Bezirks- und Gemeindesuche
Wiens ÖVP-Chef "zornig" wegen Kärnten
Wenn Wiens ÖVP-Chef Manfred Juraczka in den Süden Österreichs - konkret nach Kärnten - blickt, dann zeigt er Emotion: "Ich muss ganz ehrlich gestehen, wenn ich mir ansehe, was in Kärnten passiert, werde ich zornig."

Foto © APAManfred Juraczka
Dass da wirklich charakterliche Defizite Einzelner eine ganze Gesinnungsgemeinschaft in Verruf bringen", ärgerte er sich im Interview mit der APA. Es könne nicht sein, "dass wenige Einzelne den Karren so in den Dreck fahren", wie das dort passiert sei.
"Aus heutiger Sicht" hätte der Chef der dortigen Landesgruppe, Josef Martinz, wohl früher abgelöst werden müssen: "Nur, nachher ist man immer schlauer." Ende Juli hatte Martinz vor dem Klagenfurter Landesgericht Parteienfinanzierung eingeräumt. Es geht um 65.000 Euro, die er vom Steuerberater Dietrich Birnbacher in einem Kuvert erhalten hat. "Ich kann nur sagen, wenn man seine Unschuld bis zum Schluss beteuert, ist man geneigt, dem zu glauben. Schlimm, dass es anders war", bedauerte Juraczka. Weder VP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger noch er, Juraczka, könnten in den Menschen hineinschauen.
"Es gibt überall auch eine Chance. Wir haben vor wenigen Monaten, die Chance zu einem Neustart in Wien genutzt und ich bin überzeugt, dass das auch Gabriel Obernosterer in Kärnten schaffen wird und ich wünsche ihm dazu alles Gute", so Juraczka, der seit Februar bei den Hauptstadt-Schwarzen das Steuer in der Hand hat. Auf die Frage, ob er Angst hat, dass die Vorfälle in Kärnten zu Verlusten bei der Nationalratswahl im kommenden Jahr führen werden, antwortete er: "Geholfen hat es uns sicher nicht. Aber jeder, der Michael Spindelegger kennt, weiß, dass er wirklich völlig unschuldig zu diesen Problemstellungen kam."
Ob für ihn nach der Nationalratwahl eine blau-schwarze Zusammenarbeit vorstellbar sei? "Schauen wir uns einmal an, welche Parteienlandschaft nach den Nationalratswahlen im Parlament sitzt, welche Konstellationen sich ausgehen. Koalitionen sind nie eine Liebesheirat, sondern eine Zweckehe oder Zweckbündnis, wo man versucht, am meisten von seinen Vorstellungen unterzubringen und danach muss man meines Erachtens auch vorgehen", so Juraczka. Was ihm nur auffalle, sei, dass die FPÖ ihre Hausaufgaben in Kärnten definitiv noch nicht so erledigt habe, "wie ich mir das von einer Partei, die Sauberkeit an ihre Fahnen heftet, vorstelle".


















