz einer Kreditverbindlichkeit in der Einbringungsbilanz, die nicht dem Krankenhausbetrieb zuzuordnen gewesen wäre.
Privatperson erstattete Anzeige
Verneinung des Vorliegens eines positiven Verkehrswertes und Unzulässigkeit der Einbringung des Krankenhausbetriebes in die A. Ö. Krankenhaus des Deutschen Ordens Friesach GmbH. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Helmut Jamnig, erklärt dazu: "Die Anzeige wurde von einer Privatperson eingebracht. Wir haben einen gerichtlich beeideten Buchsachverständigen mit der Prüfung beauftragt und warten jetzt auf den Abschlussbericht."
Als das Friesacher Krankenhaus 2008 in eine GmbH umgewandelt wurde, wurde den Schwestern, so der "Falter"-Bericht, vom Hochmeisteramt wegen des angeblich auf ihren Namen laufenden Kredits 26,7 Millionen Euro als Schuld zugerechnet, obwohl das Hochmeisteramt mindestens zwölf Millionen Euro davon für eigene Zwecke verwendet hatte.


















